DGUV Information 206-002 - Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundh...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.1, Geschäftsführung und weitere Führungskräfte
Abschnitt 3.1
Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundheitsschäden nach schweren Arbeitsunfällen (bisher: BGI 5046)
Titel: Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundheitsschäden nach schweren Arbeitsunfällen (bisher: BGI 5046)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – Geschäftsführung und weitere Führungskräfte

• Geschäftsführung und andere Führungskräfte haben vor, während und nach schweren Arbeitsunfällen eine hohe Verantwortung für das weitere Wohlergehen der Mitarbeiter.

Der § 10 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) sowie die Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention"(BGV A1) fordern "Maßnahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind." Unter "Erster Hilfe" werden dabei die medizinischen Maßnahmen verstanden.

• Unberücksichtigt bleibt, dass auch die Psyche Verletzungen erleidet, denen im Rahmen einer "Ersten Hilfe für die Seele"16 Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Nur, wenn sich auch die Psyche wieder stabilisiert, können alle Gesundheitsschäden und -gefahren abgewehrt werden.

Geschäftsführung und Führungskräfte müssen Entscheidungen treffen, die den Betroffenen helfen, zur Normalität zurückzukehren. Sie sind aber oft selbst emotional belastet. Immerhin haben ihre Mitarbeiter, Menschen, die sie in der Regel gut kennen, Schaden erlitten. Außerdem müssen durch den Produktionsausfall organisatorische und logistische Probleme gelöst werden. Das ist ein weiterer Stressfaktor, der die Aufmerksamkeit für "sekundär" betroffene Personen17 behindert. Zudem fehlen ihnen auch die Kenntnisse, um die psychischen Belastungen zu erkennen und entsprechend zu entscheiden.

Geschäftsführung und Führungskräfte sind gut beraten, wenn sie sich während des tragischen Ereignisses sowie unmittelbar danach der Hilfe des in der "Psychosozialen Notfallhilfe" geschulten Personals bedienen.

16

auch als "psychosoziale Unterstützung, Begleitung oder Notfallhilfe" bezeichnet

17

Menschen, die den Unfall selbst nicht direkt miterlebt haben.