DGUV Information 209-073 - Arbeitsplatzlüftung Entscheidungshilfen für die betri...

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Abschnitt 9.8, Arbeiten im Steinbruch
Abschnitt 9.8
Arbeitsplatzlüftung Entscheidungshilfen für die betriebliche Praxis (bisher: BGI 5121)
Titel: Arbeitsplatzlüftung Entscheidungshilfen für die betriebliche Praxis (bisher: BGI 5121)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-073
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 9.8 – Arbeiten im Steinbruch

9.8.1
Ausgangssituation

Bei der Gewinnung von Rohblöcken in Steinbrüchen und bei der weiteren Bearbeitung werden handgeführte Druckluft- und Elektrowerkzeuge eingesetzt. Die Arbeiten werden im Freien, in Steinhauerhütten und Werkhallen ausgeführt. Bei der Bearbeitung entstehen Feinstäube, welche über die Atemwege die Lunge erreichen.

Abbildung 29: Erhebliche Staubbelastung bei Arbeiten ohne Absaugung

Eine besondere Gefahr stellt der alveolengängige Quarzstaub dar, welcher zu Silikose und Siliko-Tuberkulose führen kann. In Einzelfällen kann daraus Krebs entstehen. Der Grenzwert kann in der Trockenbearbeitung nur mit gut gewarteten Entstaubungsanlagen eingehalten werden. Ohne Entstaubung werden Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten.

Der freigesetzte Staub ist möglichst vollständig an der Entstehungsstelle zu erfassen. Er wird über flexible Schläuche und Rohrleitungen der Filteranlage zugeführt.

9.8.2
Kriterien für lufttechnische Maßnahmen

Eine wirksame Stauberfassung ist nur möglich, wenn der Staub an der Entstehungsstelle, d.h. am Meißel, Winkelschleifer oder Bohrer erfasst wird. In Sonderfällen gelingt das gut mit Absaugung durch einen Hohlbohrer.

9.8.3
Getroffene Maßnahmen

Zur Stauberfassung werden eingesetzt:

  • Gummitüllen, die das Meißelwerkzeug umschließen. Sie müssen so dicht wie möglich an das Werkstück heranreichen.

  • Absaugtopf mit Gummibalg. Dieser umfasst Bohrwerkzeug und Bearbeitungsstelle vollständig und liegt auf der Gesteinsoberfläche auf.

Abbildung 30: Staubabsaugung direkt am Druckluftwerkzeug

Abbildung 31: Absaugtopf mit Gummibalg um den Bohrmeißel

  • Eine optimale Stauberfassung ist nur dann gewährleistet, wenn die Stauberfassungseinrichtung am Drucklufthammer befestigt ist und somit zwangsläufig mitgeführt wird. Absaugtrichter sind wegen Querströmungen im Freien nicht einsetzbar. Erfassungsprobleme treten bei unterschiedlichen Meißellängen auf. In Steinbrüchen sind die Absaugschläuche teilweise länger als 10 m. Dadurch lässt die Absaugleistung nach.

  • Messergebnisse

    In der Branche "Naturwerkstein" wurden von 1997 bis 2002 Staubkonzentrationen am Arbeitsplatz gemessen.

Bezogen auf die bis 2004 geltenden Luftgrenzwerte

  • unterschritten 65 % der Messwerte den Grenzwert für aveolengängigen Quarzfeinstaub (0,15 mg/m3),

  • unterschritten 90 % der Messwerte den allgemeinen Staubgrenzwert für aveolengängigen Staub (6 mg/m3),

  • unterschritten mehr als 80 % der Messwerte den allgemeinen Staubgrenzwert für einatembaren Staub (10 mg/m3).

  • Technische Daten der Lüftungsmaßnahme

    Im Steinbruch und in der Weiterverarbeitung werden druckluftbetriebene oder elektrisch betriebene Entstaubungsgeräte eingesetzt. Üblich sind Anlagen mit 120 m3/h Volumenstrom pro Absaugstelle, was einer Strömungsgeschwindigkeit von 26 m/s in einem Absaugschlauch mit 4 cm entspricht.

Nur beim Einsatz einer automatischen Filterabreinigung sowie regelmäßiger Wartung und Instandhaltung ist die Wirksamkeit der Entstaubung auf Dauer gewährleistet.