DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.2, 3.2 Sicherheitsdatenblatt
Abschnitt 3.2
Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Titel: Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.2 – 3.2 Sicherheitsdatenblatt

Das Sicherheitsdatenblatt ist für den Verwender von Gefahrstoffen die zentrale Informationsquelle über die damit verbundenen Gefahren. Es ist vom Hersteller oder Einführer von Gefahrstoffen

  • spätestens bei der ersten Lieferung,

    also unaufgefordert,

  • in deutscher Sprache,

  • kostenlos und

  • mit Datum versehen

dem Verwender von Gefahrstoffen schriftlich oder auf Datenträger zu übermitteln. Das gilt auch, wenn der Lieferant nicht in Deutschland ansässig ist.

Das Sicherheitsdatenblatt muss folgende Angaben in nachfolgender Reihenfolge enthalten:

  1. 1.

    Bezeichnung des Stoffes bzw. der Zubereitung und des Unternehmens

  2. 2.

    Mögliche Gefahren

  3. 3.

    Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen

  4. 4.

    Erste-Hilfe-Maßnahmen

  5. 5.

    Maßnahmen zur Brandbekämpfung

  6. 6.

    Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung

  7. 7.

    Handhabung und Lagerung

  8. 8.

    Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstung

  9. 9.

    Physikalische und chemische Eigenschaften

  10. 10.

    Stabilität und Reaktivität

  11. 11.

    Toxikologische Angaben

  12. 12.

    Umweltbezogene Angaben

  13. 13.

    Hinweise zur Entsorgung

  14. 14.

    Angaben zum Transport

  15. 15.

    Rechtsvorschriften

  16. 16.

    Sonstige Angaben

Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen in engen Räumen können fast alle Angaben im Sicherheitsdatenblatt bedeutsam sein.

So ist z.B. bei der Planung der Arbeiten der Punkt 4. "Erste-Hilfe-Maßnahmen" immer mit zu berücksichtigen.

Andere wichtige Daten sind nicht so schnell auffindbar, wie folgende Beispiele zeigen:

Kennzeichnung des Produktes

Im Punkt 15. "Rechtsvorschriften" ist die vorgeschriebene Kennzeichnung der Gebinde aufgeführt. Die Abkürzungen (z.B. Xn oder F) sowie die Texte zu den R- und S-Sätzen werden aber unter Punkt 16. "Sonstige Angaben" erklärt.

Flammpunkt

Angaben zum Flammpunkt findet man unter Punkt 9. "Physikalische und chemische Eigenschaften".

Explosionsgrenzen

Angaben zu den Explosionsgrenzen (z.B. untere Ex-Grenze, UEG, LEL) findet man unter Punkt 9. "Physikalische und chemische Eigenschaften".

Lösemittelgehalt

Zum Lösemittelgehalt gibt es - wenn überhaupt - nur recht versteckt Angaben. Einige Hersteller führen den Lösemittelgehalt am Ende unter Punkt 9."Physikalische und chemische Eigenschaften" auf. Eine andere Möglichkeit besteht, unter Punkt 15. "Vorschriften" nachzuschauen. Dort werden bei den Angaben zum Immissionsschutz (TA-Luft oder VOC-Gehalt) die bei der Verarbeitung frei werdenden Stoffe - in der Regel Lösemittel - entsprechend ihrer Umweltgefährlichkeit in drei verschiedene Klassen eingeteilt. Zählt man die Prozentzahlen dieser Klassen zusammen, so erhält man den Lösemittelgehalt. Einfacher ist es, im normalen Produktdatenblatt unter dem Begriff "Gewichtsfestkörper" nachzuschlagen. Hierin steht, was vom Produkt nach der Trocknung übrig bleibt. Aus der Differenz zu 100 % erhält man den Lösemittelgehalt.

