DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)

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Abschnitt 3, Gefährdungsbeurteilung Beurteilung der Arbeitsb...
Abschnitt 3
Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Titel: Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – Gefährdungsbeurteilung
Beurteilung der Arbeitsbedingungen

Welche Schutzmaßnahmen beim Arbeiten in engen Räumen erforderlich sind, lässt sich erst aufgrund einer Gefährdungsbeurteilung erkennen. Die Verpflichtung, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz. Das Wort "Gefährdungsbeurteilung" steht synonym (gleichbedeutend) für Beurteilung der Arbeitsbedingungen und beinhaltet sowohl die Gefährdungsermittlung als auch die Risikoabschätzung und Risikobewertung.

Wenn über auftretende Gefährdungen bei Arbeiten in engen Räumen gesprochen wird, meint man damit, dass sich Personen bei diesen Arbeiten verletzen oder gesundheitlich schädigen können. Das ist nur möglich, wenn verletzungsbewirkende Energien - so genannte Gefährdungsfaktoren - vorliegen und gleichzeitig noch Mängel, z.B. in der Organisation, technischen Sicherheit, Funktionssicherheit usw., auftreten. Diese sichtbaren bzw. erkennbaren Mängel werden als Gefahr bringende Bedingungen bezeichnet.

Das von einer Gefährdung ausgehende Risiko ist einerseits abhängig vom Ausmaß des möglichen Schadens (Verletzung oder Erkrankung) und andererseits von der Wahrscheinlichkeit, dass der Schaden unter den vorliegenden Arbeitsbedingungen beim Arbeiten in engen Räumen eintritt. Das jeweilige Risiko ist abzuschätzen und zu bewerten. Es geht dabei um die Frage, ob das Risiko akzeptabel ist oder nicht. Ist das Risiko akzeptabel, liegt Sicherheit vor. Ist es nicht akzeptabel, ist eine Gefahr bzw. Gefahrensituation vorhanden. Nun ist es bzw. wird es gefährlich. Dann muss etwas getan werden, d.h. geeignete Schutzmaßnahmen müssen getroffen werden, damit es nicht zum Unfall oder zur Erkrankung kommen kann.

Bild 3-1: Gefährdungsbeurteilung

Vor einer Risikobewertung ist immer zu hinterfragen, ob in Arbeitsschutzvorschriften oder Regeln Grenzwerte angegeben oder zu treffende Schutzmaßnahmen vorgegeben sind. Für Arbeiten in engen Räumen ist dies größtenteils der Fall. Sind die dort aufgeführten Maßnahmen nicht umgesetzt oder werden die angegebenen Grenzwerte nicht eingehalten, liegt stets eine Gefahr, d.h. ein nicht akzeptables Risiko, vor.

Bei der Gefährdungsbeurteilung sollten der gesamte Arbeitsablauf - vom Auftragseingang bis zur Übergabe - betrachtet werden. Ziel ist es, die wirklichen Ursachen für mögliche Unfälle und Erkrankungen herauszufinden. Diese Ursachen sind zumeist in der Organisation begründet, wirken sich jedoch erst später bei der Durchführung der Arbeiten aus. Folglich müssen auch die Arbeitsvorbereitung und Arbeitsplanung mit betrachtet werden. In dieser Phase fallen grundlegende Entscheidungen, wie die Arbeiten durchzuführen, welche Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe, Personen wann, wobei und wie bereitzustellen bzw. einzusetzen sind usw.

Bild 3-2: Vorgehensweise bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

Werden bei der späteren Arbeitsausführung Gefahren erkannt, sind diese sofort zu beseitigen. Außerdem ist zu analysieren, warum die Gefahren auftreten konnten bzw. bei der Gefährdungsbeurteilung nicht berücksichtigt wurden. Anschließend sind entsprechende Korrekturmaßnahmen vorzunehmen, damit es bei zukünftig durchzuführenden Arbeiten in engen Räumen sicher zugehen kann.