DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

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Abschnitt 7.9, 7.9 Schleifmaschinen
Abschnitt 7.9
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.9 – 7.9 Schleifmaschinen

Die Gefahren an Schleifmaschinen entstehen hauptsächlich durch die verwendeten Schleifwerkzeuge. Die Schleifwerkzeuge bestehen aus dem Schleifmittel und dem Bindemittel. Sie können wie jedes Gestein zwar sehr hohe Druckkräfte, jedoch nur verhältnismäßig geringe Zugbeanspruchungen aushalten. Auf Zug werden sie aber beansprucht durch die Fliehkräfte, die bei der Drehbewegung auftreten.

Diese Fliehkräfte können größer werden als die Kräfte des Bindemittels, z.B. wenn das Werkzeug mit einer höheren Drehzahl gefahren wird, als sie auf dem Etikett des Werkzeuges als höchstzulässig angegeben ist.

7.9.1
Schutzhauben

Auch wenn alle bisher gegebenen Hinweise beachtet werden, ist nicht auszuschließen, dass ein Schleifwerkzeug bricht und auseinanderfliegt. Schleifmaschinen müssen deshalb mit Schutzhauben aus zähem Baustoff ausgerüstet sein, damit die beim Bruch des Schleifwerkzeuges auftretenden Bruchstücke sicher aufgefangen und in für Personen ungefährliche Bereiche abgeleitet werden. Es darf nur der für den Arbeitsvorgang benötigte Teil des Werkzeuges frei bleiben.

Schutzhauben an Ständerschleifmaschinen müssen nachstellbar sein (Bild 7-18).

Bild 7-18: Nachstellbare Schutzhaube

Der Spalt zwischen Schleifkörperumfangsfläche und Schutzhaube darf nicht größer als 5 mm sein. Dadurch wird verhindert, dass Bruchstücke nach vorn aus der Schutzhaube austreten können und den unmittelbar vor der Maschine im Gefahrenbereich stehenden Schleifer treffen. Die Notwendigkeit des Nachstellens sollte regelmäßig überprüft werden.

Unabhängig von der Maschinenart sind Schutzhauben nicht erforderlich bei der Verwendung von

  • Schleifwerkzeugen mit Außendurchmesser D ≤ 80 mm für Arbeitshöchstgeschwindigkeiten im nicht baumusterprüfpflichtigen Bereich,

  • Lamellenschleifscheiben mit einem Außendurchmesser D ≤ 250mm,

  • Vulkanfiberschleifscheiben mit einem Außendurchmesser D ≤ 235mm,

  • Schleifwerkzeuge – ausgenommen Schleifkörper mit Magnesit-Bindung – für Arbeitshöchstgeschwindigkeiten vzul ≤ 16 m/s und einem Außendurchmesser D ≤ 1000 mm und

  • Pließt-, Polier- und Läppscheiben.

Darüber hinaus ist auf ortsfesten Schleifmaschinen ein Schleifen ohne Schutzhaube zulässig, wenn deren Verwendung ein Schleifen verhindert.

Dabei sind folgende Bedingungen einzuhalten:

  • Schleifkörperaußendurchmesser D ≤ 400 mm und

  • Schleifkörperbreite T ≤ 40 mm und

  • Arbeitshöchstgeschwindigkeit im nicht baumusterprüfpflichtigen Bereich und

  • Spannflanschdurchmesser mindestens 2/3 des Außendurchmessers der Schleifscheibe und

  • Spannen unter Verwendung von Zwischenlagen aus Gummi oder anderen Werkstoffen mit vergleichbaren Eigenschaften.

Die Zwischenlagen sind im technischen Handel erhältlich; sie sollten eine Dicke von 1 mm besitzen und eine Shore-Härte von 60 aufweisen.

Auch auf Handmaschinen ist in Ausnahmefällen der Verzicht auf eine Schutzhaube zulässig, u.a. auf Geradschleifern

  • bei Verwendung von zylindrischen Schleifstiften mit Kunstharzbindung für eine Arbeitshöchstgeschwindigkeit vzul ≤ 63 m/s, wenn deren Außendurchmesser D ≤ 80 mm und deren Breite mindestens 10 mm und höchstens 20 mm beträgt und

  • bei Verwendung von zweiseitig konischen Schleifscheiben nach DIN 69147 Teil 1, mit Spannflanschen nach DIN 69864.

7.9.2
Werkstückauflagen

Werkstückauflagen an Schleifmaschinen sind entsprechend der Abnutzung des Schleifkörpers nachzustellen.

Der Abstand zwischen Schleifwerkzeug und Werkstückauflage darf nicht größer als 3 mm sein, damit das zu schleifende Werkstück nicht in diesen Spalt hineingezogen wird.

Fingerverletzungen oder Schleifwerkzeugzerknall könnten sonst die Folge sein.

Einteilige U-förmige Werkstückauflagen dürfen nicht verwendet werden.

Bild 7-19: Prinzipskizze für Schutzhaube und Werkstückauflage an einer Ständerschleifmaschine für Umfangschleifen mit vzul≤ 50 m/s