DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)

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Abschnitt 6.5, 6.5 CO2-Strahlen
Abschnitt 6.5
Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Titel: Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.5 – 6.5 CO2-Strahlen

Zum Beschichten, z.B. von Schiffssektionen, ist eine vorgegebene Oberflächenqualität erforderlich. Diese wird zumeist durch manuelles Entfetten, Einsatz von Handmaschinen mit rotierenden Bürsten oder Strahlen mit Granulat hergestellt. Bei diesen Arbeiten sind alle beteiligten Personen im Arbeitsumfeld sowohl einer erhöhten Staub- als auch einer Lärmbelastung ausgesetzt. Ferner treten beim Bürsten über Kopf besondere körperliche Belastungen und Zwangshaltungen auf.

Das CO2-Strahlen hat demgegenüber einige Vorteile. Bei diesem Verfahren wird Trockeneisgranulat in gut isolierenden Transportbehältern zwischengelagert, zum Einsatzort gebracht und dort in den Vorratsbehälter einer Strahlanlage gefüllt. Darin wird das Trockeneisgranulat als Pellets in einen Druckluftstrom eindosiert und durch eine Hochleistungsdüse mit hoher Geschwindigkeit auf die zu reinigende Oberfläche geschossen.

Beim Auftreffen der Pellets kühlt die Oberfläche ab. Folglich verspröden die anhaftenden Teile, wie Schmutz, Rost etc. Die Pellets gehen dabei sofort vom festen Zustand in die gasförmige Phase über.

Mit dieser Phasenumwandlung ist eine starke Volumenzunahme verbunden. Dadurch bedingt wird der versprödete Belag rückstandsfrei von der Oberfläche abgelöst und mit dem Druckluftstrom weggeführt.

Vorteile des CO2-Strahlens sind

  • geringer Staubanfall,

  • Wegfall der körperlich belastenden Tätigkeiten beim Bürsten über Kopf und

  • Einsatz weniger Leute im Lärmbereich.

Gefährlich kann jedoch die Ansammlung von CO2 in den Räumen sein.

Um das zu verhindern, dürfen diese Arbeiten im Schiffsneubau nur in Deckssektionen, nicht aber in Doppelbodentanks etc. stattfinden.

Dabei ist insbesondere sicherzustellen:

  • Die Arbeiten sind von einem Aufsichtführenden mit entsprechender Fachkunde zu überwachen.

  • Die Strahlarbeiten sind außerhalb der normalen Arbeitszeiten durchzuführen.

  • Eine kontinuierliche CO2-Konzentrationsmessung mit Alarmgebern innerhalb und außerhalb der Räume, mit der Möglichkeit zur Stillsetzung der Anlage vom Ort der Messanzeige, ist zu gewährleisten.

  • Der Raum ist wirksam technisch zu be- und entlüften. Um Strömungsverluste zu vermeiden, sind möglichst kurze, gerade Schlauchleitungen mit einem Mindestdurchmesser von 300 mm zu verlegen. Darüber hinaus sind nur unbeschädigte Schläuche einzusetzen.

  • Öffnungen zu anderen Räumen sind z.B. durch Folien abzukleben.

  • In einem Raum mit Einbauten ist durch zusätzliche, im Raum aufzustellende Lüfter, dafür zu sorgen, dass eine gute Durchströmung gewährleistet ist.

  • Räume unterhalb des zu bearbeitenden Raumes sind entsprechend abzusperren. Diese Absperrungen können sich auf ein Deck unter dem Raum beschränken. Voraussetzung hierfür ist, dass dieses Deck natürlich belüftet ist. Bei dem Vorhandensein von Bilgen unterhalb des zu bearbeitenden Raumes sind technische Lüftungseinrichtungen zu installieren. Die Wirksamkeit dieser Lüfter ist ebenfalls zu überprüfen.

  • Die Luftströmungen innerhalb des Raumes sind vor Aufnahme der Arbeiten durch Rauchröhrchen etc. zu kontrollieren. Während der Arbeiten selber können diese Kontrollen durch z.B. aufgehängte Fäden, Bänder erfolgen. Durch den Einsatz von Rauchröhrchen oder analogen Maßnahmen kann gleichzeitig sichergestellt werden, dass so genannte Strömungstotzonen erkannt und dann lüftungstechnische Maßnahmen eingeleitet werden.

  • Die Abluft ist ins Freie zu leiten. Der Bereich unmittelbar um den Lüfter (5 m) ist entsprechend abzusichern.

  • Die in dem Raum beschäftigten Mitarbeiter haben von der Umgebungsatmosphäre unabhängig wirkenden Atemschutz zu benutzen.

  • Nach Abschluss der Arbeiten ist der Raum auf mögliche CO2-Konzentrationen zu kontrollieren. Dies gilt auch für die angrenzenden Räume.

  • Die Freigabe des Raumes für nachfolgende Arbeiten ist zu dokumentieren.