DGUV Information 214-030 - Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vo...

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Abschnitt 1.4, Werden in Abfallbehandlungsanlagen "gezielte"...
Abschnitt 1.4
Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge in Abfallbehandlungsanlagen - unter besonderer Berücksichtigung biologischer Arbeitsstoffe - (bisher: BGI 5093)
Titel: Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge in Abfallbehandlungsanlagen - unter besonderer Berücksichtigung biologischer Arbeitsstoffe - (bisher: BGI 5093)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-030
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.4 – Werden in Abfallbehandlungsanlagen "gezielte" oder "nicht gezielte" Tätigkeiten verrichtet?

Die Biostoffverordnung dient dem Schutz der Beschäftigten bei "gezielten" oder "nicht gezielten" Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen. Dies setzt voraus, dass Beschäftigte mit Materialien umgehen, bei denen biologische Arbeitsstoffe freigesetzt werden können und ein direkter Kontakt mit diesen Stoffen nicht auszuschließen ist.

Mögliche Aufnahmepfade für biologische Arbeitsstoffe sind:

  • Einatmen der biologischen Arbeitsstoffe bzw. von Flüssigkeitströpfchen (Aerosolen) oder Stäuben, die biologische Arbeitsstoffe enthalten (inhalativ),

  • Verschlucken, auch von Staub, Aerosolen und Anhaftungen (oral; zum Beispiel durch Schmierinfektion),

  • Aufnahme über die Haut (dermal),

  • Aufnahme direkt ins Blut, z.B. durch Kontakt mit kleinen Wunden oder per Nadelstich- oder Schnittverletzung (Inokulation).

In Abfallbehandlungsanlagen werden Tätigkeiten ausgeführt, bei denen Beschäftigte mit Gegenständen umgehen, die unbekannte biologische Arbeitsstoffe enthalten bzw. denen diese Stoffe anhaften. Durch Hautkontakt oder das Einatmen von Bioaerosolen kommen die Beschäftigten mit biologischen Arbeitsstoffen in Kontakt, ohne dass die Tätigkeiten auf diese Stoffe ausgerichtet sind. Derartige Arbeiten bezeichnet die Biostoffverordnung als "nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen". Dagegen ist beispielsweise das Züchten von bestimmten Bakterienstämmen im Labor eine "gezielte Tätigkeit" im Sinne der Biostoffverordnung.