DGUV Information 208-003 - Steh-Kassenarbeitsplätze BGHW-Kompakt M 87 (DGUV Info...

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Abschnitt 6, Arbeitsmittel
Abschnitt 6
Steh-Kassenarbeitsplätze BGHW-Kompakt M 87 (DGUV Information 208-003)
Titel: Steh-Kassenarbeitsplätze BGHW-Kompakt M 87 (DGUV Information 208-003)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-003
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – Arbeitsmittel

Scanner arbeiten mit Laserstrahlung. Die Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" BGV B 2 ist zu beachten. Instandhaltungsarbeiten an Scannern dürfen nur durch Fachbetriebe durchgeführt werden. Der Lesebereich fest installierter Scanner muss im bevorzugten Arbeitsbereich liegen. Handscanner sind so zu installieren, dass sie im vorgesehenen Arbeitsbereich eingesetzt werden können. Handscanner müssen leicht erreichbar im Arbeitsbereich abgelegt werden können. Wird im Verkehrsweg gescannt, dürfen durch Kabel keine Stolpergefahren auftreten. Empfehlenswert sind kabellose Scanner.

Die Lesetiefe des Scanners ist so auszuwählen und zu erhalten, dass der Lesevorgang beim einmaligen Vorbeiführen der Ware erfolgt.

Hebe-, Dreh- und Kippbewegungen der Ware sollen zum Scannen nicht erforderlich sein.

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    Diese lassen sich z.B. vermeiden durch bioptische Scanner und der Aufdruck von Strichcodes an möglichst vielen Stellen der Ware. Das Kassenpersonal ist so zu schulen und anzuleiten, dass die Registrierung der Waren mit flüssigen, physiologisch günstigen Bewegungen erfolgt.

Elektronische Artikelsicherungssysteme (EAS)

Elektronische Artikelsicherungssysteme (Diebstahlsicherungen) werden zur Sicherung von Waren in nahezu allen Verkaufsstätten eingesetzt und arbeiten mit elektromagnetischen Feldern.

Zu solchen Systemen gehören i.d.R. die meist deutlich sichtbaren Antennensysteme z.B. an den Ein-/Ausgangstüren und zum anderen sogenannte Deaktivierungseinheiten an den einzelnen Kassen, mit denen die Sicherungsetiketten von gesicherten Waren vor oder nach dem Registrieren der Ware deaktiviert werden können. Diese Deaktivierungseinheiten sind nicht immer direkt erkennbar und befinden sich z.B. unter der Kassen-Tischfläche oder dem Warentransportband. Häufig ist hier der Hinweis "hier keine EC-Karte ablegen" angebracht.

Beide Systemkomponenten (Antennen und Deaktivierung) arbeiten auf der Grundlage von elektromagnetischen Feldern (EM-Felder). Eine Untersuchung dieser Felder ergab, dass die Exposition vor allem in unmittelbarer Nähe der Antenne bzw. Tischplatte/Transportband (bis ca. 30cm) die Grenzwerte überschreitet, die für den Expositionsbereich 2 (siehe BGV B 11 "Elektromagnetische Felder") festgeschrieben sind. Die Herstellerangaben müssen Auskunft über mögliche Gefährdungen und Hinweise für Maßnahmen enthalten. Die Untersuchungsergebnisse verpflichten den Unternehmer zur Erstellung/Ergänzung seiner Betriebsanweisung mit nachfolgenden Informationen:

  • An unseren Kassenarbeitsplätzen können auf Grund der elektromagnetischen Felder unseres Artikelsicherungssystemes Reizwirkungen auftreten. (Hinweis: Reizwirkungen können Muskel- oder Nervenreizungen sein; empfindsame Personen können z.B. ein Kribbeln in den Fingern wahrnehmen. Andere Erkrankungen wie z.B. Krebs oder Leukämie konnten bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.)

  • Träger von Herzschrittmachern und anderen aktiven Implantaten (Insulinpumpen, Hörgeräte u.ä.) müssen die Störfestigkeit (Unempfindlichkeit) ihrer Körperhilfsmittel für die einwirkenden Felder von ihrem Facharzt abklären lassen. Dazu können Sie über Ihren betrieblichen Vorgesetzen Informationen zu den Feldern unseres Sicherungssystems erhalten.

Eine Gefährdungsbeurteilung bezogen auf Kassenarbeitsplätze ergibt ferner, dass weitere Unfall- oder Gesundheitsgefahren durch diese EM-Felder nicht erkennbar sind.

Funksysteme/LAN - Anlagen (lokal-area-network)

Drahtlose Funk-LAN-Systeme werden zur mobilen und stationären Sprach- und Datenkommunikation auch an Kassenarbeitsplätzen eingesetzt. Die Herstellerangaben müssen Auskunft über mögliche Gefährdungen und Hinweise für Maßnahmen enthalten.

