DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

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Abschnitt 9.3, 9.3 Be- und Entlüftung des Schweißplatzes
Abschnitt 9.3
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9.3 – 9.3 Be- und Entlüftung des Schweißplatzes

Die beim Schweißen entstehenden Rauche und Gase können die Gesundheit des Schweißers beeinträchtigen. Deshalb muss der Schweißer vor diesen Schadstoffen geschützt werden, durch

  1. 1.

    Absaugung im Entstehungsbereich,

  2. 2.

    technische Lüftung (maschinelle Raumlüftung, d.h. Austausch von Raumluft gegen Außenluft durch Strömungsmaschinen),

  3. 3.

    freie Lüftung (natürliche Raumlüftung, d.h. Austausch von Raumluft gegen Außenluft durch Druckunterschiede infolge Wind oder Temperaturdifferenzen zwischen außen und innen),

  4. 4.

    andere geeignete Einrichtungen (z.B. Wasserbadanlagen beim Plasmaschneiden) oder

  5. 5.

    eine Kombination aus vorgenannten Einrichtungen.

Die Bilder 9-13 und 9-14 zeigen Beispiele einer wirksamen Absaugung.

Bild 9-13: E-Schweißplatz mit Absaugung nach unten

Bild 9-14: Schweißrauche werden bei im Schutzschild integrierter Absaugung zwangsläufig erfasst

Unter Berücksichtigung von Verfahren, Werkstoffen und Einsatzbedingungen kann intensive Lüftung erforderlich oder geringere Lüftung ausreichend sein.

Beispiele:

  • Besonders hohe oder niedrige Schweißstromstärken,

  • Verunreinigungen von Werkstückoberflächen,

  • ungünstige Raumverhältnisse (kleine Räume, ungünstige Strömungsverhältnisse, z.B. Bild 9-15),

  • günstige Raumverhältnisse (z.B. hohe Hallen, günstige Strömungsverhältnisse),

  • günstige Strömungsverhältnisse (z.B. bei Dachöffnungen und Luftzufuhr im Bodenbereich) und

  • Beschichtungen, für die durch ein neutrales Gutachten nachgewiesen ist, dass gesundheitsgefährliche Stoffe nicht in den Atembereich der Versicherten gelangen können.

Bild 9-15: Auch beim Schweißen in solchen engen Räumen muss wirksam be- und entlüftet werden

Hinweise zur Auswahl und Gestaltung der Absaugung enthalten z.B.:

  • BG-Regel "Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121),

  • Merkblatt DVS 1201 "Absaugung an Schweißerarbeitsplätzen".

Für die vielfältigen und sehr unterschiedlichen Lüftungsaufgaben bietet die Industrie viele Hilfsmittel an, z.B.

  • vom Schweißer mitgeführte Absaugungen, die direkt am Schutzgasbrenner oder am Schweißerschutzschild angebracht oder deren Rüssel getrennt nachzuführen sind,

  • kleine Sauggeräte für den mobilen Einsatz

    und

  • leichte Absaugschläuche, die mit Hilfe von Magneten oder Haken innerhalb von Bauteilen leicht befestigt werden können.

Für das bestimmungsgemäße Benutzen der Lüftungseinrichtungen ist es von entscheidender Bedeutung, dass die vorgesehenen Maßnahmen mit den betroffenen Schweißern auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden.

Ein großer Teil des Erfolges einer Lüftungsmaßnahme hängt von der Mitarbeit des Schweißers ab.

Wenn keine ausreichende Lüftung erreicht werden kann, sind Atemschutzgeräte zu tragen.