DGUV Information 208-002 - Sitz-Kassenarbeitsplätze BGHW-Kompakt M 86 (DGUV Info...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 6, Arbeitsmittel
Abschnitt 6
Sitz-Kassenarbeitsplätze BGHW-Kompakt M 86 (DGUV Information 208-002)
Titel: Sitz-Kassenarbeitsplätze BGHW-Kompakt M 86 (DGUV Information 208-002)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – Arbeitsmittel

Scanner arbeiten mit Laserstrahlung. Die Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" DGUV Vorschrift 11 ist zu beachten. Instandhaltungsarbeiten an Scannern dürfen nur durch Fachbetriebe durchgeführt werden.

Der Lesebereich fest installierter Scanner muss im bevorzugten Arbeitsbereich liegen. Handscanner sind so zu installieren, dass sie im vorgesehenen Arbeitsbereich eingesetzt werden können. Sie müssen leicht erreichbar im Arbeitsbereich abgelegt werden können. Wird im Verkehrsweg gescannt, dürfen durch Kabel keine Stolpergefahren auftreten. Empfehlenswert sind kabellose Scanner.

Die Lesetiefe des Scanners ist so auszuwählen und zu erhalten, dass der Lesevorgang beim einmaligen Vorbeiführen der Ware erfolgt.

Hebe-, Dreh- und Kippbewegungen der Ware sollen zum Scannen nicht erforderlich sein.

  1.  

    Diese lassen sich z.B. vermeiden durch bioptische Scanner und den Aufdruck von Strichcodes an möglichst vielen Stellen der Ware. Das Kassen personal ist so zu schulen und anzuleiten, dass die Registrierung der Waren mit flüssigen, physiologisch günstigen Bewegungen erfolgt.

    Die Scannerplatte muss ohne Höhenversatz in den Kassentisch eingelassen sein, damit die Ware ohne Anheben leicht darüber geschoben werden kann.

Waagen sind im bevorzugten Arbeitsbereich anzuordnen. Behinderungen des Arbeitsablaufs sind zu minimieren.

Waagen am Kassenarbeitsplatz, die nicht im Scanner integriert sind, verändern den Arbeitsablauf wesentlich. Sie führen immer zum Unterbrechen des flüssigen Ziehens oder Schiebens der Ware. Bei ungenauer Montage und ungünstiger Lage zwingen sie das Kassenpersonal die Ware zu heben. Müssen Artikelbezeichnung und Wägeergebnis in die Kasse eingegeben werden, sollen die Anzeigen der Waage und der Tastatur im Blickfeld liegen.

Elektronische Artikelsicherungssysteme (EAS)

Elektronische Artikelsicherungssysteme (Diebstahlsicherungen) werden zur Sicherung von Waren in nahezu allen Verkaufsstätten eingesetzt und arbeiten mit elektromagnetischen Feldern.

Zu solchen Systemen gehören i.d.R. die meist deutlich sichtbaren Antennensysteme z.B. an den Ein-/Ausgangstüren und zum anderen sogenannte Deaktivierungseinheiten an den einzelnen Kassen, mit denen die Sicherungsetiketten von gesicherten Waren vor oder nach dem Registrieren der Ware deaktiviert werden können. Diese Deaktivierungseinheiten sind nicht immer direkt erkennbar und befinden sich z.B. unter der Kassen-Tischfläche oder dem Warentransportband. Häufig ist hier der Hinweis "hier keine EC-Karte ablegen" angebracht. Beide Systemkomponenten (Antennen und Deaktivierung) arbeiten auf der Grundlage von elektromagnetischen Feldern (EM-Felder). Eine Untersuchung dieser Felder ergab, dass die Exposition auch in unmittelbarer Nähe der Antenne bzw. Tischplatte/Transportband (ab 10 cm Abstand) sicher unterschritten sind. Die Herstellerangaben müssen Auskunft über mögliche Gefährdungen und Hinweise für Maßnahmen enthalten.

Die Untersuchungsergebnisse verpflichten den Unternehmer zur Erstellung/Ergänzung seiner Betriebsanweisung mit nachfolgenden Informationen:

  • An unseren Kassenarbeitsplätzen können auf Grund der elektromagnetischen Felder unseres Artikelsicherungssystemes Reizwirkungen auftreten. (Hinweis: Reizwirkungen können Muskel- oder Nervenreizungen sein; empfindsame Personen können z.B. ein Kribbeln in den Fingern wahrnehmen. Andere Erkrankungen wie z.B. Krebs oder Leukämie konnten bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.)

