DGUV Information 209-072 - Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 510...

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Abschnitt 5.1, 5 Anforderungen an und Maßnahmen in Werkstätt...
Abschnitt 5.1
Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 5108)
Titel: Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 5108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-072
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5
Anforderungen an und Maßnahmen in Werkstätten

5.1
Einfahrt in Werkstätten mit Wasserstofffahrzeugen

Wie beschrieben, sind Fahrzeuge mit komprimiertem Wasserstoff betriebsmäßig dicht. Fahrzeuge mit Flüssigwasserstoffspeicherung, die über ein sicheres "Boil-off-Management" verfügen, werden unter diesem Aspekt gleich behandelt. Ein sicheres "Boil-off-Management" sorgt durch Verdünnung oder katalytische Umsetzung der betriebsbedingten Wasserstoffabgabe dafür, dass diese keinerlei Gefahr mehr für die Umgebung darstellt. Somit können grundsätzlich Fahrzeuge mit beiden Speichertypen ohne weitere Maßnahmen in Werkstätten eingefahren werden.

Es ist jedoch sicherzustellen, dass keine Schädigung von wasserstoffführenden Teilen (z.B. durch Unfall) vorliegt und/oder das fahrzeugeigene H2-Überwachungssystem keine Warnhinweise auf eventuelle Leckagen gibt. Im Falle einer Schädigung von wasserstoffführenden Teilen, einschließlich des Tanksystems oder einer diagnostizierten Wasserstoffleckage durch fahrzeugeigene oder externe H2-Gassensorik, ist das Tanksystem außerhalb der Werkstatt zu entleeren. Im Fall einer Schädigung von wasserstoffführenden Teilen ist der Tank vom Leitungssystem zu trennen und das System zu entleeren. Die Entleerung ist an einem geeigneten Platz, bevorzugt Freigelände, gemäß Herstellerangabe durchzuführen. Während der Entleerung sind Zündquellen fernzuhalten. Die Definition, ab wann der Tank als leer angesehen werden kann, ist den Herstellerinformationen zu entnehmen.

Nach Einfahrt in eine Werkstatt sollen Fahrzeuge mit Flüssigwasserstoffspeicherung an einen Potenzialausgleich angeschlossen werden, sofern die Werkstatt über keinen ableitfähigen Boden verfügt. CGH2-betankte Fahrzeuge bedürfen zum Abstellen in Werkstätten keiner weiteren Maßnahmen.

Im Zweifelsfall (schlechter Fahrzeugzustand, unbekannte Herkunft, mechanische Schädigung unbekannten Ausmaßes, spannungsfreie Fahrzeuge) sind Hohlräume am Fahrzeug wie Motorraum, Innenraum, Radkästen, Kofferraum sowie Tankstutzen und Tankzuführung mit einem H2-Handsensor auf evt. Wasserstoffaustritt zu überprüfen (sofern ohne Demontage erreichbar), um die Einfahrt von Fahrzeugen mit Wasserstoffleckagen zu verhindern.

Die Eingangsprüfung eines Fahrzeuges sollte mit einem H2-Handsensor durchgeführt werden.