DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)

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Abschnitt 5.1, 5 Technische Maßnahmen 5.1 Abtrennen der enge...
Abschnitt 5.1
Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Titel: Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5 Technische Maßnahmen

5.1 Abtrennen der engen Räume

Beim Arbeiten in engen Räumen können Gefahren dadurch entstehen, dass Stoffe

  • in gefährlichen Konzentrationen oder Mengen,

  • mit gefährlichen Temperaturen oder Drücken

einströmen. Deshalb sind vor dem Beginn der Arbeiten die Verbindungen mit anderen Räumen, Behältern und Leitungen, durch die solche Stoffe eindringen können, wirksam zu unterbrechen.

Eine Absperrung von Zuleitungen durch einfache Ventile, Hähne oder Schieber genügt nicht. Vielmehr sind im Allgemeinen die Leitungen, z.B. durch Herausnehmen von Zwischenstücken oder durch Lösen der Flanschverbindungen mit dem Raum bzw. Behälter, zu unterbrechen.

Ein Abtrennen ist immer erforderlich, wenn die Bildung explosionsfähiger Atmosphäre nicht ausgeschlossen werden kann.

5.1.1
Doppelte Absperreinrichtungen

Bei kurzzeitigen Arbeiten kann die Unterbrechung der Verbindungen auch durch zwei hintereinander liegende Absperreinrichtungen erfolgen:

  • Wenn vor den Absperreinrichtungen ein Druckaufbau nicht möglich ist, können die Absperreinrichtungen ohne Zwischenentspannung verwendet werden.

  • Wenn vor den Absperreinrichtungen ein Druckanstieg möglich ist oder ein Betriebsdruck ansteht, muss zwischen den Absperreinrichtungen eine ausreichend große Verbindung mit der Außenluft bestehen, die eine Entspannung sicherstellt.

Entspannungsleitungen sind so zu verlegen, dass durch austretende Medien Personen nicht verletzt werden können.

Nur wenn die Beschäftigten bei Undichtigkeit der Unterbrechung nicht gefährdet werden können, z.B. durch Wasserzufluss bei geringem Rohrquerschnitt, genügt eine einzelne Absperreinrichtung oder eine Hilfsabsperrung, z.B. durch Blasen oder Pfropfen.

5.1.2
Sicherung der Absperreinrichtungen

Um ein unbeabsichtigtes, unbefugtes oder irrtümliches Öffnen der Absperreinrichtungen auszuschließen, sind Handräder oder sonstige Betätigungsorgane, z.B. durch Kette mit Schloss, zu sichern (Bild 5-1). Außerdem ist durch Warnschilder darauf hinzuweisen, dass die Absperreinrichtungen nicht betätigt werden dürfen, bis die Arbeiten in dem engen Raum abgeschlossen sind.

Bild 5-1: Abtrennen eines Kessels durch Absperreinrichtungen. Die Handräder sind durch Kette und Schloss gegen unbeabsichtigtes oder irrtümliches Betätigen gesichert. Außerdem sind Warnschilder angebracht

5.1.3
Verwendung von Steckscheiben und Blindlinsen

In Einzelfällen, z.B. bei großen, schweren Leitungen, kann die Unterbrechung von Rohrleitungen auch durch Einsetzen von Steckscheiben oder Blindlinsen erfolgen, bei deren Verwendung die Dichtheit während der Arbeiten im engen Raum überwacht werden muss.

Abmessungen und Werkstoff der Steckscheiben und Blindlinsen sind dabei so zu wählen, dass sie

  • auch bei betrieblich zu erwartenden seitlichen Verschiebungen zuverlässig abdichten

    und

  • den einseitig oder beidseitig auftretenden Drücken, Temperaturen und stofflichen Beanspruchungen standhalten.

Bei Steckscheiben müssen die Angaben über Abmessungen und wichtige Eigenschaften auf dem Stiel angebracht sein, der nach dem Einbau der Scheiben gut sichtbar seitlich aus den Flanschen herausragen muss.

5.1.4
Arbeiten ohne Abtrennung

In Ausnahmefällen kann eine wirksame Unterbrechung aus betriebstechnischen Gründen nicht möglich sein, z.B. bei Rohrleitungen in Abwasseranlagen. Ein Arbeiten in solchen Räumen ist dann jedoch nur zulässig, wenn die Gefährdung der Beschäftigten durch Lüftung, persönliche Schutzausrüstungen und weitere Maßnahmen ausreichend beseitigt ist.