DGUV Information 209-006 - Gießereiarbeiter (bisher: BGI 549)

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Abschnitt 2.2, 2.2 Betrieb von Schmelzöfen
Abschnitt 2.2
Gießereiarbeiter (bisher: BGI 549)
Titel: Gießereiarbeiter (bisher: BGI 549)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.2 – 2.2 Betrieb von Schmelzöfen

Schmelzöfen müssen so gefahren werden, dass eine einwandfreie Schmelze entsteht und Personen nicht gefährdet sind. Die Betriebsanweisungen für die Öfen müssen daher während der ganzen Schmelzreise beachtet werden und Angaben über

  • die Ofenfahrweise,

  • Wartung,

  • Inbetriebnahme,

  • Stillsetzung

    sowie

  • Verhalten bei Betriebsstörungen

enthalten.

Die Gefährdung durch Kohlenmonoxid am Ofenschacht oder auf der Gicht von Kupolöfen muss in einer solchen Betriebsanweisung aufgezeigt werden, wobei Maßnahmen zur Gasmessung sowie das Tragen von Atemschutzmasken zwingend vorzugeben sind.

Die Bedienung von Öfen muss ungehindert erfolgen können. Auch bei Störungen muss das Bedienpersonal in der Lage sein, Störungsstellen leicht und gefahrlos zu erreichen und die Ofenbühne schnell verlassen zu können. Das ist nur möglich, wenn Material nicht im Bereich von Steuerständen, Bedien- und Fluchtwegen gelagert wird.

Das Bedienen des Ofens muss von einem sicheren Standort erfolgen. Am Bedienpult ist eine massive Schutzwand zum Schutz gegen Flüssigeisenspritzer anzubringen. Beim Einbringen von Rohmaterial in Schmelzen und beim Abstechen von Schmelzöfen muss damit gerechnet werden, dass Schmelze herausspritzt. Es besteht erhebliche Verbrennungsgefahr. Die Gefahr wird besonders groß, wenn der Einsatz nicht trocken ist oder Hohlkörper enthält. Durch spontane Wasserdampfbildung können größere Mengen von Schmelze aus dem Ofen herausgeschleudert werden.

Bild 2-2: Probenahme am Induktionsofen

Bild 2-3: Steuerstand Induktionsofen

Wassergekühlte Ofenanlagen bergen die Gefahr, dass sich bei Verschleißerscheinungen der Kühlelemente Reaktionen zwischen Wasser und feuerflüssigen Massen bilden. Wenn Wasser unter feuerflüssige Massen gerät, kommt es zwangsläufig zum explosionsartigen Auswurf von Schmelze oder zum Verspritzen von Flüssigmaterial. Wasser, Feuchtigkeit oder feuchte Materialien in Kontakt mit schmelzflüssigen Massen verursachen zwangsläufig eine Dampfbildung, die mit einer 1600-fachen Volumenvergrößerung einhergeht. Der Auswurf größerer Mengen an Flüssigmaterial ist durch diesen Vorgang möglich.

Werkzeuge, Temperatursonden, Probelöffel und Krammstöcke, die in Verbindung mit feuerflüssigen Massen gebraucht werden, müssen aus vorgenanntem Grund trocken und gegebenenfalls vorgewärmt sein.