DGUV Information 209-076 - Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag (DG...

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Abschnitt 12.2, 12.2 Schutz vor Zoonosen
Abschnitt 12.2
Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag (DGUV Information 209-076)
Titel: Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag (DGUV Information 209-076)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-076
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 12.2 – 12.2 Schutz vor Zoonosen

Wie immer beim Umgang mit Tieren besteht auch beim Pferd die Gefahrvon sogenannten Zoonosen, d. h. vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten.

Bekannt ist die anzeigepflichtige Pferdekrankheit Rotz, mit welcher sich auch der Mensch anstecken kann. Diese ist erst kürzlich wieder in Mitteleuropa aufgetreten (Nicht zu verwechseln mit Schnupfen und Grippe beim Pferd!).

Die Gefahrvon Zoonosen durch Bakterien oder Viren ist heute im Allgemeinen als gering einzustufen.

Die Hauptgefahr geht hier überwiegend vom Wundstarrkrampf-Bakterium aus; sie kann aber durch entsprechenden Impfschutz vollständig vermieden werden.

Mit Tollwut infizierte Pferde entwickeln eine "stille" Wut, d. h. sie werden nicht aggressiv, so dass eine Infektion dem Tier oft nicht anzumerken ist. Bei einem Pferdebiss ist es daher wichtig, den Impfstatus des Tieres abzufragen oder eine Antikörper-Bestimmung durchführen zu lassen, um eine Ansteckung auszuschließen bzw. über das weitere Vorgehen richtig entscheiden zu können.

Weitere Gefahren bestehen durch Hautpilze und Milben (Verursacher von Krätze). Diese Erkrankungen werden durch den dichten Körperkontakt mit dem Pferd übertragen. Eine Behandlung dieser Erkrankungen ist oft langwierig.

Die Gesundheitsgefahren durch Wurmerkrankungen werden oft unterschätzt. Im Entwicklungszyklus führen die meisten Wurmarten eine Körperwanderung durch und können so schwere Schäden an inneren Organen wie z. B. Lunge oder Kreislaufsystem verursachen. Das Erkennen ist oft schwierig und eine Erkrankung meist nur durch Stuhlproben oder Abstriche nachweisbar.

Erkrankungen durch Zoonosen gelten als Berufskrankheiten. Die Behandlungskosten werden daher von dem Unfallversicherungsträger getragen.

Als Vorsorgemaßnahmen für Hufbeschlagschmiedinnen und -schmiede ist, neben einem aktuellen Impfstatus gegen Wundstarrkrampf, die persönliche Hygiene sehr wichtig.

Nicht nur nach dem Umgang mit kranken Pferden, sondern insbesondere vor einer Nahrungsaufnahme und dem Rauchen sollten die Hände gründlich gereinigt werden. Kleidung und Schuhe sollten auch immer außerhalb des Wohnbereiches gewechselt werden, damit keine Krankheitserreger in den Privatbereich eingeschleppt werden.