Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)

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Abschnitt 11.2 BGI 5053, 11.2 Vorschlag für Grenzwertverglei...
Abschnitt 11.2 BGI 5053
Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Titel: Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5053
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 11.2 BGI 5053 – 11.2 Vorschlag für Grenzwertvergleich bei Messungen nach ISO 9612

Das in ISO 9612 (Entwurf) beschriebene Verfahren zur Bestimmung der Lärmexposition wird der Genauigkeitsklasse 2 (Ingenieurverfahren) zugeordnet. Hinsichtlich Grenzwertvergleichs gibt es in der ISO keine Aussagen.

Mit dem relativ aufwändigen Messverfahren nach ISO 9612 (Entwurf) können sich jedoch in Abhängigkeit von der gegebenen Geräuschsituation bzw. den gewonnenen Stichprobenmesswerten, dem Stichprobenumfang und dem eingesetzten Schallmessgerät (Klasse 1 oder 2) deutlich abweichende Unsicherheiten ergeben. So lassen sich z.B. kombinierte Standardunsicherheiten u von ca. 1,5 bis 6 dB errechnen, was nach DIN 45645-2 Ergebnissen der Genauigkeitsklasse 1 bis 3 entspräche.

Überschlägige Rechnungen zeigen, dass z.B. eine berufsbildbezogene Stichprobenmessung nach ISO 9612 (Entwurf) mit einem Schallpegelmesser der Klasse 1 nach DIN 45645-2 der Genauigkeitsklasse 1 entspräche, falls die kombinierte Standardunsicherheit u nicht mehr als 1,7 dB beträgt. Bis zu einer kombinierten Standardunsicherheit u von 3,8 dB ließe sich das Ergebnis der Genauigkeitsklasse 2 nach DIN 45645-2 zuordnen.

Im Vergleich zu der nach DIN 45645-2 in den drei Stufen ≤ 1,5 dB, ≤ 3 dB und ≤ 6 dB abzuschätzenden Unsicherheit bei der Erfassung der längerfristig typischen Geräuschimmission (siehe Tabelle 6) fallen die hier genannten kombinierten Standardunsicherheiten u jeweils etwas höher aus, da sie auch die für das Messgerät und die Mikrofonposition angenommenen Unsicherheiten beinhalten.

Da sich die bisherige Praxis des Grenzwertvergleiches nach DIN 45645-2 durchaus bewährt hat und mit entsprechendem Messaufwand in der Regel eindeutige Entscheidungen ermöglicht (siehe Abschnitt 11.1), soll hier ein Verfahren beschrieben werden, das den Grenzwertvergleich nach DIN 45645-2 mit der Unsicherheitsbetrachtung nach ISO 9612 (Entwurf) verbindet. Es wird das Prinzip der DIN 45645-2 beibehalten, dass man drei Genauigkeitsklassen unterscheidet und diesen feste Unsicherheiten ΔL von 0 dB, 3 dB und 6 dB für den Grenzwertvergleich zuordnet (Konvention).

Die Genauigkeitsklassen ergeben sich entsprechend der folgenden Tabelle 9 unmittelbar aus den nach ISO 9612 (Entwurf) berechneten kombinierten Standardunsicherheiten u.

Die hier gewählte Stufung der kombinierten Standardunsicherheit 2 dB, 4 dB und 7 dB basiert auf den oben durch Vergleich mit DIN 45645-2 für die Genauigkeitsklassen berechneten Werten, wobei die Werte aus Gründen der Vereinfachung auf volle dB gerundet sind.

Tabelle 9:
Vorschlag zur Unterscheidung von Genauigkeitsklassen in Abhängigkeit von der nach ISO 9612 (Entwurf) ermittelten kombinierten Standardunsicherheit u (in Anlehnung an DIN 45645-2)

Genauigkeitsklasse123
Kombinierte Standardunsicherheit u≤ 2 dB≤ 4 dB≤ 7 dB
Unsicherheit ΔL für Grenzwertvergleich (Konvention nach DIN 45645-2)0 dB3 dB6 dB

Beim Grenzwertvergleich ist jeweils zu prüfen, ob der Grenzwert Lg unterhalb, innerhalb oder oberhalb des Pegelbereiches

(LEX,8h - ΔL) bis (LEX,8h + ΔL)

liegt (siehe auch Beispiel in Abschnitt 11.1). Liegt der Grenzwert innerhalb dieses Pegelbereiches, ist keine eindeutige Entscheidung möglich. Dann sind gegebenenfalls zusätzliche Erhebungen erforderlich, um Ergebnisse entsprechend einer höheren Genauigkeitsklasse zu erzielen. Lässt sich damit eine kombinierte Standardunsicherheit u von bis zu 2 dB erreichen, wird beim Grenzwertvergleich eine Unsicherheit ΔL von 0 dB angenommen, so dass in jedem Fall eine eindeutige Entscheidung möglich ist.