DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 5, 5. Feststehende trennende Schutzeinrichtung
Abschnitt 5
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – 5. Feststehende trennende Schutzeinrichtung

Feste Verkleidung; distanzierende trennende Schutzeinrichtung

Bild 5-1: Eine feste trennende Schutzeinrichtung an der Rückseite einer Presse verhindert den Zugriff zu Gefahrstellen

Feststehende trennende Schutzeinrichtungen müssen verhindern, dass Gefahrstellen erreicht werden können.

Hierzu müssen sie so an der Presse bzw. dem Pressenwerkzeug angebracht sein, dass sie sich nicht ohne Werkzeug öffnen bzw. entfernen lassen.

An Pressen und Pressenwerkzeugen werden sie u. a. eingesetzt als feste Verkleidung, die den Zugriff zum Gefahrenbereich von allen Seiten verhindert oder als distanzierende trennende Schutzeinrichtungen (z. B. Umzäunungen), die den Gefahrenbereich zwar nicht vollständig umschließen, die aber aufgrund ihrer Abmessungen und dem Abstand den Zugriff zum Gefahrenbereich verhindern.

Feststehende trennende Schutzeinrichtungen werden an Pressen in der Regel in Kombination mit anderen Schutzeinrichtungen verwendet, da sie nur dort eingesetzt werden sollten, wo ein Zugriff in den Schutzbereich während einer normalen Arbeitsschicht in der Regel nicht erforderlich ist.

Es ist Aufgabe des Einrichters, sicherzustellen, dass die an der Presse erforderlichen festen trennenden Schutzeinrichtungen ordnungsgemäß angeordnet und befestigt sind.

Bei der Gestaltung und Montage von festen trennenden Schutzeinrichtungen muss sichergestellt werden, dass vorhandene Öffnungen in den Schutzeinrichtungen den Anforderungen der DIN EN ISO 13857 entsprechen.

Das gilt nicht nur für die Öffnungen von Füllelementen, die in den Schutzeinrichtungen verwendet werden (Lochbleche, Gitter o. Ä.), sondern auch für Öffnungen, die zum Zu- und Abführen von Werkstücken vorgesehen werden. Die hierzu notwendigen Sicherheitsabstände zwischen trennender Schutzeinrichtung und der Gefahrstelle sind in der Tabelle im Bild 5-3 dargestellt.

Bei distanzierenden trennenden Schutzeinrichtungen sind darüber hinaus auch die Sicherheitsabstände gegen Herumreichen und Hinüberreichen der o. g. Norm zu beachten. Diese Maße sind in den Tabellen der Bilder 5-4 und 5-5 (Seite 20) dargestellt.

Bild 5-2: Gefahrstelle durch unvollständig montierte feste trennende Schutzeinrichtung

 

1)

Wenn die Länge einer schlitzförmigen Öffnung ≤ 65 mm ist, wirkt der Daumen als Begrenzung und der Sicherheitsabstand kann auf 200 mm reduziert werden.

2)

Die Abmessungen der Offnungen e entsprechen der Seite einer quadratischen, dem Durchmesser einer kreisförmigen und der kleinsten Abmessung einer schlitzförmigen Öffnung.
Für Öffnungen > 120 mm müssen die Sicherheitsabstände gegen Hinüberreichen über schützende Konstruktionen angewendet werden.

 (alle Maße in mm)

Bild 5-3: Sicherheitsabstände gegen Hindurchreichen durch Öffnungen nach DIN EN ISO 13857

*)Entweder der Durchmesser einer runden oder die Seite einer quadratischen oder die Weite einer schlitzförmigen Öffnung
 (alle Maße in mm).

Bild 5-4: Sicherheitsabstände gegen Herumreichen nach DIN EN ISO 13857

a = Höhe des Gefahrenbereiches
b = Höhe der schützenden Konstruktion
c = waagerechter Abstand zum Gefahrenbereich
Maße in mm
Es darf keine Interpolation der Werte in dieser Tabelle erfolgen. Folglich sind, wenn die Werte für a, b oder c zwischen zwei Werten in der Tabelle liegen, die Werte anzuwenden, die das höhere Sicherheitsniveau ergeben.
Höhe des Gefahren-
bereiches
a 2)
Höhe der schützenden Konstruktion b 1)
1.0001.2001.400 3)1.6001.8002.0002.2002.4002.600
Horizontaler Abstand zum Gefahrenbereich c 4)
2.500-
900
-
800
-
700
-
600
-
600
-
500
-
400
-
300
-
100
2.400100
1.100
100
1.000
100
900
100
800
100
700
100
600
100
400
100
300
-
100
2.200600
1.300
600
1.200
500
1.000
500
900
400
800
350
600
250
400
-
300
-
-
2.0001.100
1.400
900
1.300
700
1.100
600
900
500
800
350
600
-
400
-
-
-
-
1.8001.100
1.500
1.000
1.400
900
1.100
900
900
600
800
-
600
-
-
-
-
-
-
1.6001.300
1.500
1.000
1.400
900
1.100
900
900
500
800
-
500
-
-
-
-
-
-
1.4001.300
1.500
1.000
1.400
900
1.100
800
900
100
800
-
-
-
-
-
-
-
-
1.2001.400
1.500
1.000
1.400
900
1.100
500
900
-
700
-
-
-
-
-
-
-
-
1.0001.400
1.500
1.000
1.400
900
1.000
300
800
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
8001.300
1.500
900
1.300
600
900
-
600
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
6001.200
1.400
500
1.300
-
800
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
4001.200
1.400
300
1.200
-
400
-
-
-
-
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-
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2001.100
1.200
200
900
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01.100
1.100
200
500
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1)

Schützende Konstruktionen mit einer Höhe unter 1.000 mm sind nicht enthalten, da sie die Bewegung nicht zu friedenstellend einschränken.

2)

Für Gefahrenbereiche über 2.500 bzw. 2.700 mm siehe Sicherheitsabstände gegen Hinaufreichen.

3)

Schützende Konstruktionen niedriger als 1.400 mm sollten bei hohem Risiko nicht ohne zusätzliche sicherheitstechnische Maßnahmen benutzt werden.

4)

Der obere Wert gilt bei geringem Risiko. Der untere Wert gilt bei hohem Risiko oder es müssen andere sicherheitstechnische Maßnahmen angewendet werden.

Bild 5-5: Sicherheitsabstände gegen Hinüberreichen nach DIN EN ISO 13857