DGUV Information 209-072 - Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 510...

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Abschnitt 4.1, 4 Explosionsschutz in Werkstätten 4.1 Gefährd...
Abschnitt 4.1
Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 5108)
Titel: Wasserstoffsicherheit in Werkstätten (bisher: BGI 5108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-072
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.1 – 4
Explosionsschutz in Werkstätten

4.1
Gefährdungsbeurteilung und abgeleitete Explosionsschutzmaßnahmen

Aufgrund der Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist grundsätzlich eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Dieses schließt eine Beurteilung der explosionsgefährdeten Bereiche sowie der Fahrzeuge mit ein. Aus der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung, bei der der Unternehmer einen großen Gestaltungsspielraum besitzt, werden angemessene Schutzmaßnahmen abgeleitet und anschließend im Explosionsschutzdokument festgehalten. Die Mitarbeiter sind regelmäßig über die auftretenden Gefährdungen zu unterweisen. Die Unterweisungen sind zu dokumentieren, für besonders kritische Bereiche sind schriftliche Betriebsanweisungen ebenfalls erforderlich.

Die Erstellung von Explosionsschutzdokumenten ist auch für alle anderen Bereiche mit Explosionsgefährdung, z.B. Lackierkabinen, erforderlich. Das Explosionsschutzdokument ist stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

Die Gefährdungsbeurteilung ist nach Auslegung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) auch für Fahrzeuge durchzuführen.

Für alle Werkstätten ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und zu dokumentieren.

Explosionsgefährdete Bereiche werden nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in die Zonen 0, 1 und 2 unterteilt. Für Wasserstofffahrzeuge ergibt sich damit folgende Einstufung:

  • Zone 0 ist ein Bereich, in dem eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist. Die Zone 0 ist praktisch nur in den Wasserstoffkomponenten der Fahrzeuge sowie unmittelbar an deren Austrittsöffnungen vorhanden.

  • Zone 1 ist ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln bilden kann. Zone 1 ist z.B. bei den betriebsmäßig undichten LH2-Fahrzeugen oberhalb der Öffnungen der Abblasleitung am Fahrzeug vorhanden, da hier im Normalbetrieb Wasserstoff austreten kann.

  • Zone 2 ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt. Auch für diese Zone sind besondere Maßnahmen erforderlich, die weiter unten im Zusammenhang mit der Werkstattausstattung beschrieben werden.

Die Eigenschaften von Wasserstoff wurden eingangs beschrieben und unterscheiden sich von den konventionellen Kraftstoffen. Dennoch ist bei der Einteilung der Zonen aufgrund der geringen Dichte, der hohen Diffusion von Wasserstoff und den damit verbundenen Eigenschaften mit Augenmaß vorzugehen.

In Kfz-Werkstätten, in denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass Wasserstoff aus den fahrzeugseitigen Systemen austritt, sind sinnvollerweise primäre Schutzmaßnahmen wie H2-Sensoren zur Erkennung und eine Abluftanlage zur Vermeidung bzw. Einschränkung der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre vorzusehen.