DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)

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DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen
DGUV Information 213-001 - Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Titel: Arbeiten in engen Räumen (bisher: BGI 534)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Arbeiten in engen Räumen
(bisher: BGI 534)

Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften

Stand der Vorschrift: 2008

Vorwort

Das Unfallgeschehen verdeutlicht, dass Arbeiten in engen Räumen zu den gefährlichsten überhaupt gehören.

Dies zeigen auch folgende Unfallbeispiele auf:

Ein Schlosser führte über einen längeren Zeitraum Anwärmarbeiten mit einem Autogenbrenner in einem gereinigten, verwinkelten Tank aus. Weil es schwierig war, die Lüftung anzuordnen, verzichtete man darauf. Auch wurde die Notwendigkeit dazu nicht gesehen. Der Mann atmete während der Tätigkeit nitrose Gase (NOx) ein. Diese Gase bildeten sich an der heißen Oberfläche der Flamme aus dem Sauerstoff und dem Stickstoff der Luft. Später nach Feierabend klagte er über Atemnot. Der herbei gerufene Arzt wies ihn in ein Krankenhaus ein. Dort verstarb er wenige Stunden später an der NOx-Vergiftung.

In einem Tank führten Schiffbauer Brennarbeiten durch. Zur Mittagspause schalteten sie die Lüfter zur Be- und Entlüftung des Tanks ab, ließen aber den Brenner mit den angeschlossenen, unter Druck stehenden Schläuchen darin liegen. Unbemerkt trat Sauerstoff aus. Als später ein Schlosser als Erster wieder einstieg, um darin Schleifarbeiten auszuführen, erlitt er tödliche Brandverletzungen.

Ein Mechaniker musste von außen an einem Behälterfahrzeug Instandsetzungsarbeiten durchführen. Der Behälter war mit Stickstoff inertisiert. Um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung sei, stieg er auf den Behälter, öffnete den Deckel und beugte sich hinein. Dabei verlor er sofort das Bewusstsein. Andere Personen fanden ihn später oben liegend tot vor.

Ein Farbspritzer trug mit der Spritzpistole in einem Tank die erste Farbschicht auf. Aufgrund der kühlen Witterung wurde der Farbe zusätzlich noch ein leichtentzündliches Verdünnungsmittel beigegeben. Die Beleuchtung im Tank war nicht exgeschützt. Während der Arbeiten kam es im Innern zur Explosion. Der Farbspritzer erlitt schwerste Verletzungen.

Ein Schweißer führte in einem engen Tank Schutzgasschweißarbeiten durch. Damit keine Schweißperlen haften bleiben, sprühte er die Oberfläche mit einem Trennmittel ein. Das Trennmittel befand sich in einer mit Treibgas gefüllten Dose. Während der Arbeiten fiel eine Schweißperle auf diese Dose. Die Dose explodierte. Der Schweißer erlitt schwerste Gesichtsverletzungen.

Für Kontrollarbeiten in einem Tank benutzte ein Mechaniker eine Handleuchte (Kabellampe). Diese hatte er an eine 220 V Steckdose angeschlossen. Im Tank bekam er plötzlich einen elektrischen Schlag. Er fiel hin und ließ die Lampe los. Dabei schlug er mit dem Kopf gegen ein Bauteil und verletzte sich schwer.

Um diese oder ähnliche Unfälle zukünftig zu verhindern, ist vor Beginn der Arbeiten immer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Dabei sind

  • die auftretenden Gefährdungen zu ermitteln und

  • das aus den Gefährdungen resultierende Risiko zu beurteilen und zu bewerten.

Darauf aufbauend sind dann geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten und umzusetzen.

Diese Informationsschrift gibt Hinweise, was, wann und wie getan werden sollte, damit bei Arbeiten in engen Räumen keine Unfälle und Erkrankungen auftreten.

Bild 1: Arbeiten in engen Räumen sind sehr gefährlich

Bild 2: Anzahl der Unfälle in Abhängigkeit von der Raumgröße

Redaktionelle InhaltsübersichtAbschnitt
  
Was sind enge Räume?1
Was zählt zu den Arbeiten in engen Räumen?2
Gefährdungsbeurteilung (Beurteilung der Arbeitsbedingungen)3
Welche Gefährdungen können beim Arbeiten in engen Räumen auftreten?3.1
Sicherheitsdatenblatt3.2
Freimessen3.3
Erlaubnisschein, Betriebsanweisung3.4
Einbeziehung von Fachkundigen und Sachverständigen3.5
Organisatorische Maßnahmen 4
Leitung, Aufsicht4.1
Sicherungsposten4.2
Unterweisung4.3
Kennzeichnung von Arbeitsbereichen4.4
Aufhebung von Schutzmaßnahmen4.5
Vergabe von Arbeiten an Fremdfirmen4.6
Koordinierung der Arbeiten4.7
Technische Maßnahmen 5
Abtrennen der engen Räume5.1
Entleeren und Reinigen5.2
Gefahr bringende Einrichtungen5.3
Lüftungstechnische Maßnahmen5.4
Explosionsschutz5.5
Ableiten und Abfackeln brennbarer Gase und Dämpfe5.6
Ausblasen von Gasen und Dämpfen, Inertisieren5.7
Brandschutz5.8
Biologische Gefahren5.9
Absturzgefahren/ Gefahren durch Versinken oder Verschütten5.10
Auswahl von Arbeitsmitteln und -verfahren 6
Elektrische Betriebsmittel6.1
Schweißen in engen Räumen6.2
Arbeiten in Rohrleitungen6.3
Einnahme von Zwangshaltungen und Gesundheitsgefahren durch erhöhte körperliche Belastung6.4
CO2-Strahlen6.5
Arbeiten an Tankheizungen6.6
Persönliche Schutzausrüstungen7
Atemschutz7.1
Schutzkleidung7.2
Hautschutz7.3
Sonstige persönliche Schutzausrüstungen7.4
Hygienische Schutzmaßnahmen8
Zugangsöffnungen, Rettungs- und Notfallmaßnahmen 9
Zugangsöffnungen9.1
Rettungsmaßnahmen9.2
Notfallmaßnahmen9.3
Dokumente und Erlaubnisscheine (Muster)10
Vorschriften und Regeln11