DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

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Abschnitt 12.2, 12.2 Koordinieren von Arbeiten
Abschnitt 12.2
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 12.2 – 12.2 Koordinieren von Arbeiten

Sicherheitsgerechtes Arbeiten Einzelner oder einer Arbeitsgruppe schließt die Gefährdung benachbarter Personen nicht aus. Deshalb bietet nur eine rechtzeitige Abstimmung aller Beteiligten untereinander Gewähr dafür, dass gegenseitige Gefährdungen vermieden werden.

Unabhängig von Verpflichtungen muss deshalb gelten:

  • Kontakt suchen,

  • Absprachen treffen,

  • Rücksicht nehmen und

  • sich an Vereinbarungen halten.

Zuständig für diese Abstimmung ist der Unternehmer.

Besondere Bedeutung erlangt die Pflicht zur Koordinierung von Arbeiten auf Bau- und Montagestellen. Auftraggeber und Auftragnehmer müssen deshalb ihre dort Verantwortlichen immer wieder darauf hinweisen, an ihrer Einsatzstelle für eine Abstimmung der Arbeiten mit allen anderen dort Tätigen verantwortlich zu sorgen.

Bei der Vergabe von Arbeiten an Fremdfirmen ist man hinsichtlich einer solchen Abstimmung auf vertragliche Abmachungen angewiesen. Diese vertraglichen Abmachungen sind insoweit von besonderem Rang, als eine Verpflichtung für alle Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft durch den § 6 Absatz 1 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1) besteht. Danach hat der Unternehmer, der Arbeiten an andere Unternehmen vergibt, soweit dies zur Vermeidung einer möglichen gegenseitigen Gefährdung erforderlich ist, eine Person zu bestimmen, welche die Arbeiten aufeinander abstimmt (Koordinator).

Besondere Schwierigkeiten entstehen häufig dann, wenn die Fremdfirma ihrerseits einzelne Arbeiten an Subunternehmer vergibt, ohne dass der erste Auftraggeber davon erfährt.

Bei genehmigungsbedürftigen Bauvorhaben besteht eine Besonderheit insoweit, als nach den Bauordnungen der Länder der Bauherr einen Bauleiter ausdrücklich zu bestellen hat.

Diesem Bauleiter obliegen neben anderen auch die gleichen Pflichten, die ein Koordinator wahrzunehmen hat. Soweit also ein Bauleiter vorhanden ist, sollte ihm gleichzeitig die Koordinierungsaufgabe für die gesamte Baustelle übertragen werden.

Wenn ein Unternehmer als Auftragnehmer oder als Subunternehmer tätig wird, ist er ebenfalls verpflichtet, sich mit anderen beteiligten Unternehmern – auch mit dem Auftraggeber – abzustimmen. Diese Anforderung ergibt sich aus § 6 Absatz 2 BGV A1. Damit soll erreicht werden, dass auch bei einem Versäumnis des Auftraggebers eine Zusammenarbeit ohne Gefährdung sichergestellt ist.

Soweit Vorgesetzte auf Baustellen ohne Mitwirkung des Unternehmers Aufträge an andere Unternehmen (Fremd- oder Subunternehmen) vergeben, wird der Vorgesetzte wie ein Unternehmer tätig und hat folglich auch für die notwendige Koordinierung der Arbeiten zu sorgen.