DGUV Information 207-001 - Sicheres Arbeiten mit therapeutischen Druckkammern (b...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.4, Reinigung, Instandhaltung, Sicherheitstechnis...
Abschnitt 3.4
Sicheres Arbeiten mit therapeutischen Druckkammern (bisher: BGI 5120)
Titel: Sicheres Arbeiten mit therapeutischen Druckkammern (bisher: BGI 5120)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 207-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – Reinigung, Instandhaltung, Sicherheitstechnische Kontrollen

3.4.1
Reinigungsarbeiten

Das Reinigungspersonal kann bei seiner Tätigkeit Gefahren ausgesetzt sein, z.B. Reinigungs-, Desinfektionsmittel, Infektionsgefahr, elektrischer Strom, mechanische Gefährdung, wie Anstoßen, Stolpern oder dergleichen, kann aber auch selbst Gefahren für Mitarbeiter und Patienten verursachen. So können Anlagenteile durch unsachgemäße Reinigungsarbeiten in ihrer sicheren Funktion beeinträchtigt werden, z.B. Reinigungsmittel an Sauerstoffarmaturen, oder im Innern der Kammer vergessene oder verschüttete Desinfektions- oder Reinigungsmittel und Arbeitsutensilien zur Gefahr werden.

Auch für die Durchführung von Reinigungsarbeiten muss daher eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und die entsprechenden Maßnahmen umgesetzt und überprüft werden. Der Druckkammerhersteller gibt hierzu in der Regel Hinweise über die anzuwendenden Reinigungsverfahren und einzusetzenden Mittel. Das Personal muss entsprechend regelmäßig unterwiesen und mittels Betriebanweisungen informiert werden (siehe Abschnitt 3.3.3). Diese Betriebsanweisung kann zweckmäßigerweise mit dem nach Abschnitt 4.1.2.3 der TRBA 250 erforderlichen Hygieneplan kombiniert werden.

3.4.2
Instandhaltung, sicherheitstechnische Kontrollen

Die Anwendung der therapeutischen Druckkammern unterliegt insbesondere den Vorschriften

  • des Medizinproduktegesetzes, insbesondere des zweiten Abschnittes,

  • der Medizinprodukte-Betreiberverordnung, insbesondere den Abschnitten 1 und 2.

Danach dürfen Medizinprodukte nicht angewendet werden, wenn sie Mängel aufweisen. Von der Mängelfreiheit kann nur ausgegangen werden, wenn die erforderlichen sicherheitstechnischen Kontrollen fristgerecht durchgeführt wurden und auch sonst keine Anhaltspunkte für Fehlfunktionen vorliegen.

Den Umfang und die Fristen für die Prüfungen legt nach § 6 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung der Hersteller fest. In der Anlagendokumentation sind in der Regel auch vollständige Prüf-, Wartungs- und Instandsetzungspläne enthalten, und zur Einweisung der durch den Betreiber beauftragten Person(en) gehören nach § 5 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung auch Instandhaltungshinweise. Eine Übersicht über die wichtigsten Prüfpunkte an einer Druckkammeranlage bietet die DIN EN 14931 "Druckkammern für Personen; Mehrpersonen-Druckkammersysteme für hyperbare Therapie; Leistung, sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung".

Die Einhaltung der Fristen obliegt dem Betreiber. Er darf Prüf-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten nur von Personen durchführen lassen, die die durch Ausbildung, Kenntnisse und praktische Erfahrung für diese Aufgaben notwendige Qualifikation mitbringen und hinsichtlich ihrer Kontrolltätigkeit weisungsfrei sind. Dies ist üblicherweise der Hersteller.