Sicherer Betrieb von Abschlepp- und Bergungsfahrzeugen (BGI 5065)

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Abschnitt 1.1 BGI 5065, 1 Begriffe 1.1 Technik
Abschnitt 1.1 BGI 5065
Sicherer Betrieb von Abschlepp- und Bergungsfahrzeugen (BGI 5065)
Titel: Sicherer Betrieb von Abschlepp- und Bergungsfahrzeugen (BGI 5065)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5065
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.1 BGI 5065 – 1
Begriffe

1.1
Technik

Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge

Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge sind Einsatzfahrzeuge, die für das Abschleppen bzw. das Bergen von Fahrzeugen gebaut sind.

Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge können z.B. mit folgenden Aufbauten ausgerüstet sein:

  • Verschiebeplateau und Winde,

  • Bergewinde und Bergestütze,

  • Hubbrille,

  • Hubarm,

  • Lkw-Ladekran.

Abb. 2: Aufbauten von Einsatzfahrzeugen

Der Begriff "Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge" wird in dieser Broschüre als Oberbegriff für die in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung verwendeten und festgelegten Begriffe Abschleppwagen und Bergungsfahrzeuge verwendet.

Abschleppwagen (Kranwagen)

Abschleppwagen sind Kraftfahrzeuge, die zum Bergen und Abschleppen von Unfallfahrzeugen mit einem in der Regel festen Ausleger (ohne Drehkranz) ausgerüstet sind, der in der Länge veränderlich und in der Neigung verstellbar sein kann. Sie sind zum Fahren mit belastetem Ausleger auf öffentlichen Straßen bestimmt.

§ 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO

Abb. 3: Abschleppwagen

Abschleppen

Abschleppen ist das Wegschaffen eines betriebsunfähig gewordenen Fahrzeuges oder eines Zuges von der Straße oder von anderen Stellen, z.B. vom Hof oder von der Garage, zum nächsten geeigneten Bestimmungsort (Werkstatt usw.).

VkBl. 1961, S. 24/25

Abb. 4: Abschleppen

Bergen

Unter Bergen wird das Aufrichten und/oder Herausziehen festsitzender Fahrzeuge verstanden.

§ 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO

Abb. 5: Bergen eines festsitzenden Fahrzeuges

Bergungsfahrzeuge

Bergungsfahrzeuge sind Fahrzeuge, die nach ihrer Bauart und den Einrichtungen dazu bestimmt sind, beschädigte oder liegen gebliebene Fahrzeuge mittels technischer Einrichtungen (z.B. mittels Winde) auf die Ladefläche zu heben oder zu ziehen und dann abzutransportieren.

Abb. 6: Bergungsfahrzeug

Befehlseinrichtungen

Befehlseinrichtungen sind Schalteinrichtungen zum Ingangsetzen und Stillsetzen von kraftbetriebenen Aufbauten/Aufbauteilen. Das Betätigen erfolgt mit Stellteilen, z.B.

  • Hebeln,

  • Drucktastern.

Betriebsmäßiges Begehen

Betriebsmäßiges Begehen von Arbeitsplätzen auf Fahrzeugen liegt vor, wenn insbesondere

  • Be- und Entladearbeiten,

  • Arbeiten zur Ladungssicherung,

  • Betätigen von Einrichtungen, Aggregaten oder Stellteilen des Fahrzeuges,

  • Überwachen von Arbeitsabläufen,

  • Kontrollarbeiten

nicht vom Boden aus möglich sind, sondern den Aufenthalt von Personen auf dem Fahrzeug mit seinen Aufbauten erfordern.

§ 24 BGV D29

Betriebssicherer Zustand

Der betriebssichere Zustand umfasst sowohl den verkehrssicheren als auch den arbeitssicheren Zustand von Abschlepp- und Bergungsfahrzeugen.

§ 57 Abs. 1 BGV D29

Einsatzarbeiten

Einsatzarbeiten sind alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit Abschlepp- und Bergungsarbeiten. Hierzu können auch Maßnahmen zum Wiederherstellen der Roll- bzw. Betriebsfähigkeit von Fahrzeugen gehören.

Einsatzstellen

Einsatzstellen sind Orte, an denen Abschlepp- und Bergungsarbeiten durchgeführt werden.

Gefahrstellen

Gefahrstellen sind Stellen der Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge sowie Gegenstände an der Einsatzstelle, an denen Personen verletzt werden können. Dies sind im Wesentlichen

  • Quetsch- und Scherstellen,

  • Fangstellen,

  • Stich- und Stoßstellen,

  • Einzugstellen,

  • Stolperstellen.

Hubarm

Hubarme sind heckseitig am Abschlepp- und Bergungsfahrzeug montierte Einrichtungen zum Aufnehmen betriebsunfähiger Fahrzeuge unter einer Achse zum Zwecke des Abschleppens.

Abb. 7: Hubarm mit Gabeln

Hubbrille

Hubbrillen sind Hubarme mit zusätzlichen Einrichtungen, um Fahrzeuge an den Rädern einer Achse aufzunehmen.

Abb. 8: Hubbrille

Hubarm und Hubbrille sind Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie, gelten jedoch nicht als Krane.

Krane

Krane sind Hebezeuge, die Lasten mit einem Tragmittel heben und zusätzlich in eine oder mehrere Richtungen bewegen können.

§ 2 Abs. 1 BGV D6

Krane werden zudem eingeteilt nach ihrer Bauart und nach ihrer Verwendung:

Bauart: Fahrzeugkrane sind Auslegerkrane und Drehkrane auf gleislosem oder gleisgebundenem Fahrzeug mit über die Standfläche hinausragendem Ausleger.

Nr. 7 DIN 15001 Blatt 1

Abb. 9: Aufrichten eines verunfallten Lkw mit Fahrzeugkranen

Verwendung: Abschleppkrane sind Bergungskrane für den Straßenverkehr, das heißt Krane zur Hilfeleistung bei Unfällen und zum Beseitigen der Trümmer.

Nr. 14 DIN 15001 Blatt 2

Lkw-Ladekrane

Lkw-Ladekrane sind Fahrzeugkrane, die vorwiegend zum Be- und Entladen der Ladeflächen des Fahrzeuges gebaut und bestimmt sind und deren Lastmoment 30 mt oder deren Auslegerlänge 15 m nicht überschreiten. Begriffsbestimmungen finden sich auch in der Ladekran-Norm.

§ 2 Abs. 2 BGV D6

Nr. 3.1.1 DIN EN 12999

Abb. 10: Lkw-Ladekran