DGUV Information 209-073 - Arbeitsplatzlüftung Entscheidungshilfen für die betri...

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Abschnitt 9.10, Trocken-Kernbohrungen in Kalksandstein
Abschnitt 9.10
Arbeitsplatzlüftung Entscheidungshilfen für die betriebliche Praxis (bisher: BGI 5121)
Titel: Arbeitsplatzlüftung Entscheidungshilfen für die betriebliche Praxis (bisher: BGI 5121)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-073
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9.10 – Trocken-Kernbohrungen in Kalksandstein

9.10.1
Ausgangssituation

Bei Errichtung oder Umgestaltung von Gebäuden sind oft Bohrungen, z.B. für Lüfter, Rauchgasanschlüsse, Durchbrüche oder elektrische Schaltgeräte, erforderlich.

Das zu bohrende Material ist häufig Kalksandstein und verursacht erhebliche Staubmengen.

Bei Kernbohrungen mit 74 mm und 112 mm ergab sich, dass die Grenzwerte für die aveolengängige - wie auch die einatembare Staubfraktion (A- und E-Fraktion) - um mehr als das 10fache überschritten wurden.

Abbildung 34:Kernbohrung ohne Absaugung

9.10.2
Kriterien für lüftungstechnische Maßnahmen

Die freigesetzten Stäube müssen direkt erfasst und abgeschieden werden.

Ein neben dem Bohrgerät vorhandenes Absauggerät mit einer geeigneten Erfassungseinrichtung muss ständig nachgeführt und wiederholt positioniert werden, um eine wirksame Erfassung zu gewährleisten. Erfahrungsgemäß stört dies den Arbeitsfortgang und unterbleibt häufig.

Auf Grund der wechselnden Bohrstellen sollte deshalb ein zwangsläufig wirkendes Verfahren eingesetzt werden.

9.10.3
Getroffene Maßnahmen

Zum Einsatz kommen Bohrwerkzeuge mit integrierter Absaugung. Unter Einsatz eines Mobilentstaubers mit einem Volumenstrom von ca. 220 m3/h ergeben sich personenbezogene Messwerte, die den Grenzwert für die alveolengängige und die einatembare Fraktion deutlich unterschreiten.

Abbildung 35: Bohreinheit mit Mobilentstauber

Abbildung 36: Bohrkrone mit Zentralbohrer

Die Bohrmaschine wird direkt an den Mobilentstauber angeschlossen. Bei Einschalten der Bohrmaschine wird der Entstauber automatisch mit eingeschaltet und hat eine Nachlaufzeit zur Bohrmaschine von ca. 15 s. Der Mobilentstauber hat eine automatische Rüttelabreinigung.

Messwerte

Absaugung Arbeitsplatzgrenzwert (AWG)A-FraktionE-Fraktion
3 mg/m310 mg/m3
ohnepersonenbezogen34,9 mg/m3121 mg/m3
ortsbezogen27,3 mg/m377,7 mg/m3
mitpersonenbezogen0,97 mg/m33,59 mg/m3
ortsbezogen0,8 mg/m32,18 mg/m3