  • Träger von Herzschrittmachern und anderen aktiven Implantaten (Insulinpumpen, Hörgeräte u.ä.) müssen die Störfestigkeit (Unempfindlichkeit) ihrer Körperhilfsmittel für die einwirkenden Felder von ihrem Facharzt abklären lassen. Dazu können Sie über Ihren betrieblichen Vorgesetzen Informationen zu den Feldern unseres Sicherungssystems erhalten.

Eine Gefährdungsbeurteilung bezogen auf Kassenarbeitsplätze ergibt ferner, dass weitere Unfall- oder Gesundheitsgefahren durch diese EM-Felder nicht erkennbar sind.

Funksysteme/LAN - Anlagen (lokal-area-network)

Drahtlose Funk-LAN-Systeme werden zur mobilen und stationären Sprach- und Datenkommunikation auch an Kassenarbeitsplätzen eingesetzt. Die Herstellerangaben müssen Auskunft über mögliche Gefährdungen und Hinweise für Maßnahmen enthalten.

In der Regel arbeiten diese Systeme mit geringen Sendeleistungen (z.B. 0,1 Watt; siehe Herstellerangaben!). Auf Grund der geringen Sendeleistungen werden die zulässigen Werte schon im Abstand von wenigen Zentimetern weit unterschritten und es sind keine gesonderten Maßnahmen erforderlich. Auch für Personen mit aktiven Körperhilfsmitteln sind in der Regel keine Maßnahmen erforderlich (siehe Herstellerangaben!).

Tastaturen sind entsprechend der Arbeitsaufgabe anzuordnen. Es sollte sichergestellt sein, dass nur Tastaturen zum Einsatz kommen, die in Anlehnung an die ISO 9241 Teil 4 gebaut sind.

Wird die Tastatur zum Registrieren der Waren benötigt, muss die Tastatur im bevorzugten Arbeitsbereich liegen. Der Handballen muss vor der Tastatur abgelegt werden können. Die Tastatur wird zum Registrieren benötigt, wenn kein Scanner vorhanden ist oder das Warensortiment nicht scannfähig ist.

Der Touchscreen sollte, wo es möglich ist, neben dem Bi-Optic-Scanner bzw. hinter dem Horizontalscanner möglichst dicht über der Scannerplatte angeordnet werden. Das Bedienfeld im Touchscreen sollte nur im unteren Bereich angeordnet werden.

Die Geldaufbewahrungsvorrichtung (z.B. Geldschublade, Geldlade) ist im bevorzugten Arbeitsbereich anzuordnen.

Durch das Herausfahren der Geldschublade wird die Arbeitshaltung beeinflusst. Dabei darf es zu keiner erzwungenen Veränderung der Sitzhaltung kommen. Um nicht zu jedem Geldwechseln mit dem Stuhl zurücksetzen zu müssen, wird häufig ein größerer Abstand zur Arbeitsplattenkante gewählt. Die Armreichweite und der bevorzugte Arbeitsbereich werden dadurch verkleinert. Dies kann zu einer zusätzlichen Belastung führen.

Die Bonausgabe kann bis zum maximalen Arbeitsbereich angeordnet wer-den. Ein Vorbeugen bis 60 aus der Senkrechten ist höchstens zweimal pro Minute bezogen auf alle Bewegungsabläufe bei der Kassenarbeit zulässig.

Der Kassenstuhl muss ein dynamisches Sitzen ermöglichen, da bei der Warenhandhabung eine leicht vorgelehnte, beim Geldwechseln eine aufrechte und beim Warten eine leicht zurückgelehnte Position bevorzugt wird. Eine dynamische Sitzhaltung er-möglicht die Einnahme verschiedener, ergonomisch günstiger Sitzhaltungen und entlastet das Muskel- und Skelettsystem durch Haltungswechsel.

Die Sitzgelegenheit am Kassenarbeitsplatz muss

  • höhenverstellbar,

  • drehbar,

  • rollbar sein und

  • darf nicht kippen.

Die Sitzfläche soll gepolstert sowie wasserdampf- und luftdurchlässig sein. Die Rückenlehne soll so ausgeführt sein, dass der Lendenbereich in allen Körperhaltungen unterstützt ist. Für Stühle gilt die Norm DIN 68 877.

  1.  

    Der Verstellbereich für die Sitzhöhe muss der Arbeitsflächenhöhe angepasst sein.

