DGUV Information 209-001 - Sicherheit beim Arbeiten mit Handwerkszeugen (bisher:...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.3, 3.3 Handschutz für Meißel
Abschnitt 3.3
Sicherheit beim Arbeiten mit Handwerkszeugen (bisher: BGI 533)
Titel: Sicherheit beim Arbeiten mit Handwerkszeugen (bisher: BGI 533)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.3 – 3.3 Handschutz für Meißel

3.3.1
Ausführungsarten

Beim Meißeln besteht die Gefahr, dass

  • bei Fehlschlägen der Hammer die Hand trifft und

  • beim Abrutschen des Meißels die Hand auf das Werkstück schlägt.

Verletzungen können durch Benutzung eines Handschutzes wirksam vorgebeugt werden. Häufig werden Handgriffe verwendet, die tellerartig erweitert sind, um bei Fehlschlägen den Schlag des Hammers auf die Hand abzufangen.

Der Handschutz kann fest auf dem Meißel aufgeklebt sein. Auch kann er aufsteckbar sein und damit für verschiedene Meißel, insbesondere solche mit abweichenden Querschnitten, verwendet werden (Bild 3-2).

Bild 3-2: Links - aufsteckbarer Handschutz für Meißel, nicht verschiebesicher befestigbar Rechts - aufgeklebter Handschutz mit Meißel, nicht abrollsicher

Probleme ergeben sich bei aufgesteckten Handschutzgriffen, die nicht durch Verklebungen unverrückbar auf dem Meißel befestigt sind. Mit jedem Schlag wandert der Handschutz in Richtung Schlagende und muss öfter wieder in Position gebracht werden.

Um ein Abrollen des Meißels zu erschweren, z.B. beim Ablegen auf einem Gerüst, müssen die Handschutzteller mit Abflachungen an ihren Rändern versehen sein (Bild 3-3).

Bild 3-3: Links - aufgeklebter, abrollsicherer Handschutz mit Meißel, stärkeren Verformungen bei Fehlschlägen im Bereich der Finger wird durch dickere Tellerwandung im Innenbereich begegnet Rechts - aufklebbarer Handschutz für Meißel mit erhöhtem Schutz der Finger bei Fehlschlägen durch Abstand mittels zweitem Teller

Zusätzliche Gefahren bestehen durch wegspringende Splitter und damit verbundene Hand- und Augenverletzungen (Bild 3-4).

Zur Vorbeugung sollte daher bei Meißelarbeiten eine Schutzbrille getragen werden (Bild 3-5).

Bild 3-4: Meißeln mit Handschutz und Schutzbrille

Bild 3-5: Gebotsschild "Augenschutz benutzen"

3.3.2
Das Meißeln mit Handschutz

Es wird behauptet, wer meißeln könne, würde sich auch nicht auf die Hand schlagen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass jedem, der mit Meißeln umgeht, gelegentlich ein Fehlschlag unterläuft. Auch kleinere Verletzungen, die insbesondere Daumen und Fingergelenke betreffen, können schwer wiegende Folgen haben.

Sicherlich gibt es zuweilen Meißelarbeiten, bei denen so viel Handlichkeit, Bewegungsfreiheit und Feingefühl gefordert sind, dass ein Handschutz als hinderlich angesehen werden könnte. Bei diesen Arbeiten sind im Allgemeinen die aufzuwendenden Schlagenergien so gering, dass ein leichter Handschutz - gelegentlich auch ein Schutzhandschuh - genügt.

Schwere Meißelarbeiten - beispielsweise in Gießereien, bei der Maschinenmontage, auf dem Bau - erfordern den Einsatz von schweren Hämmern: Ein Fehlschlag führt zu einer entsprechend schweren Verletzung, möglicherweise zu Knochenbrüchen.

3.3.3
Vor der Auswahl erproben

Jede der im Handel erhältlichen Ausführungen eines solchen Handschutzes hat ihre typischen Gebrauchseigenschaften und ihre besondere Eignung. Deshalb muss der Handschutz erprobt werden. Dem Betrieb, der einen Handschutz einführen möchte, wird empfohlen, mit jeder Ausführung zunächst Versuche zu machen. Dann sollte die von den Benutzern bevorzugte Ausführung beschafft werden. So ist die Gewähr gegeben, dass der Handschutz auf Dauer benutzt wird.

Die schweren Ausführungen des Handschutzes eignen sich beispielsweise für Stemmarbeiten im Baubereich (Bilder 3-6 und 3-7). Diese Meißel sind lang, als Schlagwerkzeuge dienen Hämmer mit einer Masse von 1000 g und mehr.

Die leichteren Ausführungen des Handschutzes, insbesondere für kürzere Meißel, werden im Maschinenbau benutzt.

Ein Handschutz mit kleinem Teller eignet sich vornehmlich für komplizierte Arbeiten, bei denen feinfühliges Handhaben des Meißels und ungehinderter Blick zur Bearbeitungsstelle im Vordergrund stehen.

Ein anderer Handschutz ist nach oben durch eine Schale erweitert, die als Fangeinrichtung für abspringende Splitter dient.

Bild 3-6: Bei Stemmarbeiten am Mauerwerk müssen Handschutz und Schutzbrille benutzt werden

Bild 3-7: Handschutz mit Splitterfangkorb für schwere Meißelarbeit