DGUV Information 209-005 - Handwerker (bisher: BGI 547)

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Abschnitt 2.8, 2.8 Hautschutz
Abschnitt 2.8
Handwerker (bisher: BGI 547)
Titel: Handwerker (bisher: BGI 547)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.8 – 2.8 Hautschutz

Hautschutz umfasst ein auf die konkret vorliegende Hautgefährdung abgestimmtes Hautschutzmittel, eine gezielte und schonende Hautreinigung sowie eine wirksame Hautpflege.

Alle drei Stufen sind von gleicher Wichtigkeit.

Hautgefährdungen entstehen z.B. durch

  • wassermischbare Arbeitsstoffe, z.B. wassergemischte Öle und Kühlschmierstoffe, Dispersionsfarben, anorganische Salzlösungen, Haushaltsreiniger, Laugen, Säuren,

  • nicht wassermischbare Arbeitsstoffe, z.B. Mineralöle, Fette, organische Lösemittel,

  • stark hauthaftende Verschmutzungen und Arbeitsstoffe, z.B. Altöl, Graphit, Metallstaub, Ruß, Kleb- und Beschichtungsstoffe,

  • Mehrkomponentenharze, z.B. Epoxid-, Phenolformaldehyd-, Polyester- und Polyurethanharze,

  • mechanisch reizende Arbeitsstoffe, z.B. Mineralfasern, Glasfasern, Sand, Drahtwolle,

  • Feuchtigkeitsstau und Hautaufweichung (Mazeration), z.B. beim Tragen von Gummihandschuhen und

  • UV-Strahlenbelastung, z.B. beim Elektroschweißen, bei Arbeiten im Freien.

Die Hautschutzmittel müssen vor jedem Arbeitsbeginn – also auch nach jeder Pause – auf die saubere Haut aufgetragen werden.

Zur Hautreinigung sollte grundsätzlich das mildeste Reinigungsmittel verwendet werden. Nur wenn dessen Reinigungswirkung nicht ausreicht, kommen reibemittelhaltige Hautreiniger in Betracht. Lösemittelhaltige Hautreinigungsmittel sind ausschließlich ganz bestimmten Verschmutzungen (z.B. durch Lacke, Klebstoffe) vorbehalten. Verdünner, Kaltreiniger, Vergaserkraftstoffe und Ähnliches dürfen nicht verwendet werden.

Eine regelmäßige Hautpflege mit fetthaltigen Hautpflegemitteln unterstützt die natürliche Regeneration der Haut. Die Auswahl eines geeigneten Hautschutzes sollte der Unternehmer in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt, gegebenenfalls den Herstellern und unter Beteiligung der betroffenen Mitarbeiter vornehmen. Damit die Mitarbeiter den für die einzelnen Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten festgelegten Hautschutz kennen, ist ein Hautschutzplan aufzustellen (Bild 2-7).

Bild 2-7:
Beispiel für einen Hautschutzplan

HAUTSCHUTZPLAN
HautgefährdungHautschutzmittelSchutzhandschuhHautreinigungsmittelHautpflegemittel
nachvor Arbeitsbeginn, auch nach Pausensoweit nicht generell vorgesehen, Hinweise auf speziellen Einsatzbereichnach der Arbeit, auch vor Pausennach Arbeitsende und Hautreinigung
Betriebsbereich
Arbeitsverfahren
Stoffen
Untergliederung ist vom Einzelfall abhängigDer Produktname oder die interne Werksbezeichnung sind einzutragen, ebenfalls Angaben, wo und von wem die Mittel bzw. der Schutzhandschuh erhältlich sind.
Beispiel: Kfz-Betrieb (Produktnamen erfunden)
WerkstattCremfix (o/w)geschl.Lederhandschuhe bei Karosseriearbeiten; geschl. PVC-Handschuhe bei Arbeit mit BatteriesäureSeifexHautan-Plus (o/w)
Öl, Fett, Benzin, CKW
WaschhalleCremfix-Plus (w/o)GutexSeifgelHautan (o/w)
erhältlich bei: Mstr. Hase – Kundendienstabteilung

Die Benutzung von Hautschutz muss ständig vorgelebt und überwacht werden. Hierzu sind die Vorgesetzten verpflichtet, aber auch Betriebsrat, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und Sicherheitsbeauftragter aufgerufen.

Weitere Informationen über Auswahl und Einsatz von Hautschutz enthält die BG-Regel "Benutzung von Hautschutz" (BGR 197).

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