Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)

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Abschnitt 3 BGI 5053, 3 Normen und Richtlinien
Abschnitt 3 BGI 5053
Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Titel: Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5053
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 BGI 5053 – 3 Normen und Richtlinien

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung verweist hinsichtlich Messtechnik auf den Stand der Technik und stellt damit eine Verbindung zu den einschlägigen Messnormen her. Die EG-Lärmschutz-Richtlinie 2003/10/EG [8] bezieht sich hinsichtlich Lärmmessung auf die ISO 1999 [14], die jedoch nur eine relativ grobe Beschreibung der Messmethodik enthält.

Sehr viel detaillierter wird die Lärmmessung am Arbeitsplatz in der ISO 9612 beschrieben, die in den letzten Jahren vollständig überarbeitet wurde und inzwischen als ein Entwurf DIN EN ISO 9612 "Akustik; Bestimmung der Lärmexposition am Arbeitsplatz" [15] vorliegt. Der Einfachheit halber wird diese Entwurfsfassung hier in der Regel kurz mit ISO 9612 (Entwurf) oder nur mit ISO 9612 bezeichnet.

Bis zur Verabschiedung der Endfassung dieser Norm ist in Deutschland die DIN 45645-2 [16] maßgebend für die Beurteilung der Lärmbelastung an Arbeitsplätzen. Da jedoch die DIN 45645-2 zurückgezogen werden muss, sobald eine entsprechende Europäische Norm (EN) vorliegt und somit das Ende dieser DIN-Norm in der jetzigen Fassung abzusehen ist, empfiehlt es sich, sich schon einmal mit der Messung nach ISO 9612 vertraut zu machen. Deshalb wird hier die Messung nach diesen beiden Messnormen erläutert, wobei festzustellen ist, dass die in dem neuen ISO-Entwurf 9612 beschriebenen Messstrategien mit den entsprechenden Festlegungen der DIN 45645-2 weitgehend in Einklang sind [17].

Beim Vergleich der beiden Messnormen ist allerdings zu erwähnen, dass die DIN 45645-2 auch die Beurteilung von Geräuschen im Pegelbereich der Belästigung beinhaltet, während die ISO 9612 (Entwurf) nur die Bestimmung des Lärmexpositionspegels im höheren Pegelbereich behandelt. Nach dem Zurückziehen der DIN 45645-2 müsste deshalb eine neue DIN-Norm geschaffen werden, nach der sich z.B. die Geräuschbelastungen an Büroarbeitsplätzen beurteilen lassen.

Im Folgenden sollen die im Zusammenhang mit der Bestimmung der Lärmexposition am Arbeitsplatz bedeutenden Normen und Richtlinien in wenigen Worten beschrieben werden.

  • DIN 45641: Mittelung von Schallpegeln. Juni 1991 [18]

    Die Norm erläutert verschiedene Verfahren zur Bestimmung des Mittelungspegels. Dabei wird z.B. die Berechnung des Mittelungspegels bzw. des äquivalenten Dauerschallpegels durch Zerlegung einer Arbeitsschicht in mehrere, separat zu erfassende Tätigkeiten beschrieben.

  • DIN 45645-2: Ermittlung von Beurteilungspegeln aus Messungen; Teil 2: Geräuschimmissionen am Arbeitsplatz. Juli 1997 [16]

    Die Norm beschreibt die Durchführung von Geräuschimmissionsmessungen an Arbeitsplätzen, wobei drei Genauigkeitsklassen unterschieden werden. Die gewonnenen Ergebnisse erlauben die Beurteilung der Lärmbelastungen sowohl hinsichtlich Gehörgefährdung als auch hinsichtlich Störwirkung und Lästigkeit.

  • VDI 2058 Blatt 2: Beurteilung von Lärm hinsichtlich Gehörgefährdung. Juni 1988 [19]

    Diese VDI-Richtlinie behandelt die Entstehung von Hörminderungen und Gehörschäden und gibt Hinweise zur Beurteilung von Geräuschbelastungen. Es wird zwischen akuten Gehörschäden durch sehr hohe kurzzeitige Geräuschbelastungen, z.B. Knalle und Explosionen, und chronischen Gehörschäden durch langjährige Belastungen mit Beurteilungspegeln ab 85 dB(A) unterschieden. Außerdem wird die Beurteilung von Ultraschall und Infraschall kurz angesprochen und es werden hierfür entsprechende Grenzwerte genannt, mit denen sich Beeinträchtigungen vermeiden lassen.

  • VDI 2058 Blatt 3: Beurteilung von Lärm am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung unterschiedlicher Tätigkeiten. Februar 1999 [6]

    Diese VDI-Richtlinie beschreibt ganz allgemein die Wirkung von Lärm auf die Gesundheit, Arbeitssicherheit und Leistungsfähigkeit, insbesondere im nicht Gehör gefährdenden Pegelbereich unter 85 dB(A). Den in der früheren Fassung der Arbeitsstättenverordnung festgelegten Schallpegelstufen von 55, 70 und 85 dB(A) werden Tätigkeitsmerkmale, Belastungs- und Beanspruchungsarten zugeordnet. Als Orientierungshilfe werden beispielhaft Tätigkeiten angegeben, so dass sich einzelnen Arbeitsplätzen jeweils die entsprechenden Grenzwerte zuordnen lassen.

  • ISO 1999: Akustik; Bestimmung der Lärmbelastung am Arbeitsplatz und Abschätzung der lärmbedingten Hörminderung. 1990 [14]

    Die Norm beschreibt ein Messverfahren zur Bestimmung des Lärmexpositionspegels an Arbeitsplätzen. Besondere Bedeutung kommt dem auf umfangreichen audiometrischen Daten beruhenden empirischen Modell zur Vorhersage von Hörverlustverteilungen für lärmbelastete Populationen zu. Dieses Modell ist anwendbar für Lärmexpositionspegel LEX,8h von 75 bis 100 dB(A) und erlaubt Hörverlustprognosen für die Fraktile 0,05 bis 0,95. Für diese relativ komplizierten Berechnungen steht auf der Internetseite des Institutes für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA) ein herunterladbares Programm zur Verfügung (www.dguv.de/bgia, Webcode 2004009).

  • DIN EN ISO 9612 (Entwurf Juni 2007): Bestimmung der Lärmexposition am Arbeitsplatz; Verfahren der Genauigkeitsklasse 2 [15]

    Die Norm gibt eine detaillierte Beschreibung der messtechnischen Ermittlung des Lärmexpositionspegels an Arbeitsplätzen entsprechend der Genauigkeitsklasse 2. Dabei werden drei Messstrategien unterschieden, die weitgehend mit den entsprechenden Verfahren nach DIN 45645-2 übereinstimmen, dort jedoch nicht so deutlich als Messverfahren nebeneinander gestellt sind. Die Norm enthält einen neuen Ansatz zur Bestimmung der Messunsicherheit, der im Vergleich zur bisherigen Praxis eine Verbesserung darstellt, allerdings auch mit einem größeren Rechenaufwand verbunden ist.