DGUV Information 209-003 - Metallbau-Montagearbeiten (bisher: BGI 544)

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Abschnitt 7.3, 7.3 Anschlagmittel
Abschnitt 7.3
Metallbau-Montagearbeiten (bisher: BGI 544)
Titel: Metallbau-Montagearbeiten (bisher: BGI 544)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-003
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.3 – 7.3 Anschlagmittel

Für das Anschlagen von Lasten mit Ketten, Drahtseilen oder Hebebändern bzw. -schlingen kann die Tragfähigkeit dieser Anschlagmittel aus der Kennzeichnung (Bild 7-1) oder den Belastungstabellen entnommen werden. Die Belastungstabellen (BGI 622) sollten auf der Baustelle vorliegen und gehören zum unverzichtbaren Informationsmaterial des Anschlägers.

Bild 7-1: Hebeband mit Kennzeichnung

Folgende Hinweise sind u. a. für den sicheren Transport mit Anschlagmitteln zu beachten:

Anschlagmittel

  • nicht über die zulässige Belastung beanspruchen,

  • nicht mit einem Neigungswinkel von mehr als 60 einsetzen,

  • nicht durch Knoten verbinden (verlängern oder verkürzen),

  • nicht über scharfe Kanten ziehen bzw. Kantenschutz verwenden (Zwischenlagen aus Holz, Kantenschoner oder Rohrhalbschalen einsetzen),

  • in Form von Ketten nur mit den dafür vorgesehenen Ketten-Verbindungsgliedern zusammenfügen (dafür weder Draht noch Schrauben verwenden),

  • bei Beschädigungen nicht weiter verwenden und zuverlässig aus dem Verkehr ziehen.

Das Umschlingen einer Last mit dem Tragmittel eines Hebezeuges (z. B. Winden- oder Kranseil) ist nicht zulässig. Tragmittel sind keine Anschlagmittel!

Anschlagmittel müssen regelmäßig geprüft werden. Unabhängig hiervon muss der Benutzer vor dem jeweiligen Gebrauch das Seil, die Kette oder das Hebeband einer Sichtprüfung unterziehen und sich davon überzeugen, dass sein "Werkzeug" in Ordnung ist. Durch Einwirkung äußerer Gewalt, Überlastung oder Witterung seit der letzten regelmäßigen Prüfung können Anschlagmittel inzwischen so beschädigt worden sein, dass ihre Weiterverwendung zum Bruch des Seils oder der Kette und zum Absturz von Lasten führen kann.

Ketten sind z. B. ablegereif bei:

  • mechanischen Beschädigungen durch Quetschung, Einkerbung oder Rissbildung

  • Deformation durch Verbiegen, Verdrehen oder Eindrücken, Dehnung durch Überlastung

  • Längung einzelner Kettenglieder oder der ganzen Kette um 5 % oder mehr

  • Abnahme der Gliedstärke an irgendeiner Stelle um mehr als 10 % (Verschleiß)

Stahldrahtseile als Anschlagmittel sind z. B. ablegereif bei:

  • Bruch einer Litze

  • Knicken, Quetschungen, Aufdoldungen, Kinken (Klanken), Rostschäden, z. B. Korrosionsnarben

  • starker Abnutzung der Seilendverbindung, z. B. der Presshülse, des Spleißes, heraustretender oder beschädigter Hanfeinlage

Hebebänder und Rundschlingen sind z. B. ablegereif bei:

  • Verformung durch Wärme, z. B. durch heiße Oberflächen oder Strahlung

  • Beschädigung der Ummantelung

  • Einfluss aggressiver Stoffe, wie Säuren, Laugen oder Lösemittel

Zubehörteile, wie Haken, Ösen und Beschlagteile an Seilen, Ketten und Hebebändern, sind z. B. ablegereif bei:

  • mechanischen Beschädigungen durch Quetschung, Einkerbung, Rissbildung und

  • Deformation durch Verbiegen, Verdrehen oder Eindrücken, z. B. Maulöffnung eines Hakens um 10 % erweitert

Weitere Informationen u. a.:

  • BG-Regel "Gebrauch von Anschlag-Drahtseilen" (BGR/GUV-R 151)

  • BG-Regel "Gebrauch von Anschlag-Faserseilen" (BGR/GUV-R 152)

  • BG-Information "Belastungstabellen für Anschlagmittel aus Rundstahlketten, Stahldrahtseilen, Rundschlingen, Chemiefaserhebebändern, Chemiefaserseilen, Naturfaserseilen" (BGI 622)

  • BG-Information "Gebrauch von Hebebändern und Rundschlingen aus Chemiefasern" (BGI 873)

  • BG-Information "Merkblatt für Seile und Ketten als Anschlagmittel im Baubetrieb" (BGI 876)