Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)

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Abschnitt 7.2 BGI 5053, 7.2 Tages- und Wochen-Lärmexposition...
Abschnitt 7.2 BGI 5053
Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Titel: Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5053
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.2 BGI 5053 – 7.2 Tages- und Wochen-Lärmexpositionspegel

Um den Messaufwand im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu reduzieren, lassen sich gegebenenfalls Gruppen von Beschäftigten mit gleicher Lärmexposition bilden. Das können z.B. Gruppen mit gleichartigen Tätigkeiten oder mit Aufenthalt in einem bestimmten Bereich mit gleichartiger Lärmexposition sein.

Tages-Lärmexpositionspegel:

Nach der Ermittlung des repräsentativen Arbeitstages lässt sich dafür der Tages-Lärmexpositionspegel bestimmen, indem man die Geräuschimmission über die entsprechende typische Arbeitsschicht mittelt und auf die festgelegte Bezugszeit von 8 h bezieht (siehe Abschnitt 9.3). Der Tages-Lärmexpositionspegel ergibt sich dann nach der folgenden Gleichung:

   (7.1)

dabei ist:

LpAeq,Te - A-bewerteter äquivalenter Dauerschallpegel der typischen Arbeitsschicht

Te - effektive Zeitdauer des Arbeitstages;

T0 - die Bezugszeitdauer, T0 = 8 h.

Wochen-Lärmexpositionspegel:

Falls die Lärmexposition von Tag zu Tag so stark schwankt, dass sich keine typische Lärmexposition für den Arbeitstag angeben lässt, sollte die Lärmexposition nach ISO 1999 und ISO 9612 (Entwurf) über eine Woche gemittelt und auf 40 Stunden bezogen werden (siehe Abschnitt 9.3). Dies gilt z.B. für Beschäftigte, die von Tag zu Tag in verschiedenen Bereichen eingesetzt sind oder nur an einzelnen Tagen der Woche lärmbelastet sind.

Da die Lärmexposition an den meisten Arbeitsplätzen von Tag zu Tag mehr oder weniger stark schwankt und schon die Festlegung eines repräsentativen Arbeitstages genau genommen eine Mittelung über mehrere Arbeitstage bedeutet, ist es unverständlich, dass die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung die Anwendung des Wochen-Lärmexpositionspegels nur in besonderen Fällen und auf Antrag des Unternehmers bei der zuständigen Behörde zulässt (§ 15 Abs. 2).

Alternativ bietet sich nach der ISO 9612 (Entwurf) die Möglichkeit, dass man den repräsentativen Arbeitstag als die über eine Woche gemittelte Lärmexposition definiert. Im Grunde entspricht auch die in ISO 9612 als Strategie 3 beschriebene Ganztags-Messmethode einer Pegelmittelung über mehrere Tage, also näherungsweise einer Bestimmung des Wochen-Lärmexpositionspegels. Mit dieser in Abschnitt 10 der ISO 9612 beschriebenen Messmethode wird der Tages-Lärmexpositionspegel als Mittelwert über mindestens drei Messtage berechnet.

Wie bereits angesprochen erfordert eine Beurteilung des Hörschadensrisikos nach ISO 1999 eine Bestimmung des Wochen-Lärmexpositionspegels, wenn die Lärmexposition von einem Arbeitstag zum anderen erheblich schwankt. Auch im Zusammenhang mit der Begutachtung von Lärmschwerhörigkeitsfällen [25] empfiehlt sich bei einer derartigen Belastungssituation die Bestimmung des Wochen-Lärmexpositionspegels - zumindest als zusätzlichen Kennwert, der die durchschnittliche berufliche Exposition in der entsprechenden Zeit beschreibt.