DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

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Abschnitt 3.4, 3.4 Elektrische Geräte im Einsatz
Abschnitt 3.4
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – 3.4 Elektrische Geräte im Einsatz

3.4.1
Stecker und Kupplungen

Stecker und Kupplungen aus gepressten Kunstharzen, z.B. Bakelite, sind nicht bruchfest und nur dort verwendbar, wo sie geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.

In Werkstätten und auf Baustellen müssen widerstandsfähige Steckvorrichtungen aus PVC, Gummi oder Kunststoffen mit Faserpressstoffeinlage verwendet werden. Schadhafte Stecker und Kupplungen zu benutzen, ist verboten.

So hat sich z.B. bei einem defekten Stecker, der mit Isolierband umwickelt war, der Schutzleiter vom Schutzkontakt gelöst. Dadurch blieb das Gehäuse der Maschine unter Spannung, als in der Maschine ein Fehler entstand. Dieser Fehler führte zum Tod eines jungen Mitarbeiters.

Abzweigstecker, auch T-Stecker oder Mehrfachstecker genannt, dürfen nicht für den Anschluss mehrerer Geräte an einer Steckdose verwendet werden.

In solchen Fällen sind Verlängerungsleitungen mit Mehrfachsteckdosen erforderlich (Bild 3-4).

Bild 3-4: Verlängerungsleitung mit Mehrfachsteckdose

Besser noch ist eine ausreichende Zahl von fest installierten Steckdosen.

Im Drehstrombereich dürfen seit dem 1. Januar 1981 nur noch CEE-Steckvorrichtungen nach DIN 49462/63 ("Europa-Stecker") für den Anschluss ortsveränderlicher Leitungen verwendet werden (Bilder 3-5 und 3-6).

Einzige Ausnahme: Perilex-Steckvorrichtungen nach DIN 49445 bis 49448, die vor 1973 bereits installiert waren, dürfen weiter verwendet werden.

Bild 3-5: Kupplung nach CEE-Norm

Bild 3-6: Leitungsverbindung mit Steckvorrichtung nach CEE-Norm

3.4.2
Anschluss- und Verlängerungsleitungen

In der Werkstatt und auf der Baustelle sind bewegliche Anschluss- und Verlängerungsleitungen großen Beanspruchungen ausgesetzt.

Es dürfen daher nur widerstandsfähige Gummischlauchleitungen der Bauart H07 RN-F oder gleichwertige, z.B. H 07 BQ-F, eingesetzt werden. Beschädigte Stellen dürfen nicht mit Isolierband geflickt werden.

Leichte handgeführte Elektrowerkzeuge können auch mit Anschlussleitungen der Type H 05 RN-F oder gleichwertiger Bauart versehen werden, wenn diese nicht länger als 4 m sind.

Auf dem Boden liegende Anschluss- und Verlängerungsleitungen sind eine ständige Stolpergefahr. Wenn man die Leitungen hochlegt oder sie an Hanfseilen aufhängt, werden sie vor Schäden bewahrt.

Draht sollte zum Festbinden nicht benutzt werden. Schmieröl und -fett können Gummischlauchleitungen zerstören. Auch durch Knoten werden die Leitungen häufig beschädigt. Es ist zweckmäßig, Verlängerungsleitungen auf tragbaren Leitungsrollern aufzurollen.

Schlingen und Knoten werden dadurch vermieden. Außerdem bieten die meisten Leitungsroller den Vorteil, dass sie mit mehreren Steckdosen ausgerüstet sind.

Leitungsroller für Baustellen sollen nach DIN/VDE 0100 Teil 704 aus Isolierstoff sein. Ein Beispiel eines Leitungsrollers zur Verwendung in trockenen Räumen zeigt Bild 3-7.

Bild 3-7: Leitungsroller zur Verwendung in trockenen Räumen

3.4.3
Handleuchten

Da Handleuchten im Allgemeinen mit der Hand fest umfasst werden, könnten sich im Fehlerfall Berührungsspannungen verhängnisvoll auswirken. Deswegen sind für Handleuchten nur die Schutzmaßnahmen "Schutzisolierung" und "Schutzkleinspannung" zugelassen. Das Schutzglas soll verhindern, dass flüssige Medien oder andere Fremdstoffe die Glühlampe plötzlich abkühlen und zerstören.

Für den Schutz gegen mechanische Einflüsse dient der Drahtkorb über dem Schutzglas (Bild 3-8).

Die größte Gefahr ist die Zuleitung, wenn sie sich nicht in einwandfreiem Zustand befindet. Behelfsmäßige Handleuchten, z.B. mit frei liegender Fassung aus Metall, dürfen also nicht benutzt werden.

Bild 3-8: Handleuchte mit Überglas und sicher befestigtem Schutzkorb

3.4.4
Maschinen- und Werktischleuchten

Maschinen- und Werktischleuchten sind über Gelenke, teilweise über Scheren, verstellbar.

Die Zuleitung darf nicht durch die Gelenkösen der Schere oder durch scharfkantige Bohrungen im Tragarm gezogen werden.

Dabei kann die Isolierung der Zuleitung beschädigt werden, wobei möglicherweise eine unter Spannung stehende Ader freigelegt wird.

Gerät die freigelegte Ader an Metallteile der Leuchte, kann es zu einem elektrischen Unfall kommen.

3.4.5
Handgeführte Elektrowerkzeuge

Früher wurden fast ausschließlich Elektrowerkzeuge der Schutzklasse I (mit Schutzleiteranschluss) verwendet. Heute werden mehr und mehr Elektrowerkzeuge der Schutzklasse II (Schutzisolierung) benutzt.

Sie werden in der Regel über eine Schukosteckdose angeschlossen.

Häufig ist bei einem Leitungsschaden der Schutzleiter unterbrochen. Deswegen bieten schutzisolierte Elektrowerkzeuge eine größere Sicherheit, weil bei ihnen trotz eines Leitungsschadens keine Berührungsspannung auftreten kann.

Besonders auf Baustellen sind die Elektrowerkzeuge hohem Verschleiß ausgesetzt. Im Inneren des Gerätes kann sich eine Verschraubung lösen.

Feuchtigkeit und leitfähiger Staub, die in die Maschine eindringen können, bringen auch bei einem schutzisolierten Gerät Gefahren. Nur die Elektrofachkraft darf diese Schäden beseitigen.

Beschädigte Kappen für Bürstenhalter dürfen nicht mit Isolierband an der Maschine befestigt werden. Wird die Maschine mit Isolierband umwickelt, so werden dabei meist auch die Lüftungsschlitze verschlossen (Bild 3-9).

Bild 3-9: Unsachgemäße Instandsetzung. Isolierung für Bürstenhalter fehlt, Lüftungsschlitze verschlossen