DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

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Abschnitt 12.4, 12.4 Sicherung gegen Absturz
Abschnitt 12.4
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 12.4 – 12.4 Sicherung gegen Absturz

Außerhalb der Werkstatt ist nicht auszuschließen, dass auch Arbeiten auf hoch gelegenen Arbeitsplätzen, z.B. einer Profilträgeranlage, Dächern oder Mauervorsprüngen, durchgeführt werden müssen.

Grundsätzlich sind Absturzsicherungen an allen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen vorgeschrieben, die mehr als 2 m über dem Erdboden, einer Geschossfläche usw. liegen.

Nicht immer ist es möglich, als Schutz gegen Absturz eine technische Maßnahme, z.B. Geländer, Schutzgerüste, Auffangnetze, zu treffen.

Gelegentlich ist der Auf- und Abbau einer Schutzeinrichtung mit größeren Absturzgefahren verbunden oder der Aufwand für die Sicherungsmaßnahme an Material, Zeit und Geld wesentlich höher als für die durchzuführende Arbeit.

Dann sind als persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zu benutzen.

Infrage kommen Einrichtungen,

  • die den Mitarbeiter vor Erreichen der Absturzkante zurückhalten (siehe BG-Regel "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen" [BGR 199]),

  • die abstürzende Mitarbeiter sicher auffangen (siehe BG-Regel "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" [BGR 198]).

Gemäß der BGR 198 dürfen als Schutz gegen Absturz nur noch Auffanggurte Form A (Brustgurt mit Schulterund Schrittberiemung) in Verbindung mit Falldämpfern bzw. Höhensicherungsgeräten verwendet werden (Bild 12-1).

Bild 12-1: Auffanggurt Form A mit Sitzgurt

Die Verbindung vom Auffanggurt zum Anschlagpunkt stellen Halteseile bzw. Sicherheitsseile in Verbindung mit Seilkürzern dar. Der Seilkürzer wird entweder direkt bzw. indirekt über ein ca. 1 m langes Halteseil mit dem Sicherheitsseil verbunden.

Ein Haltegurt darf – ebenfalls nur in Verbindung mit einem Falldämpfer – nur noch dann eingesetzt werden, wenn er vor dem Absturz bewahrt.

Zur Erläuterung hierzu: Der Monteur muss mit dem Halteseil bzw. Sicherheitsseil vor der Absturzkante zurückgehalten werden und darf nicht über die Absturzkante hinaustreten können.

Alle Teile der PSA gegen Absturz – dazu gehören Auffang- und Haltegurte, Verbindungsmittel, wie Sicherheits- und ggf. Halteseile, Zubehör, wie Seilkürzer, Falldämpfer, Höhensicherungsgeräte, Steigschutzeinrichtungen an Leitern und Abseilgeräte – müssen entsprechend den Angaben in der BG-Regel "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" (BGR 198), der BG-Regel "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen" (BGR 199) oder den einschlägigen DIN-Normen gekennzeichnet sein.

Die Kennzeichnung umfasst

  • Name (oder Firmenzeichen) des Herstellers oder Lieferers,

  • die letzten beiden Stellen des Herstellungsjahres,

  • Typbezeichnung,

  • Serien- oder Herstellnummer des Herstellers und

  • Prüfkennzeichen, ggf. Zeichen "GS" = Geprüfte Sicherheit.

Die Kennzeichnung hat dauerhaft und gut lesbar zu erfolgen. Vor der Verwendung von PSA gegen Absturz und mindestens jährlich sind die Benutzer über den sachgerechten Gebrauch zu unterrichten. Ausführliche Angaben enthalten die Abschnitte über Benutzung, Aufbewahrung und Pflege usw. der BGR 198 bzw. BGR 199.

Eine besondere Gefährdung der Beschäftigten tritt ein, wenn Dachflächen, beispielsweise aus Wellasbestzementplatten, Glas, Kunststoffen, auch draht- oder glasfaserarmiert, betreten werden sollen. Diese Dächer sind nicht tragfähig! Ausführliche Sicherheitsbestimmungen enthalten die §§ 6, 8 und 12 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Dächer, die nicht tragfähig erscheinen, dürfen nur über Laufstege oder ähnliche tragfähige Einrichtungen begangen werden, sofern keine Unterspannnetze vorhanden sind. Die Laufstege dürfen nicht kippen, schwanken oder vom Auflager abrutschen, sind also vor dem Begehen sicher zu befestigen.