Lösemittelzusammensetzung

Hinweise zur Zusammensetzung findet man unter Punkt 8. "Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstung" beim Stichwort "Bestandteile mit arbeitsplatzbezogenen, zu überwachenden Grenzwerten". Eine andere Möglichkeit, die Lösemittelzusammensetzung zu erfahren, besteht darin, unter Punkt 2. "Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen" nachzulesen. Dort werden jedoch nicht nur die Lösemittel, sondern alle enthaltenen Gefahrstoffe aufgeführt. Für die Angabe des Lösemittelgehaltes ist nach der Gefahrstoffverordnung eine Bereichsangabe (z.B. < 2,5 %, 5 - 10 %, > 25 %) ausreichend.

pH-Wert

Angaben zum pH-Wert (Säuregrad) findet man unter Punkt 9. "Physikalische und chemische Eigenschaften". Zu beachten ist, dass nur wässrige Produkte einen pH-Wert haben. Sonst ist unter diesem Punkt ein Strich oder die Angabe "Nicht zutreffend" (n. z.) oder "Nicht anwendbar" (n. a.) eingefügt.

Persönliche Schutzausrüstung

Falls bei Tätigkeiten mit dem Gefahrstoff auf persönliche Schutzausrüstungen zurückgegriffen werden muss, ist unter Punkt 8. angegeben, welche Ausrüstung einen angemessenen Schutz gewährleistet.

Konkret heißt das: der Lieferant muss beim Atemschutz auf den Filtertyp und die Schutzklasse hinweisen.

Welcher Filter dann im konkreten Fall vor Ort zum Einsatz kommt, muss der Arbeitgeber verantworten. Für Handschuhe müssen die Handschuhmaterialen (genaue Bezeichnung des Werkstoffs und Materialdicke) und die Durchdringungszeit des Stoffes (in Abhängigkeit von Stärke und Dauer der Belastung) angegeben sein.

Da persönliche Schutzausrüstungen nach EU-einheitlichen Normen klassifiziert und geprüft werden, soll auf diese Normen Bezug genommen werden. Das gilt auch, wenn Augenschutz oder Körperschutz notwendig sind.

Maßnahmen zum Schutz der Haut und allgemeine Hygienemaßnahmen sind ebenfalls unter Punkt 8. zu finden.

Zur Verarbeitung von Mehrkomponentenprodukten geben die meisten Hersteller keine Hinweise in Bezug auf dazugehörige Härter, Verdünner oder Reiniger. Ferner sind Sicherheitsdatenblätter für die gebrauchsfähige Mischung nur in Ausnahmefällen erhältlich. Unter Hinweis auf die Gefahrstoffverordnung sollte versucht werden, vom Hersteller ein entsprechendes Sicherheitsdatenblatt zu bekommen.

Aber wie beurteilt man nun ein Produkt, bei dem man die Grundkomponente und den Härter in einem Verhältnis von 80 zu 20 mischen soll und um eine spritzfertige Konsistenz zu erhalten, noch 10 % Verdünnung hinzufügen muss? Meistens bleibt einem in der Praxis nichts anderes übrig, als aus dem Produktdatenblatt das Mischungsverhältnis zu entnehmen und unter Zuhilfenahme der einzelnen Sicherheitsdatenblätter die Werte herauszufinden.

Bezüglich des Flammpunktes und der unteren Explosionsgrenze (UEG) ist man immer auf der "sicheren Seite", wenn man den niedrigsten Wert aller zur Mischung gehörenden Bestandteile für das gesamte gemischte Produkt annimmt.

Eine Möglichkeit, an die entsprechenden Informationen zu gelangen, um besonders gefährliche Stoffe auf dem Vorwege auszuschließen, kann eine entsprechende technische Lieferbedingung, die Vertragsbestandteil ist, sein. Kleinere Firmen sollten hierbei mit dem Hauptauftraggeber (z.B. der Werft) zusammenarbeiten, da in der Regel auch dieser immer ein Interesse an einer Schadstoffbegrenzung hat.