Zwischenfall, Notfall, Katastrophe Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorg...

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Abschnitt 7.3 BGI 5097, Glossar
Abschnitt 7.3 BGI 5097
Zwischenfall, Notfall, Katastrophe Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation (BGI 5097)
Titel: Zwischenfall, Notfall, Katastrophe Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation (BGI 5097)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5097
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.3 BGI 5097 – Glossar

Hier werden einige Begriffe erläutert, die in diesem Leitfaden verwendet werden:

Arbeitsschutz

Siehe Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Betriebsstörung

Eine Betriebsstörung ist eine durch eine äußere oder innere Einwirkung eintretende Unterbrechung des regelmäßigen Betriebsablaufes.

Datenschutz

Unter Datenschutz versteht man den Schutz personenbezogener Daten vor dem Missbrauch durch Dritte (nicht zu verwechseln mit Datensicherheit).

Datensicherheit

Mit Datensicherheit wird der Schutz von Daten hinsichtlich gegebener Anforderungen an deren Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität bezeichnet. Ein anderer Begriff dafür ist "IT-Sicherheit".

Datensicherung

(engl. Backup): Bei einer Datensicherung werden zum Schutz vor Datenverlust Sicherungskopien von vorhandenen Datenbeständen erstellt.

Evakuierung

Organisierte Verlegung von Menschen aus einem akut gefährdeten Bereich in einen sicheren Bereich.

IT-Sicherheit

Siehe Datensicherheit

Katastrophe

Groß-Schadensereignis natürlichen Ursprungs (Erdbeben, Sturmfluten, ...) oder durch menschliche Aktivitäten verursacht (Chemieunfall, Verlust sensibler Daten, Anschlag, ...), das zu einer gegenwärtigen Gefahr für das Leben oder die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen, für die Umwelt oder für sonstige bedeutsame Rechtsgüter führt. Es gibt auch technisches Versagen - zum Beispiel Flugzeugabsturz durch Elektronikfehler wie der Beinahe-Absturz eines A 320 im März 2008 in Hamburg-Fuhlsbüttel. Katastrophen kommen äußerst selten vor, haben aber in der Regel ein existenzbedrohendes Schadensausmaß.

Kontinuitätsmanagement

Kontinuitätsmanagement verfolgt das Ziel, die durch einen Notfall oder eine Katastrophe beeinträchtigten kritischen Betriebsfunktionen und Geschäftsprozesse so schnell wie möglich wiederherzustellen, um die Leistungsfähigkeit und Wertschöpfung der Organisation zu sichern. Die kritischen Betriebsfunktionen und Geschäftsprozesse werden im Kontiunitätsmanagement in einer Business Impact Analyse festgelegt.

Krise

Eine vom Normalzustand abweichende, sich plötzlich oder schleichend entwickelnde Lage, die durch ein Risikopotenzial gekennzeichnet ist, das Gefahren und Schäden für Leib und Leben von Menschen, bedeutende Sachwerte, schwerwiegende Gefährdungen des politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Systems in sich birgt und der Entscheidung bedarf - oftmals unter Unsicherheit und unvollständiger Information. Sie betrifft ein Unternehmen als Ganzes und erfordert außerordentliche Maßnahmen zu ihrer Bewältigung, da die bestehenden Organisationsstrukturen und -prozesse in der Regel nicht ausreichen.

Krisenmanagement

Unter Krisenmanagement sind Prozesse, Verhaltensweisen und koordinierte Tätigkeiten zu verstehen, die eine Organisation als Ganzes ausführen muss, um drohende oder bereits eingetretene Krisen zu bewältigen.

Notfall

Ein Notfall ist ein plötzliches, in der Regel unvorhersehbares, auf eine Organisation begrenztes Schadensereignis mit schwerwiegenden Folgen, welches außerordentliche Maßnahmen und rasches Eingreifen erfordert. Dieser kann durch natürliche Ursachen (Unwetter, Stürme, Hochwasser), technische Ursachen (Ausfall technischer Systeme, fehlerhafte Systeme) oder menschliche Aktivitäten (Brand, längerer IT-Systemausfall) entstanden sein. Ein Notfall stellt eine erhebliche Gefährdung von Leben, Gesundheit, Umwelt oder sonstigen bedeutsamen Rechtsgütern dar.

Notfallmanagement

Unter Notfallmanagement sind die Prozesse, Verhaltensweisen und koordinierte Tätigkeiten zu verstehen, die eine Organisationseinheit ausführen muss, um drohende oder bereits eingetretene Notfälle zu bewältigen.

