DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.3, 3.3 Schutz vor elektrischen Unfällen
Abschnitt 3.3
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.3 – 3.3 Schutz vor elektrischen Unfällen

Wenn elektrische Geräte verwendet werden, ohne dass sie in festgelegten Zeitabständen von der Elektrofachkraft geprüft werden, so können Fehler – z.B. durch leitfähigen Staub, Feuchtigkeit, Wärme, Materialbrüche, gelockerte Teile – im Innern des Gerätes unerkannt entstehen.

Die Basisisolierung kann dann überbrückt werden. Als Folge stehen berührbare Teile unter zu hoher Berührungsspannung.

Um zu hohe Berührungsspannungen nicht entstehen zu lassen oder aber unverzüglich abzuschalten, werden Schutzmaßnahmen bei indirektem Berühren getroffen.

Die im gewerblichen Bereich am häufigsten angewandten Schutzmaßnahmen werden nachfolgend kurz beschrieben.

Elektrische Betriebsmittel mit GS-Zeichen gewähren weit reichenden elektrischen Schutz (Bild 3-1).

Bild 3-1: Beispiel eines GS-Zeichens

3.3.1
Überstromschutzeinrichtung im TN-System

Diese Schutzmaßnahme dient dem Schutz der elektrischen Anlage durch automatische Abschaltung im Fehlerfall und wurde früher als "Nullung" bezeichnet. Es wird bis zur Steckdose ein besonderer grün/gelb gekennzeichneter Schutzleiter mitgeführt.

Alle berührbaren leitfähigen Teile der elektrischen Anlage, einschließlich der ortsfesten Betriebsmittel, die im Fehlerfall Spannung annehmen können, sind untereinander und mit dem Schutzleiter leitend verbunden.

Im Fehlerfall kann der Strom jetzt über den Schutzleiter fließen. Dieser Strom bringt die vorgeschaltete Sicherung zum Abschmelzen oder er schaltet den Sicherungsautomaten aus.

Diese Schutzmaßnahme wird aber unwirksam, wenn

  • die Sicherungen mit Silberpapier oder Draht geflickt werden,

  • die Sicherungen, die für eine bestimmte Anlage vorgesehen sind, durch stärkere Sicherungen ersetzt werden oder

  • der Schutzleiter an irgendeiner Stelle unterbrochen wird.

3.3.2
Schutzisolierung

Die Schutzisolierung wird häufig bei ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmitteln, z.B. bei Leuchten und Elektrowerkzeugen, angewendet. Neben der so genannten Basisisolierung werden die metallischen Teile des Gerätes nach außen hin nochmals durch eine Zusatzisolierung abgeschirmt. Alle unter Spannung stehenden Teile sind dann so isoliert, dass keine zu hohe Berührungsspannung auftreten kann. Schutzisolierte Geräte tragen auf dem Leistungsschild ein Kennzeichen, das aus zwei ineinanderliegenden Quadraten besteht (Bild 3-2).

Bild 3-2: Kennzeichen für schutzisolierte Geräte

Anschlussleitungen von fabrikneuen schutzisolierten Geräten dürfen keinen angeschlossenen Schutzleiter haben. Die Stecker dürfen in eine Schutzkontaktsteckdose passen, enthalten aber keinen Schutzleiterkontakt. Wird jedoch bei einer Reparatur eine 3-adrige Anschlussleitung und ein Schutzkontaktstecker verwendet, so muss der Schutzleiter im Stecker angeschlossen werden; am Gerät selbst darf kein Anschluss erfolgen.

3.3.3
Schutzkleinspannung

An Arbeitsplätzen, an denen erhöhte Unfallgefahr durch elektrische Energie besteht, z.B. in Kesseln, Doppelböden von Schiffen, Rohrleitungen, darf neben der Schutztrennung insbesondere die Schutzkleinspannung angewendet werden.

Hierbei ist die zulässige Spannung auf 50 Volt Wechselspannung bzw. 120 Volt Gleichspannung begrenzt. Die Spannung muss auf dem Leistungsschild des Gerätes vermerkt sein. Sie wird durch Transformatoren mit sicherer Trennung der Primär- und Sekundärseite erzeugt, die jedoch außerhalb der Kessel oder anderen engen Räumen aufgestellt werden müssen.

Elektrische Geräte und Handleuchten für Kleinspannung müssen Spezialsteckvorrichtungen besitzen, die sich nicht in Steckdosen höherer Spannung einführen lassen dürfen.

Ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel, die mit Schutzkleinspannung betrieben werden, müssen nach Bild 3-3 gekennzeichnet sein.

Bild 3-3: Kennzeichnung von Geräten mit Schutzkleinspannung

3.3.4
Fehlerstromschutzeinrichtung

Fehlerstromschutzeinrichtungen gewähren einen hohen Schutz. Sie sind deshalb u.a. auf Baustellen vorgeschrieben und unterliegen festen Prüfintervallen.

Bei Auftreten eines Fehlers, z.B. in einem Gerät, schalten diese Einrichtungen den fehlerbehafteten Anlagenteil innerhalb kürzester Zeit ab.