DGUV Information 209-070 - Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung (DGUV Inf...

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Abschnitt 4.2, 4.2 Rohrleitungen
Abschnitt 4.2
Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung (DGUV Information 209-070)
Titel: Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung (DGUV Information 209-070)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-070
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – 4.2 Rohrleitungen

Unter Druck stehende Verschraubungen von Rohrleitungen dürfen nicht geöffnet werden.

Werden Rohrleitungen ausgetauscht, sind genormte nahtlos kaltgezogene Präzisionsstahlrohre zu verwenden. Bei deren Auswahl sind die Anforderungen des Maschinenherstellers hinsichtlich der Materialeigenschaften, Wandstärke, Querschnitte und zulässigen Betriebsdrücke zu beachten (siehe Stückliste).

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Abb. 9
Zentralhydraulik bei Inbetriebnahme

Einige Hersteller von Verbindungselementen bemessen die Nenndrücke von den Normen abweichend. Bauteile gleicher Abmessungen können somit beträchtliche Unterschiede in den Nenndrücken aufweisen. Ähnliche Gewindegrößen unterschiedlicher Systeme (metrisch/zöllig) dürfen nicht verwechselt werden!

CCC_1459_190601_01.jpgMerke
Bei Beschaffung von Ersatzteilen ist zu beachten, dass Bauteile gleicher Abmessungen unterschiedliche Nenndrücke und Gewindeformen haben können!

Werden Rohrleitungen im Rahmen der Instandhaltungsarbeiten neu verlegt, sind sie ausreichend mit Leitungshalterungen zu befestigen.

Folgende Abstände werden empfohlen):

LeitungsaußendurchmesserEmpfohlener Befestigungsabstand 1) zwischen zwei Leitungshalterungen (nach DIN EN ISO 4413)
von einer Leitungsverbindungzwischen zwei Halterungen bei einer geraden Leitungvon einem Bogen
bis 10 mm0,05 Meter0,6 Meter0,1 Meter
über 10 mm bis 25 mm0,10 Meter0,9 Meter0,2 Meter
über 25 mm bis 50 mm0,15 Meter1,2 Meter0,3 Meter
über 50 mm0,20 Meter1,5 Meter0,4 Meter
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Abb. 10
Fachgerechte Befestigung von Rohrleitungen mit Leitungshalterungen

Dabei ist darauf zu achten, dass die Rohrleitung nicht beschädigt wird, z. B. ist ein Befestigen durch Schweißen unzulässig. An Rohrleitungen dürfen keine anderen Bauteile befestigt werden.

Das Biegen der Rohrbögen hat unter Beachtung der Angaben, z. B. Biegeradien auf entsprechenden Vorrichtungen (z. B. Rohrbiegemaschine), zu erfolgen. Die Rohre dürfen beim Biegen nicht geknickt werden. Warmbehandelte Rohre müssen gereinigt und entzundert werden.

Vor dem Einbau sind Rohrleitungsteile stets zu entgraten, zu säubern und entsprechend den Vorschriften der Verschraubungslieferanten zu montieren.

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Abb. 11
Rohrverlegung an einer Großmaschine

Können Leitungsanschlüsse verwechselt werden, müssen sie vom Instandhaltungspersonal vor dem Trennen eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet werden.

Bei der Montage sind die neu zusammengebauten Verbindungen nach Herstellerangaben, z. B. mit dem Drehmomentschlüssel oder gemäß angegebenem Drehwinkel, anzuziehen, um Querkräfte und Verspannungen zu vermeiden.

Rohrleitungen einschließlich Verschraubungen müssen vor Freigabe bis zum maximalen Betriebsdruck auf Dichtigkeit geprüft werden.

Weisen Rohrleitungen an den Verbindungen Leckagen auf, sind diese zu beseitigen. Dazu ist zunächst der drucklose Zustand herzustellen. Danach können nachfolgende Maßnahmen angewandt werden:

  • Überprüfen des Anzugsmomentes von Verschraubungen

  • Überprüfen des Anzugsmomentes von Flanschverbindungen

  • Austausch von Dichtungen

1)

Wiedergegeben mit Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Maßgebend für das Anwenden der DIN-Norm ist deren Fassung mit dem neuesten Ausgabedatum, die bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, erhältlich ist.