Notfallorganisation

Die Notfallorganisation umfasst die betrieblichen Maßnahmen, um Schäden nach Zwischenfällen oder Notfällen von Menschen, dem Betrieb oder der Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Pandemie

Unter Pandemie versteht man eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit, im engeren Sinn einer Infektionskrankheit. Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt.

Risiko

Kombination von Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts und seines Schadensausmaßes.

Risikoanalyse

Risikoanalyse ist die systematische Ermittlung und der Gebrauch von Information, um ein Risiko zu verstehen und nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung auf eine Organisation oder ein System einzuschätzen.

Risikobeurteilung

Gesamtheit des Verfahrens, das Risikoidentifikation, Risikoanalyse und Risikobewertung umfasst.

Risikobewertung

Prozess, der anhand der Ergebnisse der Risikoanalyse bestimmt, ob die Risikohöhe akzeptierbar beziehungsweise tolerierbar ist.

Risikoidentifikation

Prozess, um Risiken zu finden, und mit ihren Ursachen und Auswirkungen zu beschreiben.

Risikomanagement

Prozesse, Verhaltensweisen und koordinierte Tätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, eine Organisation bezüglich Risiken zu steuern. Das bedeutet eine systematische Anwendung von Grundsätzen, Verfahren und Tätigkeiten, um Risiken zu identifizieren, zu analysieren, zu bewerten, zu bewältigen, zu überwachen sowie über Risiken zu kommunizieren. Notfall-, Krisen- und Kontinuitätsmanagement sollten in das Risikomanagement integriert sein.

Safety

Siehe Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Schutzziel

Beschreibung eines herbeizuführenden Sollzustands; Schutzziele werden aus den Ergebnissen der Risikoanalyse und der Risikobewertung abgeleitet.

Schutzkonzept

Die Beschreibung aller strukturellen und prozessorientierten Maßnahmen zum Erreichen der Schutzziele. Das Schutzkonzept beinhaltet die Sicherheits- und Notfallorganisation (Notfallmanagement/Krisenmanagement).

Security

Bewahrung von Sachwerten und die Bewahrung von Leben und Gesundheit gegen Angriffe von außen aus der Sicht einer Institution - zum Beispiel Unternehmen, Institut, Behörde. Der Begriff beschreibt die Schutzmaßnahmen gegen die Angriffe von außen für die Personen im Unternehmen (Beschäftigte, Besucher) sowie für die Gebäude, Einrichtungen und Daten (IT-Sicherheit) des Unternehmens.

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Bewahrung von Leben und Gesundheit in Verbindung mit der Berufsarbeit. Der Begriff beschreibt eine menschengerechte Gestaltung und eine ständige Verbesserung der Arbeit, damit diese insgesamt den körperlichen und geistigen Leistungsvoraussetzungen der Beschäftigten entspricht. Der Begriff umfasst die Abwehr von Unfallgefahren und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Der Begriff wird synonym mit Arbeitsschutz oder Safety verwendet.

Sicherheitsorganisation

Die Sicherheitsorganisation umfasst alle strukturellen und prozessorientierten Maßnahmen des Unternehmens in den Bereichen

  • Security und

  • Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Safety).

Ziel der Sicherheitsorganisation ist es, präventiv Schadensereignisse (Unfälle, Zwischenfälle, Notfälle, Katastrophen) zu verhindern.

Terrorakt

Ein Terrorakt ist ein schwerer Anschlag durch arbeitsteilig organisierte, grundsätzlich verdeckt operierende Gruppen, der zu einer schweren Schädigung für das Leben oder die Gesundheit von Menschen, für die Umwelt oder für sonstige bedeutsame Rechtsgüter führen kann. Terrorismus ist die aggressivste und militanteste Form des politischen/ideologisch en Extremismus, bei der die extremistischen Ziele mit Mitteln eines nachhaltig geführten gewaltsamen Handelns durch systematische Anwendung massiver Gewaltakte verfolgt werden.

Zwischenfälle

Ein Zwischenfall ist eine Störung des bestimmungsgemäßen Betriebes (Ausfall der Heizungsanlage, kurzzeitiger Serverabsturz, ...), bei der sofort oder später eine Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit von Menschen, für die Umwelt oder für sonstige Rechtsgüter auftreten kann. Die Einschätzung, was als Zwischenfall angesehen wird, basiert auch auf der subjektiven Beurteilung der handelnden Personen. Zwischenfälle kommen in Unternehmen häufig vor, haben aber in der Regel ein geringes Schadensausmaß.