DGUV Information 209-076 - Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag (DG...

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Abschnitt 2.4, 2.4 Amboss
Abschnitt 2.4
Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag (DGUV Information 209-076)
Titel: Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag (DGUV Information 209-076)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-076
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.4 – 2.4 Amboss

Ambosse werden in verschiedenen Ausführungen (norddeutsch, süddeutsch, böhmisch, steirisch, italienisch, englisch usw.) und Gewichten angeboten. In stationären Schmiedewerkstätten finden sich Ambosse von 100 bis 250 kg Gewicht. Im mobilen Einsatz betragen die Gewichte meist 30 bis 40 kg.

Das Gewicht des Ambosses sollte mindestens das 20fache des Schmiedehammers betragen. Hierfür legt man die Gewichte des Hufeisenballhammers bzw. beim Schmieden mit zwei Hämmern das des Vorschlaghammers zugrunde.

Eine wichtige Frage ist die nach der ergonomisch richtigen Höhe für den Amboss.

Nach Analysen mit dem CUELA-Messsystem konnte eine ergonomisch richtige Höhe für das Richten von vorgefertigten Hufeisen mit zwei Fingerbreiten über dem Griffelfortsatz der Elle (anatomisch: Processus styloideus ulnae) als optimal bestimmt werden. Diese gewährt eine gute, den Rücken schonende Arbeitshöhe.

Hufschmiede, die nach dieser Empfehlung ihren Ambossständer umgebaut haben, waren, teilweise nach einer Eingewöhnungsphase, damit sehr zufrieden und empfanden diese Höhe als entlastend für den Rücken.

Abb. 2-3 Ambosshöhe zum Richten

Als Grundregel gilt: Wenn der Schaft des Hammers beim Arbeiten waagerecht ist und der Hufbeschlagschmied dabei aufrecht steht, befindet sich der Amboss auf der richtigen Höhe.

Für alle Hufbeschlagschmiedinnen und -schmiede ist im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes eine ergonomische Arbeitshöhe wichtig, um die Beanspruchung des Rückens zu minimieren!

Für das Schmieden mit zwei Hämmern ist eine andere Arbeitshöhe zu beachten. Hier gilt folgende Faustregel: Wenn der Hufbeschlagschmied gerade vor dem Amboss steht und den Arm hängen lässt, sollte die zur Faust geballte Hand bis auf die obere Ambosskante (Ambossbahn) reichen.

Hierzu muss angemerkt werden, dass diese Arbeitshöhe für das Schmieden von Hufeisen gilt, wenn mit einem Zuschläger gearbeitet wird bzw. wenn das Eisen mittels zweier Hämmer (Hufeisenballhammer und Hilfshammer, z. B. Falzhammer) geformt wird.

Das Schmieden bzw. Richten der Hufeisen gehört zu den lärmintensivsten Arbeitsschritten beim Hufbeschlag. Um den Lärmexpositionspegel an der Entstehungsstelle, hier die Arbeit am Amboss, zu reduzieren, gibt es einige Möglichkeiten:

  • "Schmiede das Eisen, solange es heiß ist" ist eine geläufige Redensart. Diese beinhaltet aber zwei wichtige Aussagen: Das glühende Eisen ist weicher und somit mit geringerem Kraftaufwand schmiedbar. Gleichzeitig ist der dabei entstehende Geräuschpegel niedriger als bei der Kaltverformung. Hier gilt es zügig zu arbeiten und ggf. das Hufeisen ein weiteres Mal zu erhitzen. Insbesondere beim nochmaligen Richten des abgekühlten Hufeisens nach dem Aufbrennen entstehen hohe Schallpegel.

  • Um den Körperschall zu entkoppeln, muss der Amboss auf eine Geräusch mindernde Unterlage gestellt werden. Hierzu bieten sich Holz- und Hartgummiplatten an. Insbesondere bei mobilen Ambossen, welche auf einen Metallständer gestellt werden, ist eine entsprechende Zwischenlage zwingend erforderlich.

    Es gibt auch im Handel spezielle Ambosse, welche einen Aluminiumfuß und eine Lederzwischenlage haben und dadurch einen vergleichbaren Effekt aufweisen.

  • Durch geschicktes Anbringen von Magneten kann der Klang des Ambosses verändert und damit der Schallpegel reduziert werden. Dies wird mit Erfolg von vielen Hufbeschlagschmiedinnen und -schmieden praktiziert.

Abb. 2-4 Gut geeigneter Hufbeschlagbock

Abb. 2-5 Weniger geeigneter Hufbeschlagbock

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