DGUV Information 206-002 - Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundh...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 2.6, Trigger (Auslöser)
Abschnitt 2.6
Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundheitsschäden nach schweren Arbeitsunfällen (bisher: BGI 5046)
Titel: Wenn die Seele streikt Vermeidung psychischer Gesundheitsschäden nach schweren Arbeitsunfällen (bisher: BGI 5046)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.6 – Trigger (Auslöser)

Ein Mann, Mitte vierzig, möchte auf dem Parkplatz eines Supermarktes nach dem Einkaufen sein Auto aufschließen, als die Alarmanlage eines anderen Fahrzeuges ertönt. Plötzlich werden seine Knie weich, der Blutdruck steigt, er beginnt zu schwitzen und nimmt die Umgebung kaum noch wahr. Seine Hände zittern so stark, dass er den Schlüssel nicht ins Schlüsselloch einführen kann. Später stellt sich heraus, dass er vor Monaten bei einem Verkehrsunfall Erste Hilfe an einen Verletzten geleistet hatte. Auch damals hatte die ausgelöste Alarmanlage eines Autos die Geräuschkulisse für längere Zeit bestimmt.

Eine Person, die mit einem traumatisierenden Ereignis konfrontiert wurde, macht zunächst den Eindruck, als hätte sie das Erlebte gut verarbeitet. Gespräche im Familien- und Freundeskreis über diese Erfahrung sind gut zu ertragen und lösen keinerlei Belastungsreaktionen aus.

Nach Wochen, manchmal auch Monaten aber treten meist ganz plötzlich Symptome auf, die zunächst unerklärlich scheinen. Auslöser (Trigger) sind Reize, die das Unterbewusstsein aufnimmt, und die mit den Erfahrungen der durchlebten Krise im Zusammenhang stehen.

Geräusche, aber auch Gerüche oder optische Reize können solche unverhofften Reaktionen auslösen.

Diese unverhofften, zunächst unerklärlichen Reaktionen beunruhigen die betreffenden Personen so lange, bis sie diese mit dem belastenden Ereignis in Verbindung bringen können.

Nicht zu wissen, was die Ursache für diese Symptome ist, kann die Angst vor dem schlimmen Ungewissen auslösen: "Hab ich eine schlimme Krankheit? Ist es das Herz? Wann bekomme ich diesen Anfall das nächste Mal? Wird das schlimmer? Was ist, wenn ich dann alleine bin?"

Klären Sie die betreffende Person direkt nach dem Erleben schlimmer Erfahrungen darüber auf, dass Symptome der Akuten Belastungsreaktion auch verzögert - oft ausgelöst durch Trigger - auftreten können.

Versuchen Sie auch über einen längeren Zeitraum nach dem schlimmen Ereignis für emotionale Veränderungen betroffener Personen sensibel zu sein.