DGUV Information 208-026 - Sicherheit von kraftbetätigten Karusselltüren (bisher...

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Abschnitt 6, Sicherheitscheck
Abschnitt 6
Sicherheit von kraftbetätigten Karusselltüren (bisher: BGI 5043)
Titel: Sicherheit von kraftbetätigten Karusselltüren (bisher: BGI 5043)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-026
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – Sicherheitscheck

Zur Abschätzung der mechanischen Gefahren können einfache Checks durchgeführt werden. Die Checks, die im Folgenden beschrieben werden, beziehen sich auf zwei-, drei- und vierflügelige Karusselltüren und sollten mehrfach pro Jahr erfolgen. Sie können jedoch die mindestens einmal pro Jahr erforderliche Prüfung durch eine befähigte Person nicht ersetzen.

SchutzzielCheck
6.1Die Bewegung des Türflügels soll reduziert und gestoppt werden, bevor eine Person erfasst und verletzt wirdIm Anhang ist ein Styrodurkörper beschrieben, mit dem eine Kraftabschätzung an der Quetsch-, Scher- und Einzugstelle der Schließkante vorgenommen werden kann.
  Halten Sie den Styrodurkörper an der Gegenschließkante in den Drehbereich der Tür.
  
  Die Türbewegung muss stoppen, ohne dass der Styrodurkörper bricht.
Wird die Schließkante durch Kontaktschaltleisten gesichert, muss deren Verformungsweg größer als der Anhalteweg des Türflügels sein.
  
SchutzzielCheck
6.2Die Bewegung des Türflügels soll gestoppt werden. Verletzungsträchtige Kanten werden durch elastische Gummileisten abgepuffertPrüfen Sie die Funktion jeder Schaltleiste auf ihrer gesamten Länge. Sie muss bei frontalem und seitlichem Druck schalten und die Bewegung des Türflügels stoppen.
    
    
 Prüfen Sie alle Leisten auf Beschädigungen, auch wenn es sich um passive Gummileisten handelt. Achten Sie darauf, dass Kanten, die Personen berühren könnten, mit Gummileisten abgedeckt sind.
SchutzzielCheck
6.3Die Bewegung des Türflügels soll, bevor die Hauptschließkante die Gegenschließkante erreicht, gestoppt werden.Dieser Check ist erforderlich, wenn die Absicherung der Gegenschließkante durch einen Sensor im Deckenbereich erfolgt.
  Halten Sie wechselweise ein weißes und ein schwarzes Blatt Papier (z.B. DIN A4) zwischen die Schließkanten, wenn diese sich bis auf weniger als einen Meter angenähert haben. Achten Sie dabei darauf, dass Sie von dem Durchgangsbereich der Tür soweit entfernt sind, dass der Sensor nicht auf Sie, sondern auf das Blatt reagieren muss (Simulation eines vorausschreitenden Fußes).
    
 Derartige BWS werden durch die Steuerung erst aktiviert, wenn der Spalt zwischen den beiden Schließkanten für ein gefahrloses Hindurchgehen zu schmal wird (i.d.R. weniger als 0,5 m).
 Der Erfassungsbereich der BWS sollte von 0,1 m über dem Boden bis in 2,5 m Höhe reichen. Testen Sie daher in unterschiedlichen Höhen. Beginnt der Erfassungsbereich jedoch erst ab 0,2 m über dem Boden, besteht Handlungsbedarf.
SchutzzielCheck
6.4Stoppen der Flügelbewegung im NotfallDie Flügelbewegung muss sofort stoppen, sobald der Pilztaster des "Not-Aus" gedrückt wird.
  Beachten Sie, dass bei diesem Test keine Personen die Tür benutzen, da der Flügel abrupt zum Stillstand kommen muss. Es besteht dadurch die Gefahr des Anstoßens.
    
Ein "Not-Aus" muss sich gut sichtbar auf beiden Seiten und jeweils in unmittelbarer Nähe der Tür befinden.
SchutzzielCheck
6.5Befreien eingeschlossener PersonenDamit Personen nicht eingeschlossen werden, muss sich die Tür von Hand öffnen lassen:
  
  1. bei Stromausfall

  2. bei Betriebsstörungen der Tür

  3. nach Betätigung des "Not-Aus".


 Der nötige Kraftaufwand darf 220 N nicht übersteigen.
SchutzzielCheck
6.6Öffnen der Tür im Notfall, wenn es sich um eine Fluchtwegetür handelt. Dazu fährt der Türflügel in Querstellung oder die Rotorflügel lassen sich von Hand aufklappen.Dienen Karusselltüren auch als Fluchtweg, können sie mit einem "Not-Auf"-Schalter versehen sein.
Dieser muss durch die Bau- oder Brandschutzbehörde im Einzelfall geprüft und abgenommen werden.
Ein "Not-Auf"-Schalter:
  
  1. muss als "Not-Auf"-Schalter gekennzeichnet sen. Sinnvoll ist, das Rettungszeichen "Rettungsweg" in seiner unmittelbaren Nähe anzubringen

  2. muss sich deutlich von dem "Not-Aus" (siehe Abschnitt 6.4) unterscheiden

  3. sollte über die Brandmelde- oder Notfallzentrale gesteuert werden, wenn diese den Türbereich einsehen kann

  4. darf nicht die Schutzeinrichtungen außer Kraft setzen

  5. sollte als Totmannsteuerung ausgelegt sein.


    
SchutzzielCheck
6.7Verringern der Umlaufgeschwindigkeit der Tür, damit Behinderte, ältere Menschen, Kinder und Personen mit Kinder- oder Einkaufswagen sicher passieren können.Nach Betätigung des Tasters muss sich der Türflügel mindestens eine ganze Umdrehung mit reduzierter Geschwindigkeit bewegen.
Die reduzierte Geschwindigkeit sollte ungefähr der Hälfte der normalen Geschwindigkeit entsprechen (ca. 0,3 bis 0,4 m/s).
    
  Auf jeder Türseite sollte sich ein gut sichtbarer Taster befinden.

Ist einer der zuvor genannten Checks negativ verlaufen, muss umgehend Kontakt mit dem Hersteller oder einer Fachfirma aufgenommen werden, um die Sicherheitsfunktionen genau zu überprüfen und wiederherzustellen.

Weitergehende Prüfungen können nur von Spezialisten durchgeführt werden, die z.B. Einblick in die komplexen Steuerungsabläufe und -programme haben.

Ist eine Schutzeinrichtung ausgefallen oder gar nicht vorhanden, sollte die Karusselltür vorläufig stillgelegt werden. Bei den meisten Türanlagen ist eine schnelle Reparatur oder Umrüstung möglich. Aber auch bei älteren Karusselltüren kann die Sicherheit verbessert werden, z.B. durch:

  • