DGUV Information 211-005 - Unterweisung - Bestandteil des betrieblichen Arbeitss...

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Abschnitt 6, 6 Zehn Schritte zur erfolgreichen Unterweisung
Abschnitt 6
Unterweisung - Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes (bisher: BGI 527)
Titel: Unterweisung - Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes (bisher: BGI 527)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 211-005
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – 6 Zehn Schritte zur erfolgreichen Unterweisung

Um das Niveau von systematischen und geplanten Unterweisungen zu erreichen, bietet sich eine Vorgehensweise in zehn Schritten an.

Grundsätzlich können die unten dargestellten zehn Schritte so nacheinander erfolgen.

Die Grenzen der ersten vier Schritte sind aber fließend.

Hinweise zur Planungsphase wurden bereits in den ersten Abschnitten der Informationsschrift gegeben und müssen anhand der betrieblichen Situation konkretisiert werden.

Nachdem geklärt wurde, welche Mitarbeiter zu welchen konkreten Themen zu unterweisen sind, beginnt die eigene Vorbereitung.

In der Praxis wird der Schritt 5 (Informationen/Stoff sammeln) nicht nur ausschließlich in der Vorbereitungsphase erfolgen.

Stoffsammlung

Die Stoffsammlung ist eine zunächst ungewichtete Sammlung aller Zahlen, Daten und Fakten, die zu einem Thema gehören.

Sie muss regelmäßig aktualisiert werden und auf die betrieblichen Belange ausgerichtet sein.

Bild 6-1: Zehn Schritte zur erfolgreichen Unterweisung

Sie dient dem Unterweiser zur eigenen Vorbereitung und zur Sicherstellung seiner Fachlichkeit mit aktuellen Inhalten.

Gedanklich kann die Stoffsammlung in Inhalte und Bezugsquellen getrennt werden.

Quellen für die Informationsbeschaffung können u.a. sein:

  • Herstellerinformationen, Produktbeschreibungen,

  • BG-DVD, Vorschriften, Regeln und Informationen,

  • Betriebsanweisungen,

  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit, interne oder externe Fachleute, Sicherheitsbeauftragte, Kollegen, ...

Lernziele aufstellen

Jeder Unterweiser verfolgt mit seiner Unterweisung Ziele.

Je konkreter diese im Vorfeld formuliert wurden, desto effektiver werden Unterweisungen verlaufen.

Das Lernziel ist/beschreibt

  • die vorweggenommene Formulierung einer angestrebten Verhaltensänderung,

  • das erwartete Endverhalten nach einer Unterweisung,

  • die Eigenschaften (Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen), welche die Mitarbeiter nach der Unterweisung erworben haben,

  • eine konkrete Arbeitssituation.

Man erhält Lernziele recht einfach, wenn man Antworten auf die Fragen:

Wer (Zielgruppe)?

Was (Tätigkeit)?

Womit (Hilfsmittel)?

Wie gut (Qualität)?

findet.

Konkrete und überprüfbare Lernziele, die unterschiedliche Lernzielebenen (Wissen, Können, Wollen) ansprechen, sind z. B.:

"Die Elektro-Azubis benennen die fünf Sicherheitsregeln der Elektrotechnik auswendig und fehlerfrei in der richtigen Reihenfolge."

"Die Staplerfahrerneulinge stapeln fünf leere Europaletten so übereinander, dass der maximale Versatz 1/2 Klotzbreite beträgt."

"Die erfahrenen Instandhalter benennen die persönlichen Vorteile bei der Reparatur der Laufkatze eines Brückenkranes durch Einhaltung des Arbeitsablaufplanes."

Stoffmenge reduzieren

Die Inhalte müssen nun so aufbereitet werden, dass sie von den Teilnehmern erfasst und in sichere Verhaltensweisen umgesetzt werden können.

Das Aufbereiten der Inhalte kann sowohl in der Menge als auch im Niveau des Stoffes erfolgen.

Stoffreduzierung ist das Wegstreichen/Weglassen der Inhalte, die zum Erreichen des Lernzieles nicht erforderlich sind.

Kriterien für die Stoffreduzierung sind u.a.

  • der Vorwissensstand der Mitarbeiter,

  • das typische Verhalten der Mitarbeiter,

  • der Bezug zur Arbeitsaufgabe,

  • der Bezug zum Handlungsspielraum der Mitarbeiter,

  • die technische Ausstattung und das zur Verfügung stehende Arbeitsgerät,

  • ...

Unterweisungskonzept erstellen

Ein Konzept dient der systematischen Vorbereitung einer Unterweisung und ermöglicht einen logischen und übersichtlichen Aufbau des Unterweisungsthemas. Dazu werden die fachlich logischen Inhalte gegliedert und mit Methoden, Medien sowie der erforderlichen Zeit in Beziehung gesetzt.

Das "vorausschauende" Konzept erleichtert auch das richtige Reagieren auf unvorhergesehene Situationen, z. B. unerwartete Fragen und Reaktionen der Unterweisungsteilnehmer, unvorhergesehene Diskussionen usw. Bei der Erstellung stößt man bereits im Vorfeld auf solche "Gefahrstellen", kann diese evtl. vermeiden bzw. sich darauf einstellen.

Ein Konzept gibt dem Unterweiser Sicherheit für die Unterweisungsdurchführung.

Jeder Unterweiser erstellt sein eigenes, auf ein Thema und seine Person zugeschnittenes Konzept, das für niemanden sonst hilfreich zu sein braucht.

Darum gibt es nicht "das" Konzept, sondern eine Vielfalt verschiedenster Konzepte.

Trotz der Variationsvielfalt finden sich oben genannte Bestandteile in fast allen Konzepten wieder.

Der mögliche Aufbau eines Konzeptes ist in der folgenden Abbildung (Bild 6-2) dargestellt.

Bild 6-2: Konzeptaufbau