DGUV Information 209-072 - Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 510...

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Abschnitt 5.6, Unterweisung
Abschnitt 5.6
Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 5108)
Titel: Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 5108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-072
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.6 – Unterweisung

Unterwiesen werden muss über mögliche Gefährdungen. Als relevante Unterweisungspunkte sind denkbar:

  • Beherrschbares bzw. nicht beherrschbares Leck am wasserstoffführenden System;

  • Explosionsgrenzen, Wasserstoffgemische;

  • Ausbreitung von brennbaren Gemischwolken;

  • Flammenbildung, Wasserstoffbrand;

  • Wasserstoffexplosion und -deflagration;

  • starke Druckerhöhungen;

  • Bersten von druckführenden Leitungen und Bauteilen;

  • Verunreinigungen von Wasserstoff, beispielsweise mit Oxidationsmittel oder Inertgas;

  • Fehler beim Spülen des Systems;

  • Flüssigwasserstofflachen;

  • typische Fehler in der Instandsetzung;

  • frühere Unfälle/kritische Situationen;

  • Verhalten der Mitarbeiter (z.B. Rauchverbot); Umgang mit akkubetriebenen elektrischen Betriebsmitteln, welche nach Gasaustritt und/oder H2-Alarm nicht mehr benutzt werden dürfen;

  • Notfallszenarien, Gefahrenabwehrplan;

  • Kaltverbrennungen;

  • Erste Hilfe.

Das Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) mindert wirksam die Folgen, wenn Probleme auftreten. Abhängig von der jeweiligen Werkstattsituation kann folgende PSA sinnvoll eingesetzt werden:

  • Schutzbrille;

  • ggf. vollständiger Gesichtsschutz bei der Montage/Demontage von Leitungen und Bauteilen mit erhöhtem Fehlerrisiko;

  • Kälteschutzhandschuhe für Arbeiten an Flüssigwasserstoffanlagen;

  • leitfähige Kleidung aus nicht synthetischem Material;

  • leitfähige Sicherheitsschuhe;

  • portable Wasserstoffsensoren.

Auf die spezifischen Gefährdungen muss im Einzelnen eingegangen werden. So dürfen bei LH2-Fahrzeugen keine nicht isolierten Bauteile der Gasanlage ohne Handschuhe berührt werden. Weiter ist die Inertisierung der Gasanlagen sowie das sichere Abblasen im Freien ein wichtiger Punkt. Da erfahrungsgemäß viele Probleme durch Fahrlässigkeit im Umgang mit offenen Flammen entstehen (insbesondere Rauchen und Schweißen), ist hier eine besonders konsequente Personalführung notwendig.

Ein wichtiger Unterweisungspunkt sind z.B. Wasserstoffsensoren im Fahrzeug.