DGUV Information 209-004 - Sicherheitslehrbrief Umgang mit Gefahrstoffen (bisher...

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Abschnitt 17, 17 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Abschnitt 17
Sicherheitslehrbrief Umgang mit Gefahrstoffen (bisher: BGI 546)
Titel: Sicherheitslehrbrief Umgang mit Gefahrstoffen (bisher: BGI 546)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-004
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 17 – 17 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Im Rahmen des Gesundheitsschutzes sind Beschäftigte, die mit Gefahrstoffen umgehen, arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen zuzuführen, wenn die Stoffe

  • in der Anlage 1 zur Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge" (BGV A4/bisherige VBG 100),

  • im Anhang VI der Gefahrstoffverordnung

aufgeführt sind und die Auslöseschwelle überschritten ist.

Sie untergliedern sich in (nach BGV A4)

  • Erstuntersuchung vor Aufnahme der Tätigkeit,

  • Nachuntersuchungen in vorgeschriebenen Fristen während der Tätigkeit,

  • nachgehende Untersuchungen in vorgeschriebenen Fristen nach Beendigung einer Tätigkeit mit einer Exposition gegenüber krebserzeugenden Gefahrstoffen.

Diese Untersuchungen werden durch ermächtigte Ärzte durchgeführt.

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind unter bestimmten Voraussetzungen auch auf Verlangen des Versicherten durchzuführen.

Die Kosten der Vorsorgeuntersuchungen hat der Unternehmer zu tragen. Ausnahmen bestehen z.B. bei nachgehenden Untersuchungen nach einer Asbestexposition; bitte fragen Sie Ihre Berufsgenossenschaft.

Wurde eine Vorsorgeuntersuchung veranlasst, so hat der untersuchende Arzt

  • den Untersuchungsbefund schriftlich festzuhalten und den Versicherten über den Untersuchungsbefund zu unterrichten,

  • dem Unternehmer schriftlich zu bestätigen, dass eine Untersuchung stattgefunden hat,

  • im Falle gesundheitlicher Bedenken:

    • dem Unternehmer eine Überprüfung des Arbeitsplatzes zu empfehlen, wenn der Versicherte infolge der Arbeitsplatzverhältnisse gefährdet erscheint,

    • den Versicherten medizinisch zu beraten.

Der Unternehmer, der Versicherte länger als 3 Monate beschäftigt, die Umgang mit krebserzeugenden Stoffen oberhalb der Auslöseschwelle haben, hat diese - spätestens bis zum 30. Juni des folgenden Jahres - der Berufsgenossenschaft zu melden (BGV A4 § 13).

Versicherte, die Umgang mit Asbest haben oder hatten, werden über die zuständige Berufsgenossenschaft von der Zentralen Erfassungsstelle für asbeststaubgefährdete Arbeitnehmer (ZAS) und beim Umgang mit den sonstigen krebserzeugenden Gefahrstoffen von dem Organisationsdienst für nachgehende Untersuchungen (ODIN) betreut.