DGUV Information 214-023 - Nur (nicht um-) kippen Leitfaden für Fahrer und Unter...

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Abschnitt 3.4, 3.4 Der "Spannungstrichter"
Abschnitt 3.4
Nur (nicht um-) kippen Leitfaden für Fahrer und Unternehmer, damit der Kippsattel beim Kippen nicht umkippt (DGUV Information 214-023)
Titel: Nur (nicht um-) kippen Leitfaden für Fahrer und Unternehmer, damit der Kippsattel beim Kippen nicht umkippt (DGUV Information 214-023)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-023
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – 3.4 Der "Spannungstrichter"

Und noch etwas, auch wenn es nicht unmittelbar die Umsturzgefahr betrifft:

Viele Unfälle passieren beim Abkippen unter Freileitungen (Hochspannungsleitungen), weil niemand auf sie geachtet hat. Oft schon bei der Annäherung, spätestens aber beim Kontakt mit den Leitungen "wählt" der Strom den Weg über das Fahrzeug zum Boden.

Deshalb: Immer mindestens 5 m Sicherheitsabstand zwischen dem höchsten Teil des angekippten Aufliegers und den Leitungen einhalten!

Wenn es doch zu einem Stromübertritt kommt: Sofort weg von der Leitung! Versuchen, das Fahrzeug aus dem Bereich herauszufahren oder die Kipperbrücke wieder abzusenken. Dabei möglichst keine leitenden Fahrzeugteile im Innenraum berühren.

Und wenn das alles nicht klappt:

  • Nicht einfach aussteigen, denn im Boden bildet sich ein lebensgefährliches elektrisches Feld um das Fahrzeug: der Spannungstrichter! Der Bereich bis zu 20 m rund um das Fahrzeug ist kritisch, eine Annäherung oder gar Berührung des Fahrzeugs von außen wäre tödlich. Deshalb warnen Sie auch Umstehende.

  • Im Fahrzeug sind Sie vorerst sicher. Wenn möglich, das Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) z. B. mit dem Mobiltelefon informieren, denn nicht alle Netze schalten automatisch ab und nur Fachleute können die Spannungsfreiheit feststellen!

  • Falls das Fahrzeug zu brennen beginnt, kann nur noch folgende Vorgehensweise empfohlen werden - auch wenn sie keine 100 %ige Sicherheit bietet:

    1. a)

      Möglichst ruhig und besonnen bleiben. Wenn vorhanden: Trockene Schuhe und Handschuhe anziehen. Die Tür öffnen, dabei keine metallischen Teile berühren und ausnahmsweise(!) aus dem Führerhaus springen. Dabei ist ein Abfangen mit den Armen oder Festhalten an Fahrzeugteilen zu vermeiden.

    2. b)

      Füße auf dem Boden dicht nebeneinander halten und ruhig in kleinen Trippelschritten (halbe Fußlänge) vom Fahrzeug entfernen.

Was kann man vorbeugend tun?

  • In den meisten Fällen schalten die Energieversorgungsunternehmen (EVU) die gefährdeten Bereiche frei, wenn sie vorher entsprechend informiert werden.

  • Außerdem ist es sinnvoll, wenn im Fahrzeug die Notfallnummern der entsprechenden EVU vorliegen (so viele sind das erfahrungsgemäß nicht). Sollte es zu einem Stromübertritt kommen, kann der Fahrer per Mobiltelefon sofort alarmieren.

Also:
Keine Angst vor dem Anrufen!