DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)

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Abschnitt 9.2, 9.2 Rettungsmaßnahmen
Abschnitt 9.2
Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Titel: Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9.2 – 9.2 Rettungsmaßnahmen

Zur Rettung aus engen Räumen sind auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung geeignete Rettungseinrichtungen bereitzuhalten.

Geeignet sind z.B.

  • für Rettung in vertikaler Richtung: Anschlageinrichtungen (z.B. Dreibein), Rettungshubgeräte und Rettungsgurte bzw. Fußschlaufen,

  • für Rettung in horizontaler Richtung: Schleifkörbe, Rettungswannen,

  • für den seitlichen Einstieg: Rettungsrutschen.

Da in den meisten Fällen eine schnelle Rettung erforderlich ist, sollte die Ausrüstung vor Ort bereitgehalten werden. Dies ermöglicht ein unverzügliches Retten. Das Bereithalten an zentraler Stelle, z.B. bei der Werkfeuerwehr, ist nur sinnvoll, wenn bei den Arbeiten in engen Räumen weder Gefahrstoffeinwirkungen noch Sauerstoffmangel auftreten können.

Sollte die Benutzung von PSA zum Retten erforderlich sein, muss zur Gewährleistung einer schnellen Rettung der Rettungsgurt bereits vor Beginn der Arbeiten angelegt und mit dem Rettungshubgerät verbunden werden. Auf eine ständige Verbindung von Gurt und Rettungsgerät kann verzichtet werden, wenn dadurch eine zusätzliche Gefährdung entsteht, z.B.

  • bei gleichzeitigem Arbeiten mehrerer Personen im Behälter (die Benutzung mehrerer Seile kann zur gegenseitigen Behinderung führen),

  • durch Einbauten in den Räumen oder Behältern, die zum Verfangen des Seiles führen können

    und

  • durch ungünstige örtliche Gegebenheiten, die häufige Richtungsänderungen erfordern (z.B. verwinkelte Innenräume).

Wenn das Anlegen des Rettungsgurtes bereits beim Einstieg in den engen Raum nicht möglich ist, sind andere Maßnahmen vorzusehen, die ein schnelles Retten ermöglichen, z.B.

  • das Bereithalten von geeignetem Atemschutz, um Rettungsmannschaften das Erreichen und Retten der Personen, die sich in einer Notlage befinden, unverzüglich zu ermöglichen,

  • das Bereithalten von Ausrüstung, die ein schnelles Erreichen des Behälterinneren ermöglicht, z.B. Ausrüstung zum Auftrennen der Behälterwandung.

Bei Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten ist die BG-Regel "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen" (BGR 199) zu beachten. Wichtig zu wissen ist, dass persönliche Schutzausrüstungen zum Retten keine persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz sind. Bei Absturzgefahr sind zusätzlich persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz zu benutzen.

Auch darf nicht übersehen werden, dass Rettungskräfte ohne unabhängig von der Umgebungsatmosphäre wirkenden Atemschutz nur einsteigen dürfen, wenn keine gefährliche Gefahrstoffkonzentration oder Sauerstoffmangel vorliegt.