Zwischenfall, Notfall, Katastrophe Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorg...

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Abschnitt 5.5 BGI 5097, Psychische Verarbeitung
Abschnitt 5.5 BGI 5097
Zwischenfall, Notfall, Katastrophe Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation (BGI 5097)
Titel: Zwischenfall, Notfall, Katastrophe Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation (BGI 5097)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5097
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.5 BGI 5097 – Psychische Verarbeitung

Extremsituationen bewältigen

© Banana Stock

Bei Naturkatastrophen, Überfällen, kriminellen Handlungen und ähnlichen Extremsituationen kann es zu extremen psychischen Belastungen einzelner Beschäftigter kommen. Beispiele hierfür sind das Betreuen von schwerverletzten oder sterbenden Menschen oder auch Geiselnahme und Bedrohung mit Waffen. Planen und organisieren Sie den verantwortungsvollen Umgang mit Beschäftigten, die durch solche Ereignisse psychisch belastet sind.

TIPPS ZUM VORGEHEN

  • Stellen Sie sicher, dass Vorgesetzte oder Kollegen sich um die betroffenen Beschäftigten kümmern und sie angemessen unterstützen.

  • Wenn Beschäftigte durch Extremsituationen psychisch belastet werden, sollte auf jeden Fall ärztliche Hilfe - zum Beispiel bei dem zuständigen Betriebsarzt, dem Hausarzt oder dem Durchgangsarzt - in Anspruch genommen sowie vom Unternehmen eine Unfallanzeige erstellt werden.

  • Organisieren Sie, dass gemeinsam mit dem behandelnden Arzt überprüft wird, ob weitere psychologische Betreuung erforderlich ist.

  • Berücksichtigen Sie, dass auch bei körperlichen Verletzungen erlebnisbedingte psychische Belastungen vorliegen können. Sorgen Sie dafür, dass diese Belastungen gegenüber dem Durchgangsarzt erwähnt werden.

  • Überlegen Sie gemeinsam mit dem betroffenen Beschäftigten, wie er nach Notfällen und Katastrophen im Unternehmen eingesetzt werden will und kann.

  • Planen und organisieren Sie die Betreuung betroffener Beschäftigter mit Ihrem Betriebsarzt.

"Erstbetreuer nach psychisch belastenden Ereignissen"

Überlegen Sie, ob es für Ihr Unternehmen sinnvoll ist, eine Person als "Erstbetreuer" zu benennen. Erstbetreuer können zum Beispiel für Banken oder Firmen mit Einsätzen in Krisengebieten hilfreich sein. Der Erstbetreuer besitzt spezielle Kenntnisse zur Betreuung von Personen nach psychisch belastenden Ereignissen. Der Erstbetreuer kümmert sich persönlich um die betroffene Person, vermittelt Nähe und Ruhe, bietet Fürsorge und Zuwendung an.

Hilfen der VBG bei Betreuung von Beschäftigten nach Katastrophen

  • Jede Katastrophe ist für die betroffenen Beschäftigten zunächst ein einschneidendes Ereignis, das in der Regel einen schockartigen Zustand bei den Betroffenen hervorrufen kann (sehr aufgeregt, verwirrt, traurig, wütend, wie betäubt). Danach versuchen die Betroffenen, mit der Erfahrung "fertig" zu werden. Auch dann können aber noch Angst, Selbstzweifel, Schlafstörungen, starke Wut, Niedergeschlagenheit oder andere Probleme auftreten. Das sind normale Reaktionen. Bei den meisten Betroffenen gehen die beschriebenen psychischen Folgen nach wenigen Tagen zurück. Bei der Bewältigung der psychischen Folgen können Sie die betroffenen Beschäftigten unterstützen.

  • Die VBG berät die Betroffenen und den Unternehmer. Die VBG wird umgehend mit den betroffenen Beschäftigten Kontakt aufnehmen. Erfordern die erlebnisbedingten psychischen Symptome eine geeignete fachliche Betreuung - zum Beispiel durch einen qualifizierten Psychotherapeuten -, bietet die VBG den Betroffenen diese Hilfe an. Diese Betreuung kann nach Bedarf als Einzel- oder Gruppengespräch durchgeführt werden. Die Kosten der auf diesem Weg eingeleiteten Maßnahmen sind im Mitgliedsbeitrag an die VBG enthalten.

Was finde ich auf der Internet-Themenseite "Zwischenfall, Notfall, Katastrophe"?

  • Infoblatt "Gewaltvorfälle in Ausbildungseinrichtungen"

  • Infoblatt "Verhalten während eines Überfalls"