DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 7, 7. Umzäunungen als Kombinationen aus festen und...
Abschnitt 7
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7 – 7. Umzäunungen als Kombinationen aus festen und verriegelten trennenden Schutzeinrichtungen

Umzäunungen werden oft zur Sicherung von begehbaren Gefahrenbereichen verwendet, in denen sich Pressen, Transport- und andere Einrichtungen zur Automatisierung mit ungesicherten Gefahrstellen befinden.

Sie werden üblicherweise als Teil der Schutzmaßnahme für im Verbund arbeitende, automatisierte Pressen, z. B. Pressenstraßen, eingesetzt.

In der Regel bestehen solche Umzäunungen aus festen Zaunelementen, die als feststehende trennende Schutzeinrichtung ausgeführt sind (siehe Abschnitt 5) und Türen, die den Zugang für Einricht- und Wartungsarbeiten ermöglichen. Diese Türen müssen als verriegelte trennende Schutzeinrichtung ausgeführt sein (siehe Abschnitt 6).

Während der Einrichtarbeiten muss sich der Einrichter vor dem Ingangsetzen der Presse, z. B. zur Durchführung von Probehüben, davon überzeugen, dass sich niemand innerhalb der Umzäunung befindet. Das Gleiche gilt, wenn bei den Einrichtarbeiten andere Gefahr bringende Bewegungen, z. B. durch Roboter oder andere Automatisierungsgeräte, ausgelöst werden.

Wenn sich während der Einrichtarbeiten eine Person innerhalb der Umzäunung aufhalten muss, müssen für diese Person und diese Arbeiten geeignete Schutzmaßnahmen vorhanden sein und angewendet werden. Hierfür kommen z. B. reduzierte Geschwindigkeiten für die Gefahr bringenden Bewegungen unter Verwendung eines Zustimmungstasters in Betracht.

Es ist Aufgabe des Einrichters, die ordnungsgemäße Funktion der Umzäunung zu überprüfen und sicherzustellen, dass eventuell festgestellte Mängel beseitigt werden, bevor die Presse wieder in Betrieb genommen wird.

Bild 7-1: Umzäunung

Als Abschluss der Einrichtarbeiten müssen sich sowohl Einrichter als auch die Kontrollperson davon überzeugen, dass sich niemand innerhalb der Umzäunung aufhält, bevor sie die Zugänge schließen und diese Kontrolle durch Betätigen der Freigabe- oder Quittiertaste bestätigen.

Durch die Kontrolle auf ordnungsgemäße Funktion der Umzäunung muss der Einrichter u. a. sicherstellen, dass folgende Bedingungen für einen sicheren Betrieb erfüllt sind:

  • Durch die Umzäunung müssen auch Gefahrstellen gesichert sein, die durch Bewegungen von Zu- oder Abführeinrichtungen entstehen. Andernfalls sind zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich.

  • Durch Änderungen an Zu- oder Abführeinrichtungen dürfen keine ungesicherten Öffnungen in der Umzäunung entstehen.

  • Durch das Öffnen von Zugängen in der Umzäunung, wie Türen oder Tore, müssen Gefahr bringende Bewegungen rechtzeitig stillgesetzt werden oder sie dürfen sich erst öffnen lassen, nachdem diese stillgesetzt wurden.

  • Nach Verlassen des Schutzbereiches hinter einer Umzäunung dürfen sich Gefahr bringende Bewegungen nur durch Betätigen der jeweiligen Befehlseinrichtung starten lassen, und zwar nur dann, wenn alle Öffnungen der Umzäunung wieder geschlossen sind und eine gesonderte Freigabe- oder Quittiertaste betätigt wurde.

  • Vom Ort der Quittiertaste und während des Weges vom Zugang zu diesem Ort muss der Zugang zum Gefahrenbereich gut einsehbar sein, um zu verhindern, dass Personen nach der Kontrolle unbemerkt den Gefahrenbereich betreten. Hierzu sind bei mehreren Zugängen eventuell mehrere Quittiertaster erforderlich, die jeweils nur für die von ihrem Standort aus einsehbaren Zugänge wirksam sind.

  • Der jeweilige Quittiertaster darf aus dem Gefahrenbereich heraus nicht betätigt werden können.

Bild 7-2: Unzulässig - der Quittiertaster kann aus dem Inneren des Gefahrenbereiches betätigt werden

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