Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)

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Abschnitt 10.2 BGI 5053, 10.2 Unsicherheit nach DIN 45645-2
Abschnitt 10.2 BGI 5053
Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Titel: Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5053
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 10.2 BGI 5053 – 10.2 Unsicherheit nach DIN 45645-2

Bei der Unsicherheitsbetrachtung nach DIN 45645-2 [16] werden nur zwei Einflussfaktoren berücksichtigt:

  • Die Genauigkeitsklasse des Messgerätes,

  • die Unsicherheit bei der Erfassung der längerfristig typischen Geräuschbelastung.

Daraus wird die Genauigkeitsklasse des Ergebnisses bestimmt, indem zunächst die einzelnen in der Tabelle 6 eingetragenen Einflussfaktoren für sich betrachtet und der in der Tabelle angegebenen Genauigkeitsklasse zugeordnet werden. Die dabei festgestellte Klasse mit der geringsten Genauigkeit bestimmt schließlich die Genauigkeitsklasse des Beurteilungsergebnisses.

Tabelle 6:
Bestimmung der Genauigkeitsklasse des Lärmexpositionspegels

Genauigkeitsklasse123
Messgerät (siehe Abschnitt 5)Klasse 1Klasse 2 oder besserKlasse 3 oder besser
geschätzte Unsicherheit bei der Erfassung der längerfristig typischen Geräuschimmission
oder
Formelgröße
  
beim Stichprobenverfahren
≤ 1,5 dB≤ 3 dB≤ 6 dB

Erste Voraussetzung zur Messung nach einer bestimmten Genauigkeitsklasse ist die Verwendung eines Schallmessgerätes der entsprechenden Klasse oder einer höheren Klasse. Das zweite Kriterium ist die Unsicherheit bei der Erfassung der längerfristig typischen (repräsentativen) Geräuschimmission. Diese Unsicherheit kann entweder in den drei Stufen ≤ 1,5 dB, ≤ 3 dB und ≤ 6 dB abgeschätzt oder nach dem Stichprobenverfahren nach DIN 45645-2, Anhang B unter Anwendung der in Tabelle 6 genannten Formelgröße ermittelt werden.

Bei der Abschätzung der Unsicherheit bei der Erfassung der längerfristig typischen Geräuschsituation ist zu berücksichtigen, dass neben den ermittelten Lärmbelastungswerten gegebenenfalls auch die für die einzelnen Tätigkeiten angenommenen Teilzeiten Einfluss auf das Ergebnis haben. Im Einzelfall kann es zweckmäßig sein, den Lärmexpositionspegel für verschiedene angenommene Tätigkeitsdauern zu berechnen und zu prüfen, in welchem Maße sich das auf das Ergebnis auswirkt.

Die zuverlässige Abschätzung der Unsicherheit erfordert eine große Erfahrung in der akustischen Messtechnik und eine genaue Kenntnis der Arbeitsplatzbedingungen. Bei der Anwendung des Stichprobenverfahrens nach der DIN 45645-2 ergibt sich die Unsicherheit aus der in der Tabelle 6 angegebenen Formelgröße in Abhängigkeit von der Streuung der Stichprobenmesswerte s und dem Stichprobenumfang n. Dabei ist allerdings anzumerken, dass sich die Stichprobenerhebung auf einen ausreichend langen Zeitraum erstrecken muss. So ist z.B. die Stichprobennahme über mehrere Tage erforderlich, wenn sich die Lärmsituation an den einzelnen Tagen unterscheidet.

Nach der Ermittlung der Genauigkeitsklasse des Lärmexpositionspegels entsprechend Tabelle 6 werden den Genauigkeitsklassen 1, 2 und 3 als Konvention die Unsicherheiten von 0 dB, 3 dB und 6 dB zugeordnet. Diese Unsicherheiten sind vor allem für den Vergleich mit Auslösewerten bzw. Aktionswerten von Bedeutung. Die hier für die Genauigkeitsklasse 1 festgelegte Unsicherheit von 0 dB hat den wesentlichen Vorteil, dass sich damit in jedem Fall entscheiden lässt, ob ein bestimmter Lärmpegel unter- oder überschritten wird (siehe Abschnitt 11.1).