DGUV Information 206-002 - Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundh...

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Anhang 1, Notfallplan, Benachrichtigungskette, Checklisten
Anhang 1
Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundheitsschäden nach schweren Arbeitsunfällen (bisher: BGI 5046)

Anhangteil

Titel: Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundheitsschäden nach schweren Arbeitsunfällen (bisher: BGI 5046)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 1 – Notfallplan, Benachrichtigungskette, Checklisten

Notfallplan - Anregungen -

Ort (Halle/Bereich/Abteilung)
Wie viele Mitarbeiter sind in diesem Bereich tätig? 
Wo, an welcher Maschine sind Gefahrenschwerpunkte?in Lageplan
einzeichnen
Wo können Sammelstellen für wie viele unverletzt Beteiligte eingerichtet werden?in Lageplan
einzeichnen
Wie können warme/kalte Getränke und ggf. ein Imbiss an die Sammelstellen gebracht werden?
(eigene Kantine, externer Anbieter)
 
Wer ist im Fall eines Unfalls dafür zuständig, dass die Psychosoziale Notfallhilfe gewährleistet ist?

Wer übernimmt die Vertretung?
Name:
Tel.:
Sind diese Personen, die die Psychosoziale Notfallhilfe gewährleisten sollen, mit den nötigen Unterlagen ausgestattet?Checklisten, interne
Telefonlisten zu
externen Partnern
Sind diese Personen auf diese Aufgabe ausreichend vorbereitet (geschult)? 
Mit welcher Person aus der Geschäftsführung - unter den anderen Führungskräften - soll im Fall eines Unfalls die Kommunikation erfolgen?

Wer übernimmt deren Vertretung?
Name:
Tel.:
Wer ist befugt, im Fall eines Unfalls schnell dienstrechtliche Entscheidungen zu treffen?
Wer übernimmt dessen Vertretung?
Name:
Tel.:
Welche Räume im Unternehmen/auf dem Betriebsgelände sind für Gespräche nach der Akutphase (wie lange) reserviert?in Lageplan
einzeichnen
Wer führt und begleitet externe Partner über das Firmengelände?Name:
Tel.:

Benachrichtigungskette bei Arbeitsunfällen in Großbetrieben

Benachrichtigungskette bei Arbeitsunfällen in kleinen und mittleren Betrieben

Psychosoziale Unterstützung nach schweren Arbeitsunfällen - Ablauf -

In der Akutphase
(während der Rettungsmaßnahmen bis ca. 8 Stunden nach dem Unfall)
Erste Hilfe für die Seele durch
Psychosoziale Notfallhelfer der Unternehmen
unterstützt durch Mitarbeiter der Notfallseelsorge/ Notfallbegleitung/Kriseninterventionsteams (NFS/NFB/KIT)36
Unmittelbar nach dem Unfall
(24 Stunden bis ca. 2 Wochen nach dem Ereignis)
Beobachtung der Betroffenen durch Mitarbeiter des Unternehmens
Methodische Einsatznachgespräche durch externe Anbieter oder eigene, entsprechend ausgebildete Teams
Langfristige Maßnahmen
(1-3 Monate nach dem Unfall beginnend)
Probatorische Sitzungen bei einem Therapeuten zur Erstellung einer Diagnose und Feststellung weiterer Hilfsangebote
Professionelle psychotherapeutische Behandlung durch ausgewiesene Traumatologen
36

NFS = Notfallseelsorge

NFB= Notfallbegleitung

KIT = Kriseninterventionsteam

Checkliste 1:
Unternehmenseigene Psychosoziale Notfallhelfer - Anleitung zur Begleitung -

1.Einweisung in die Lagedurch Einsatzleiter Feuerwehr/Rettungsdienst
durch Fachkraft für Arbeitssicherheit
2.Versammlung aller MitarbeiterAugenzeugen/Ersthelfer
der gleichen Abteilung
ggf. in den anliegenden Arbeitsstätten
ggf. Verwandte und gute Freunde im Unternehmen
3.Informationen über Ablauf des Unfalls und den Stand der Rettungs- oder Ermittlungsmaßnahmen vermitteln lassen.gesicherte Informationen durch
Polizei
Einsatzleiter Feuerwehr
Fachkraft für Arbeitssicherheit
4.Hinweis auf Missbrauch des Mobiltelefons 
5.Gespräch zur ersten Sondierung von Belastungen"Wer hat bei dem Unfall welche Rolle gespielt, sich wo aufgehalten, was gesehen oder gehört, welche Reaktionen an sich verspürt?"
Einbindung von NFS/NFB/KIT
6.Trennung von Mitarbeitern mit stärkeren Belastungsreaktionenwerden weiter von NFS/NFB/KIT begleitet
7.Information über die Normalität der "Akuten Belastungsreaktion"an die verbleibenden Mitarbeiter
8.Gespräch zur Perspektiventwicklung "Was ihr jetzt am liebsten machen möchtet?""Was würde euch jetzt gut tun?"
"Habt ihr eine Vorstellung davon, was ihr jetzt machen könnt?"
Bei positiven Äußerungen Ermutigung, den Schritt zu tun
Bei unsicheren Äußerungen und Skepsis Einschalten der NFS/NFB/KIT
9.Treffen von individuellen Vereinbarungen für die Betroffenen mit der Geschäftsführung (gilt für alle Beteiligten)Entlassung nach Hause
Sonderurlaub
vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit
vorübergehende Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz
Hausbesuche von Betriebsangehörigen (Anrechnung als Arbeitszeit)

Checkliste 2
Überbringen einer Todesnachricht - Vorbereitung -

1.Wer sind die nächsten Angehörigen, denen die Todesnachricht überbracht werden muss?Polizeicomputer
2.In welchen Familienverhältnissen lebte die verstorbene Person?Verwandte/gute Freunde, die auch im Unternehmen beschäftigt sind, Personalabteilung
 In einer Großfamilie in einem Haus
 Vom Ehepartner getrennt
 Mit einer/m Lebensgefährten/in
 Sind kleine Kinder im Haus/Kindergarten/Schule usw.
3.Was ist über die nächsten Angehörigen zu erfahrenVerwandte/gute Freunde, die auch im Unternehmen beschäftigt sind
 War das Verhältnis zum Verstorbenen harmonisch oder belastet?
 Stehen sie in einem Arbeitsverhältnis, wenn ja bei wem?
 Liegen Erkrankungen wie z.B. Asthma oder im Herz-Blut-Kreislauf vor?
4.Was sind nach aktueller Erkenntnis die genauen Umstände, die zu dem Unfall geführt haben?
Wie ist der Unfall abgelaufen?
Polizei
5.Wie ist der Zustand des Verstorbenen und wo wird er aufgebahrt?Polizei/Vertragsbestatter der Polizei
6.Welche weiteren behördlichen Maßnahmen werden ggf. noch eingeleitet?Polizei,
Berufsgenossenschaft,
Staatliches Amt für Arbeitsschutz
7.Wer ist der Ansprechpartner bei der Polizei für die Angehörigen?Polizei

Gengenbach-Viereck
Bewältigungsstrategien (Kopiervorlage)

Einsamkeit → sich der Beziehung vergewissern


Chaos → Ordnung/Struktur


Tod → Leben


Übererregung → Ruhe