Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)

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Abschnitt 6.3 BGI 5053, 6.3 Ortsfeste und personengebundene ...
Abschnitt 6.3 BGI 5053
Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Titel: Lärmmesstechnik Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (BGI 5053)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: BGI 5053
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 BGI 5053 – 6.3 Ortsfeste und personengebundene Messung

Orientiert an der Positionierung des Mikrofones kann man zwischen der ortsfesten und personengebundenen Messung unterscheiden:

  • Ortsfeste Messung: Messung mit dem Handschallpegelmesser an einem bestimmten Ort, gegebenenfalls unter Nachführung des Mikrofones entsprechend den Bewegungen des Beschäftigten.

  • Personengebundene Messung: Messung mit einem vom Beschäftigten am Körper getragenen Personenschallexposimeter.

Unabhängig davon, ob eine ortsbezogene oder personenbezogene Beurteilung gefragt ist, kann die Messung ortsfest oder personengebunden durchgeführt werden. Beispielsweise lässt sich die personenbezogene Lärmexposition für einen mobil eingesetzten Beschäftigten entweder durch eine personengebundene Messung mit einem Lärmdosimeter bestimmen oder aus den an verschiedenen Einsatzorten ortsfest gemessenen Geräuschimmissionen berechnen.

6.3.1
Ortsfeste Messung

In den meisten betrieblichen Anwendungsfällen wird man wohl mit einem Handschallpegelmesser ortsfest messen, um damit relativ schnell die an einem Arbeitsplatz oder in einem bestimmten Bereich gegebene Lärmbelastungssituation zu erfassen und mit entsprechenden Auslösewerten zu vergleichen. Im Idealfall sollte diese Messung in Abwesenheit des Beschäftigten durchgeführt werden, so dass er das Ergebnis nicht durch Schallreflexionen oder Abschattungseffekte seines Körpers beeinflusst. Das Mikrofon sollte dabei an der üblichen Position des Kopfes in Höhe der Augen gehalten und mit der vom Hersteller angegebenen Bezugsrichtung (in der Regel 0, d.h. senkrecht zur Membrane) in Blickrichtung gerichtet werden. Als Anhaltswerte für die Mikrofonhöhe werden in der ISO 9612 folgende Maße genannt:

  • 1,55 m ( 0,075 m) über den Boden für stehende Personen

  • 0,8 m ( 0,05 m) über Sitzfläche für sitzende Personen.

Falls sich der Beschäftigte an dem Arbeitsplatz aufhalten muss, z.B. um eine Maschine zu bedienen, ist das Mikrofon in Ohrnähe seitlich des Kopfes zu positionieren. Die ISO 9612 gibt hierfür einen Abstand von 0,1 bis 0,4 m zum Ohr vor. Bei unterschiedlich hoher Belastung beider Ohren, z.B. auf Grund eines einseitig in Ohrnähe gehaltenen Handwerkzeuges, sollte die Messung auf der Seite des höher belasteten Ohres erfolgen.

Erfahrungsgemäß bewegen sich die Beschäftigten an vielen ortsfesten Arbeitsplätzen in einem größeren Bereich, so dass sich eine mittlere Mikrofonposition nicht ohne weiteres festlegen lässt. In solchen Fällen empfiehlt es sich, das Mikrofon von Hand den Bewegungen des Beschäftigten nachzuführen und die daraus resultierenden örtlichen Pegelschwankungen zeitlich zu mitteln.

Falls sich der Beschäftigte bei seiner Arbeit über einen größeren Bereich bewegt, kann es schwierig sein, seine Lärmbelastung mit einem handgehaltenen Schallpegelmesser zu erfassen. Sollte es nicht möglich sein, dabei den Abstand zum Ohr des Beschäftigten von maximal 0,4 m einzuhalten, empfiehlt die ISO 9612 die im Folgenden beschriebene personengebundene Messung.

6.3.2
Personengebundene Messung

Bei der personengebundenen Messung wird das Mikrofon am Körper des zu untersuchenden Beschäftigten befestigt und üblicherweise mit Hilfe eines ebenfalls am Körper getragenen Personenschallexposimeters aufgezeichnet. Die personengebundene Messung bietet sich vor allem für mobil eingesetzte Beschäftigte mit vielfältigen unterschiedlichen Tätigkeiten und für die Erfassung der Lärmexposition über eine lange Zeitdauer an.

Nach DIN 45645-2 kommen folgende Punkte für die Mikrofonbefestigung in Betracht:

  • Auf der Schulter in nicht mehr als 30 cm Abstand zum Ohr,

  • am Helm über dem Ohr,

  • direkt am Ohr.

Die ISO 9612 gibt folgende Mikrofonposition vor:

  • Die höchste Stelle auf der Schulter in mindestens 0,1 m Abstand zum Ohr, Mikrofonposition möglichst 4 cm über der Schulter.

Die Mikrofonposition auf der Schulter hat sich in der Praxis als besonders günstig erwiesen. Um den nach ISO 9612 empfohlenen Abstand der Mikrofonmembran über der Schulter einzuhalten und die genaue Position des Mikrofones an der höchsten Stelle auf der Schulter einstellen zu können, kann man z.B. ein spezielles Gurtsystem einsetzen, das die Fixierung des Mikrofones mit Hilfe einer Klettverbindung ermöglicht [24].

Bei der personengebundenen Erfassung der Lärmexposition mit Hilfe von Schalldosimetern ist zu beachten, dass sich größere Messunsicherheiten ergeben können, z.B. auf Grund von Schallreflexionen und Abschattungen durch den Körper des Beschäftigten. Das gilt insbesondere für hochfrequenten Lärm und kleine Lärmquellen in geringem Abstand zum Ohr. Deshalb erfordert diese Messmethode eine besondere Sorgfalt, möglichst eine fortlaufende Beobachtung des Beschäftigten und eine spätere Überprüfung der Ergebnisse auf Plausibilität (siehe [24]).