DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 4.2, 4.2 Stanzeinheiten
Abschnitt 4.2
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – 4.2 Stanzeinheiten

In der Blechverarbeitung werden häufig standardisierte Werkzeuge verwendet, bei denen Ober- und Unterwerkzeug in einem gemeinsamen Gestell aufgenommen werden und sich das Werkzeug durch Federkraft öffnet. Diese Werkzeuge werden als Stanzeinheiten oder auch Stanzbügel bezeichnet und oft als "sichere Werkzeuge" angesehen.

Bild 4-3: Richtig eingestellte Stanzeinheit: Spalt ≤ 6 mm

Eine feste Verbindung mit dem Pressenstößel ist bei diesen Stanzeinheiten meist nicht erforderlich. Es genügt dann, die Stanzeinheiten sicher auf dem Pressentisch aufzuspannen.

Der Einrichter muss beim Einsatz von Stanzeinheiten sicherstellen, dass die Anforderungen an ein sicheres Werkzeug auch tatsächlich erfüllt werden. Andernfalls dürfen Stanzeinheiten nur unter Verwendung von anderen, zusätzlichen Schutzmaßnahmen verwendet werden.

Bei der Montage von Stanzeinheiten als sicheres Werkzeug muss der Einrichter folgende Punkte sicherstellen:

  • Bei Stanzeinheiten, die nicht am Pressenstößel befestigt werden müssen, ist der Pressenstößel so einstellen, dass der Abstand zwischen Stößelunterseite und der Oberfläche der Stempelkopfplatte möglichst gering ist. Steht der Stempel im oberen Totpunkt, darf der Abstand nicht größer als 6 mm sein.

  • Die Aufspannung auf dem Pressentisch muss so vorgenommen werden, dass keine Quetsch- und Scherstellen zwischen der Stößelunterseite bzw. anderen beweglichen Bauteilen der Presse und den Spannelementen oder dem Gestell der Stanzeinheit entstehen.

Stanzeinheiten einer Baugröße haben einheitliche Bauhöhen. Aus diesem Grund können auf dem Tisch einer Presse mehrere dieser Werkzeuge gleichzeitig aufgespannt werden. In der Regel werden sie dann so angeordnet, dass an einem Werkstück in einem Arbeitshub gleichzeitig mehrere Arbeitsvorgänge, z. B. Ausklinken oder Stanzen von unterschiedlichen Löchern und Schlitzen, durchgeführt werden.

Bild 4-4: Stanzeinheit mit Gefahrstelle zwischen Stößel und Werkzeug durch falsche Hubeinstellung

 

Bild 4-5 und Bild 4-6: Schieberwerkzeug als sicheres Werkzeug. Zuführen und Entnehmen der Werkstücke mit handbetätigter Schiebereinrichtung