DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 8, 8. Steuernde trennende Schutzeinrichtung
Abschnitt 8
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8 – 8. Steuernde trennende Schutzeinrichtung

Bewegliche Verdeckung

Steuernde trennende Schutzeinrichtungen wurden in der Vergangenheit auch als bewegliche Verdeckungen bzw. bewegliche Abschirmungen bezeichnet. Hierbei handelt es sich um trennende Schutzeinrichtungen, die ganz oder teilweise geöffnetwerden können, um das Einlegen und Entnehmen der Werkstücke in ein auf der Presse montiertes Werkzeug von Hand durchzuführen.

Das Schließen und Öffnen erfolgt hierbei in der Regel kraftbetrieben, z. B. durch einen pneumatischen Antrieb und muss von der Bedienperson mit einem Befehlselement, z. B. einem Fußschalter, ausgelöst werden. Der Pressenhub wird danach durch die Steuerung ausgelöst, sobald die Schutzeinrichtung ordnungsgemäß geschlossen ist.

Die Schutzeinrichtung darf sich erst dann wieder öffnen, wenn alle Gefahr bringenden Bewegungen beendet sind und der Pressenstößel im oberen Totpunkt zum Stillstand gekommen ist.

Damit diese Handeinlegearbeiten von den Bedienpersonen gefahrlos durchgeführt werden können, müssen steuernde trennende Schutzeinrichtungen sicherheitstechnisch besondere bauliche und steuerungstechnische Anforderungen erfüllen.

Unter anderem müssen sie so gestaltet sein, dass sie sich bei einem Fehler in der Steuerung nicht öffnen und ein Hineingreifen in die Gefahrstellen von allen Seiten verhindert wird. Um Letzteres sicherzustellen, werden oft zusätzliche feste trennende Schutzeinrichtungen eingesetzt.

Wenn die Schließbewegung kraftbetrieben ausgeführt wird, darf hierdurch keine Verletzungsgefahr an der Schließkante entstehen. Das ist z. B. der Fall, wenn die Schließkraft 150 N nicht überschreitet und die Schließkante mit entsprechenden elastischen Kunststoffleisten geschützt ist.

Wenn systembedingt eine größere Schließkraft erforderlich ist, muss die Schließkante durch zusätzliche Schutzmaßnahmen, z. B. einer geeigneten Schaltleiste, gesichert werden.

Durch die Kontrolle auf ordnungsgemäße Funktion der steuernden trennenden Schutzeinrichtung muss der Einrichter u. a. sicherstellen, dass folgende Bedingungen für einen sicheren Betrieb erfüllt sind:

  • Der Pressenhub und andere Gefahr bringenden Bewegungen dürfen erst ausgelöst werden, wenn die Schutzeinrichtung vollständig geschlossen ist.

  • Die Schutzeinrichtung darf sich erst wieder öffnen, wenn alle Gefahr bringenden Bewegungen beendet sind und der Pressenstößel im oberen Totpunkt stillsteht.

  • Bei einer kraftbetriebenen Schutzeinrichtung, bei der die Schließbewegung z. B. durch einen Pneumatikantrieb ausgeführt wird, ist die Schließkraft so eingestellt, dass Verletzungen hierdurch ausgeschlossen sind (Schließkraft maximal ca. 150 N) oder Schutzeinrichtungen zur Absicherung der Schließkante (z. B. Schaltleisten) vorhanden und wirksam sind.

  • Eventuell zur Absicherung der Schließkante vorhandene elastische Kunststoffleisten oder Schaltleisten sind unbeschädigt.

  • Die Gefahrstellen sind auch durch Über-, Unter- oder Umgreifen der Schutzeinrichtungen nicht zu erreichen.

  • Eventuell vorhandene oder zusätzlich erforderliche feste trennende Schutzeinrichtungen sind ordnungsgemäß montiert.

An älteren Pressen, die von sich aus nicht die Voraussetzungen erfüllten, um Handeinlegearbeiten sicher durchführen zu können, wurden steuernde trennende Schutzeinrichtungen oft nachgerüstet, um dies zu ermöglichen. Das trifft besonders an Pressen zu, deren Baujahr vor 1986 liegt.

Auch diese Schutzeinrichtungen müssen die o. g. besonderen steuerungstechnischen Anforderungen erfüllen. Sie müssen darüber hinaus mit einem Typenschild versehen sein, auf dem u. a. der Hersteller und das Baujahr angegeben sind. Für zulässige steuernde trennende Schutzeinrichtungen an diesen Pressen liegt darüber hinaus in der Regel eine Bescheinigung über eine Baumusterprüfung vor.

An Pressen mit Drehkeilkupplung sollten steuernde trennende Schutzeinrichtungen nur noch eingesetzt werden, wenn bei der letzten mindestens jährlich durchzuführenden Prüfung durch eine befähigte Person (Sachkundigen) festgestellt und bestätigt wurde, dass sich das Freilauflager des Schwungrades in einem ordnungsgemäßen Zustand befindet und ein Schaden an diesem Lager bis zur nächsten durchzuführenden Prüfung ausgeschlossen werden kann.

Bild 8-1: Steuernde trennende Schutzeinrichtung in Kombination mit festen trennenden Schutzeinrichtungen