DGUV Information 214-030 - Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vo...

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Abschnitt 1.8, Wie können sensibilisierende und toxische Wir...
Abschnitt 1.8
Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge in Abfallbehandlungsanlagen - unter besonderer Berücksichtigung biologischer Arbeitsstoffe - (bisher: BGI 5093)
Titel: Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge in Abfallbehandlungsanlagen - unter besonderer Berücksichtigung biologischer Arbeitsstoffe - (bisher: BGI 5093)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-030
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.8 – Wie können sensibilisierende und toxische Wirkungen "zusätzlich berücksichtigt" werden, wie es die Biostoffverordnung fordert?

Der Arbeitgeber ist laut Biostoffverordnung verpflichtet, "sensibilisierende und toxische Wirkungen […] zusätzlich zu berücksichtigen" (§ 7). Wie diese zu berücksichtigen sind, wird nicht weiter ausgeführt. Wichtig ist, dass die Einstufungen in Risikogruppen (TRBA 460 ff) lediglich das Infektionsrisiko berücksichtigen. Was das genau bedeutet, sagt der Gesetzgeber an dieser Stelle nicht. Zur Information kann das "Verzeichnis sensibilisierender Stoffe (TRGS 907)" herangezogen werden.

Aufgrund der hier dargelegten speziellen Problematik erscheint folgende auf Abfallbehandlungsanlagen bezogene Interpretation sinnvoll:

  1. 1.

    Toxizität (Giftigkeit): Einige Mikroorganismen erzeugen starke Gifte. Schimmelpilze können "Mykotoxine", z.B. Aflatoxine bilden, ebenso bilden einige Bakterien "Endotoxine" oder "Exotoxine". Die Stoffe wirken vorwiegend nach oraler Aufnahme. Daher ist neben den Maßnahmen zur Staubminderung insbesondere das Einhalten "normaler" Hygieneregeln wichtig, um der Aufnahme der Gifte vorzubeugen: Händehygiene, Lebensmittel sauber aufbewahren.

  2. 2.

    Sensibilisierung: Die Sensibilisierung ist der erste Schritt zur Entwicklung einer Allergie. Auch hier sind die Schimmelpilze und vor allem deren Sporen die Problemstoffe. Zwar werden auch die sensibilisierenden Bestandteile mit den weiter unten beschriebenen hygienischen und lüftungstechnischen Maßnahmen reduziert. Jedoch können bei sensibilisierten Personen schon sehr geringe Konzentrationen allergische Reaktionen auslösen. Allergiegefährdete Arbeitnehmer sollten an Arbeitsplätzen mit bekannt hoher Schimmelpilzbelastung daher nicht eingesetzt werden. Eine entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung vor Aufnahme der Tätigkeit und regelmäßig während der Tätigkeit ist angezeigt.