DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 6.1, 6.1 Leitern
Abschnitt 6.1
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.1 – 6.1 Leitern

Leitern und Tritte sind im Allgemeinen durch ihre Bauart gegen Umfallen, Abrutschen und Umkanten gesichert.

Sicherungen gegen Abrutschen des Leiterfußes sind je nach Bodenbeschaffenheit z.B. Stahlspitzen, Gummifüße. Sicherungen gegen Abrutschen des Leiterkopfes sind z.B. Aufsetz-, Einhak-, Einhängevorrichtungen.

Je nach Art der auszuführenden Arbeiten, z.B. Benutzung von Handbohrmaschinen, Zureichung von Gütern, können jedoch insbesondere bei Steh- und Anlegeleitern Kräfte auf die Leiter einwirken, die zusätzliche Sicherungsmaßnahmen gegen Umstürzen erforderlich machen, z.B. Anbinden des Leiterkopfes, Unterstützungen der Holme, Halten durch einen Mitarbeiter.

Als Arbeitsplätze bei Bauarbeiten dürfen Anlegeleitern nur benutzt werden, wenn

  • bei einem Standplatz von mehr als 2 m Höhe die von der Leiter auszuführenden Arbeiten nicht mehr als zwei Stunden umfassen,

  • der Standplatz auf der Leiter nicht höher als 7 m über der Aufstellfläche liegt,

  • das Gewicht des mitzuführenden Werkzeuges und Materials 10 kg nicht überschreitet,

  • keine Gegenstände mit einer Windangriffsfläche über 1 m2 mitgeführt werden,

  • keine Stoffe oder Geräte benutzt werden, von denen für den Beschäftigten zusätzliche Gefahren ausgehen,

  • Arbeiten ausgeführt werden, die keinen größeren Kraftaufwand erfordern als den, der zum Kippen der Leiter ausreicht,

  • der Beschäftigte mit beiden Füßen auf einer Sprosse steht.

Leitern, die an oder auf Verkehrswegen aufgestellt werden müssen, sind gegen Umstoßen zu sichern. Außerdem ist auf sie auffällig hinzuweisen, z.B. durch Absperrungen oder Sicherungsposten.

Anlegeleitern sollen nicht länger als 8 m sein, wenn sie nicht durch eine besondere Bauweise gegen Durchbiegen und Umstürzen gesichert sind. Wangen und Holme von Anlegeleitern dürfen niemals behelfsmäßig verlängert werden.

Anlegeleitern dürfen nur an sichere Stützpunkte angelegt werden. Glasscheiben, Fenster, Spanndrähte, Stangen oder unverschlossene Türen sind deshalb zu meiden.

Der richtige Anstellwinkel, zwischen 65 bis 75, kann, wie Bild 6-2 zeigt, auf einfache Weise ermittelt werden.

Bild 6-2: Richtiger Anstellwinkel von Anlegeleitern

Stehleitern müssen Spreizsicherungen in Form von Spannketten oder Spanngelenke haben. Spanngurte dürfen nur angebracht sein, wenn die Leitern keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind.

Spannvorrichtungen, die von Hand eingelegt werden müssen, sind nicht zulässig.

Stehleitern dürfen nicht bis zur obersten Sprosse oder Stufe bestiegen werden. Ausgenommen hiervon sind Leitern, deren oberste Trittfläche ein sicheres Stehen gewährleistet, z.B. durch Sicherheitsbrücke und Haltevorrichtung.

Stehleitern dürfen nicht als Anlegeleitern oder zum Besteigen von Bühnen, Galerien, Stellagen und dergleichen benutzt werden.