Fußauflage

Können auf Grund der Sitzhöhe die Füße nicht ganzflächig auf den Boden aufgesetzt werden, muss eine ausreichend großflächige, rutschfeste und kippsichere sowie höhenverstellbare Fußauflage vorhanden sein. Die Fußauflage muss im Beinraum verfügbar sein und ein ganzflächiges Aufsetzen der Füße ermöglichen. Sind Schwenkbewegungen zum Erreichen besonderer Arbeitsmittel, z.B. Bondrucker, Kartenlesegerät erforderlich, muss im Schwenkbereich eine Fußauflage vorhanden sein. Fußauflagen sollten ohne zur Hilfenahme der Hände in der Höhe verstellbar sein. Der Verstellbereich muss der Arbeitsflächen- und Beinraumhöhe angepasst sein. Für die Fußauflage ist ein Einstellbereich von 0 mm bis 165 mm erforderlich.

Bild 10: Empfohlener Bereich für häufige Ablesetätigkeiten

Anzeigevorrichtungen

Die Grundregeln für die Gestaltung von Anzeigevorrichtungen sind in der DIN EN 894 Teil 1 "Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen und Stellteilen" und für die Anzeige auf einem Bildschirmgerät im Anhang zur Bildschirmarbeitsverordnung aufgeführt. Registrierkassen, die mit einem Monitor ausgerüstet sind, fallen unter den Geltungsbereich der Bildschirmarbeitsverordnung. Ausgenommen sind Registrierkassen, die z.B. lediglich über eine Preis-, Summen- und Rückgeldanzeige verfügen. Anforderungen aus der Bildschirmarbeitsverordnung werden im BGHW-Kompakt "Arbeiten mit Bildschirmgeräten" (Bestell-Nr. M 102) erläutert.

Optische Anzeigen für das Überwachen von Registriertätigkeiten sind im empfohlenen Bereich anzuordnen. Die Anordnung von Anzeigen ergibt sich aus der Arbeitsaufgabe. Es ist zu unterscheiden zwischen häufiger, gelegentlicher und seltener Ablesetätigkeit. Der empfohlene Bereich für häufige Ablesetätigkeit beträgt jeweils 15 um die normale Sehachse, die beim vertikalen Sehfeld 15 bis 30 unter der Horizontalen liegt (Bild 10).

Anzeigen müssen frei von Reflexionen und gut lesbar sein. Spiegelungen können verhindert werden durch eine hohe Hintergrundleuchtdichte der Anzeige oder den gewählten Aufstellungsort. Die Lesbarkeit ergibt sich aus der Zeichengröße und einem der Arbeitsumgebung entsprechenden Kontrast zwischen Zeichen und Zeichenhintergrund.

Das Bild muss stabil und frei von Flimmern sein. Es darf keine Verzerrungen aufweisen. Registrieraufgaben machen häufige Beobachtungen und ggf. die Beachtung der Vorschriften der Bildschirmarbeitsverordnung erforderlich.

Scanneranzeigen

Die Anzeige, dass der Scanner das Etikett erkannt hat, kann akustisch oder optisch erfolgen. Bei schnell aufeinander folgenden Scanvorgängen ist die akustische Anzeige zu bevorzugen.

Die akustischen Anzeigen für das Überwachen von Registriertätigkeiten sollen für das Kassenpersonal lautstärkeregulierbar sein.

Akustische Anzeigen können in Lautstärke, Frequenz, Dauer, Klang oder Intervalldauer variieren. Sie müssen im Umgebungsgeräusch entdeckbar sein, sollen aber die Beschäftigten an anderen Kassen nicht ablenken.

Etiketten können Preise, Artikelnummern oder Strichcodes enthalten, je nach den eingesetzten Arbeitsmitteln.

Die Strichcodes müssen beim Einsatz von Scannern gut auffindbar und sollen ohne Wiederholungen zu erfassen sein. Etiketten sind gut auffindbar, wenn sie für Produktgruppen oder Formen immer an der gleichen Stelle angebracht werden. Dadurch kann die Entdeckungsaufgabe vereinfacht werden. Ständig wiederkehrende Dreh- und Beugebewegungen (repetitive Bewegungen) lassen sich auch durch das Anbringen von zwei oder mehreren Etiketten verringern. Wiederholtes Zurückheben und Ziehen der Ware über den Scanner ist zu vermeiden.

Die Preisetiketten der Waren müssen deutlich lesbar sein. Dies wird erreicht, wenn Zeichengröße und -proportion für den Sehabstand, die Beleuchtungsstärke und den Kontrast zum Untergrund angemessen sind. Einzelheiten können in Anlehnung an die DIN EN 894-2 Ziffer 4.2.1 festgelegt werden. Schlecht lesbare Etiketten führen zu zusätzlichen Arbeitsschritten wie z.B. dem Heranheben der Ware zum Lesen.

Weitere Arbeitsmittel im Kassenarbeitsplatz sollen so aufgestellt werden, dass sie in günstiger Arbeitshaltung bedient werden können.

No news available.