DGUV Information 209-003 - Metallbau-Montagearbeiten (bisher: BGI 544)

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Abschnitt 7.2, 7.2 Hebezeuge
Abschnitt 7.2
Metallbau-Montagearbeiten (bisher: BGI 544)
Titel: Metallbau-Montagearbeiten (bisher: BGI 544)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-003
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.2 – 7.2 Hebezeuge

Es dürfen nur Hebezeuge, z. B. Krane und Winden, eingesetzt werden, die eine ausreichende Tragfähigkeit besitzen. Die Lastgewichte müssen vor dem Heben bekannt sein.

Die Betriebsanleitung und Betriebsanweisung benötigt der Hebezeugführer am Einsatzort.

Kann der Hebezeugführer die Last nicht beobachten, übernehmen Einweiser diese Aufgabe. Die Verständigung ist durch Handzeichen oder Sprechfunk sicherzustellen.

Bei Überschneidung von Arbeitsbereichen mehrerer Hebezeuge sind die Arbeitsabläufe vorher festzulegen, und für eine einwandfreie Verständigung ist zu sorgen. Das gilt auch, wenn eine Last mit mehreren Kranen oder Winden gleichzeitig bewegt wird.

Transportieren von sperrigen oder langen Lasten, die sich verfangen können, erfordert das Führen mit Leitseilen.

Personenbeförderung darf nur mit dafür zugelassenen Hebezeugen und geprüften Arbeitskörben durchgeführt werden, siehe Typenschild und Betriebsanleitung. Die erste Inbetriebnahme von hochziehbaren Personenaufnahmemitteln ist der zuständigen Berufsgenossenschaft schriftlich anzuzeigen (Abschn. 4.8.1, Seite 21).

7.2.1 Besonderheiten beim Einsatz von Kranen

Über die allgemeinen Forderungen für Hebezeuge hinaus gilt u. a. für Krane:

  • Bedienung von Kranen nur durch ausgebildete und auf den speziellen Kran eingewiesene, mindestens 18 Jahre alte, körperlich und geistig geeignete und vom Unternehmer beauftragte Mitarbeiter

  • schriftliche Beauftragung der Mitarbeiter, die ortsveränderliche Krane bedienen

  • keine Überbrückung der Überlastsicherung

  • Abstützung von Fahrzeugkranen und LKW-Ladekranen auf tragfähigem Grund und waagerechte Ausrichtung; Benutzung von lastverteilenden Unterlagen

  • Einhaltung der Mindestabstände von Kranen und Fahrzeugen zu Baugruben und Gräben (Bild 3-4, Seite 13)

  • Berücksichtigung des Sicherheitsabstandes von 0,50 m zwischen sich bewegenden Teilen des Kranes und festen Teilen der Umgebung (Bauwerk, Gerüst, Materiallager O.Ä.); anderenfalls Absperrung der gefährdeten Bereiche

  • Beachtung von Sicherheitsabständen zu elektrischen Freileitungen (Abschn. 5.8, Seite 27)

7.2.2 Besonderheiten beim Einsatz von Winden und Seilblöcken

Winden, Hub- und Zuggeräte dienen zum Heben, Senken, Ziehen oder Drücken von Lasten. Eine Personenbeförderung mit diesen Geräten ist nur zulässig, wenn dies in der Betriebsanleitung ausdrücklich ausgewiesen ist. Typische Geräte sind Trommelwinden, Seil- und Kettenzüge, Klemmbackengeräte, Zahnstangenwinden und Umlenkrollen, ein- oder mehrfach eingeschert.

Jedes Gerät besitzt ein Typenschild, aus dem die Tragfähigkeit hervorgeht. Zusätzlich sind bei Seilwinden der Seildurchmesser und bei hydraulischen bzw. pneumatischen Winden die Betriebsdrücke angegeben. Weitere wichtige Informationen enthalten die Betriebsanleitungen, die am Einsatzort vorliegen müssen.

Beim Betrieb von Winden und Seilblöcken ist u. a. Folgendes zu beachten:

  • Beauftragung von geeigneten, mit dem Gerät vertraute Personen durch den Unternehmer

  • standsichere Aufstellung bzw. Befestigung nur an tragfähigen Konstruktionen;
    u. U. ist ein schriftlicher Nachweis erforderlich

  • max. 4 (1:15) seitliche Ablenkung des Tragseils an der Auflaufstelle der Seiltrommel

  • Prüfung von Notendhalteinrichtungen durch den Geräteführer vor jeder Arbeitsschicht

  • kein direktes Anschlagen der Last mit dem Hubseil bzw. mit der Hubkette

  • kein Verlassen des Steuerstandes bei schwebender Last oder Absperrung des Gefahrbereiches und Sicherung der Steuereinrichtung

  • bei Trommelwinden Benutzung der Hilfsbremse beim Ablassen des leeren Hakengeschirrs bzw. Abziehen des unbelasteten Seiles

Weitere Informationen u. a.:

  • Unfallverhütungsvorschrift "Krane" (BGV D6)

  • Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8)

  • BG-Regel "Hochziehbare Personenaufnahmemittel" (BGR 159)

  • BG-Grundsatz "Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern" (BGG 921)

  • BG-Information "Kranführer" (BGI 555)

  • BG-Information "Anschläger" (BGI 556)

  • BG-Information "Sicherer Betrieb von Lkw-Ladekranen" (BGI 610)