In der Regel arbeiten diese Systeme mit geringen Sendeleistungen (z.B. 0,1 Watt; siehe Herstellerangaben!). Auf Grund der geringen Sendeleistungen werden die zulässigen Werte schon im Abstand von wenigen Zentimetern weit unterschritten und es sind keine gesonderten Maßnahmen erforderlich. Auch für Personen mit aktiven Körperhilfsmitteln sind i.d.R. keine Maßnahmen erforderlich (siehe Herstellerangaben!).

Tastaturen sind entsprechend der Arbeitsaufgabe anzuordnen. Es sollte sichergestellt sein, dass nur Tastaturen zum Einsatz kommen, die in Anlehnung an die ISO 9241 Teil 4 gebaut sind. Wird die Tastatur zum Registrieren der Waren benötigt, muss die Tastatur im bevorzugten Arbeitsbereich und der vorgegebenen Arbeitshöhe liegen. Der Handballen muss vor der Tastatur abgelegt werden können. Die Tastatur wird zum Registrieren benötigt, wenn das Warensortiment nicht scannfähig ist.

Die Geldaufbewahrungsvorrichtung (z.B. Geldschublade, Geldlade) ist im bevorzugten Arbeitsbereich anzuordnen. Durch das Herausfahren der Geldschublade wird die Arbeitshaltung beeinflusst. Dabei darf es zu keiner erzwungenen Veränderung der Stehhaltung kommen. Um nicht zu jedem Geldwechseln mit der Stehhilfe zurücksetzen zu müssen, wird häufig ein größerer Abstand zur Arbeitsplattenkante gewählt. Die in der Norm festgelegten und auf die Arbeitsplattenkante bezogenen Maße für den bevorzugten Arbeitsbereich treffen dann nicht mehr zu, da durch den größeren Abstand diese Maße verkleinert sind.

Die Bonausgabe kann bis zum maximalen Arbeitsbereich angeordnet werden. Ein Vorbeugen bis 60 aus der Senkrechten ist höchstens zweimal pro Minute bezogen auf alle Bewegungsabläufe bei der Kassenarbeit zulässig.

Gestaltung der Stehhilfe

Stehhilfen sollen bei Arbeiten, die vorwiegend von einem festen Platz aus durchgeführt werden und wenig Körperbewegungen erfordern als auch bei Arbeiten an wechselnden, jedoch eng zusammen liegenden Stellen, verwendet werden.

Die Sitzfläche muss einen Mindesthöhenverstellbereich zwischen 650 mm und 800 mm aufweisen. Die Verstelleinrichtungen müssen auch im Sitzen leicht auffindbar und leicht handhabbar sein.

Die Sitzfläche muss etwa 15 bis maximal 30 (Winkel Π) geneigt sein. Sofern eine Neigungsverstellung vorhanden ist, sollte die Sitzfläche nicht waagerecht gestellt werden, damit die Stehhilfe nicht fälschlicherweise als Stuhlersatz verwendet wird (Bild 9).

Die Sitztiefe muss etwa 150 mm betragen. Wesentlich höhere Werte verstärken den Druck auf die Unterseite der Oberschenkel und führen dazu, dass die Beckenstütze nicht genutzt wird.

Bild 9: Stehhilfe

Die Sitzfläche muss mit einer Rundung in die Sitzflächenvorderkante übergehen. Analog DIN 68877 "Arbeitsdrehstuhl" wird ein Radius r=60 mm empfohlen. Eine im Ansatz sattelartig ausgeformte Sitzfläche kann sowohl zur Verringerung des Druckes auf der Unterseite der Oberschenkel als auch zu einer höheren Sitzstabilität führen.

Eine Gesäßabstützung in Form einer Aufwölbung der Sitzfläche wird empfohlen. Die Aufwölbung der Sitzfläche soll dem Oberkörper nach hinten Halt geben. Diese Beckenstütze darf jedoch die Benutzung der gesamten Sitzfläche nicht einschränken und zu einer Instabilität der Stehhilfe führen.

Bei der Auswahl von Stehhilfen sollten folgende Kriterien beachtet werden: eine stabile Konstruktion, rutschhemmende Füße, eine verstellbare Sitzhöhe und Neigung, eine strapazierfähige und leicht zu reinigende Sitzfläche sowie eine einfache Handhabung.

Sitzgelegenheiten

Kann die Arbeit ganz oder teilweise sitzend verrichtet werden, sind den Beschäftigten am Arbeitsplatz Sitzgelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Können aus betrieblichen Gründen keine Sitzgelegenheiten unmittelbar am Arbeitsplatz aufgestellt werden, obwohl es der Arbeitsablauf zulässt, sich zeitweise zu setzen, sind in der Nähe der Arbeitsplätze Sitzgelegenheiten bereitzustellen.

Anzeigevorrichtungen

Die Grundregeln für die Gestaltung von Anzeigevorrichtungen sind in der DIN EN 894 Teil 1 "Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen" und für die Anzeige auf einem Bildschirmgerät im Anhang zur Bildschirmarbeitsverordnung aufgeführt. Registrierkassen, die mit einem Monitor ausgerüstet sind, fallen ebenfalls unter den Geltungsbereich der Bildschirmarbeitsverordnung. Ausgenommen sind Registrierkassen, die z.B. lediglich über eine Preis-, Summen- und Rückgeldanzeige verfügen. Anforderungen aus der Bildschirmarbeitsverordnung werden in unserem BGHW-Kompakt "Arbeiten mit Bildschirmgeräten" (Bestell-Nr. M 102) erläutert.

Optische Anzeigen für das Überwachen von Registriertätigkeiten sind im empfohlenen Bereich anzuordnen. Die Anordnung von Anzeigen ergibt sich aus der Arbeitsaufgabe. Es ist zu unterscheiden zwischen häufiger, gelegentlicher und seltener Ablesetätigkeit. Der empfohlene Bereich beträgt jeweils 15 um die normale Sehachse, die beim vertikalen Sehfeld 15 bis 30 (Winkel ) unter der Horizontalen liegt (Bild 10).

Bild 10: Blickfeld auf optische Anzeigen

Anzeigen müssen blendungsfrei und gut lesbar sein. Spiegelungen können verhindert werden durch eine hohe Hintergrundleuchtdichte der Anzeige, den gewählten Aufstellungsort. Die Lesbarkeit ergibt sich aus der Zeichengröße und einem der Arbeitsumgebung entsprechenden Kontrast zwischen Zeichen und Zeichenhintergrund.

Das Bild muss stabil und frei von Flimmern sein. Es darf keine Verzerrungen aufweisen. Registrieraufgaben machen häufige Beobachtungen und ggf. die Beachtung der Vorschriften der Bildschirmarbeitsverordnung erforderlich.

Scanneranzeigen

Die Anzeige, dass der Scanner das Etikett erkannt hat, kann akustisch oder optisch erfolgen. Bei schnell aufeinander folgenden Scannvorgängen ist die akustische Anzeige zu bevorzugen.

Die akustischen Anzeigen für das Überwachen von Registriertätigkeiten sollen für das Kassenpersonal lautstärkeregulierbar sein.

Akustische Anzeigen können in Lautstärke, Frequenz, Dauer, Klang oder Intervalldauer variieren. Sie müssen im Umgebungsgeräusch entdeckbar sein, sollen aber die Beschäftigten an anderen Kassen nicht ablenken.

Etiketten können Preise, Artikelnummern oder Strichcodes enthalten, je nach den eingesetzten Arbeitsmitteln.

Die Strichcodes müssen beim Einsatz von Scannern gut auffindbar und sollen ohne Wiederholungen zu erfassen sein. Etiketten sind gut auffindbar, wenn sie für Produktgruppen oder Formen immer an der gleichen Stelle angebracht werden. Dadurch kann die Entdeckungsaufgabe vereinfacht werden. Ständig wiederkehrende Dreh- und Beugebewegungen (repetitive Bewegungen) lassen sich auch durch das Anbringen von zwei oder mehreren Etiketten verringern. Wiederholtes Zurückheben und Ziehen der Ware über den Scanner ist zu vermeiden.

Die Preisetiketten der Waren müssen deutlich lesbar sein. Sie sind deutlich lesbar, wenn Zeichengröße und -proportion für den Sehabstand, die Beleuchtungsstärke und den Kontrast zum Untergrund angemessen sind. Einzelheiten können in Anlehnung an die DIN EN 894-2 Ziffer 4.2.1 festgelegt werden. Schlecht lesbare Etiketten führen zu zusätzlichen Arbeitsschritten wie z.B. Heranheben der Ware zum Lesen.

Kontrolle der Einkaufswagen

Die Einsicht in Einkaufswagen ist so zu organisieren, dass die übliche Arbeitshaltung beim Kontrollieren nicht wesentlich verändert werden muss.

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    Dies kann z.B. durch Spiegel, Kamerasysteme, Glaselemente im Kassentisch, Abstand des Einkaufswagen zur Kassenbox beim Vorbeischieben, Einkaufswagengestaltung (Höhe der Ladefläche) erfolgen.

Zusätzliche Ausstattung

Einrichtungen für bargeldloses Zahlen können bis zum maximalen Arbeitsbereich angeordnet werden. Überfallmeldeanlagen sollten unauffällig, d.h. ohne Haltungswechsel betätigt werden können. Werden Kassenrohrpostsysteme eingesetzt, ist die Beschickungsöffnung im Arbeitsbereich anzuordnen.

Weitere Arbeitsmittel im Kassenarbeitsplatz sollen so aufgestellt werden, dass sie in günstiger Arbeitshaltung bedient werden können.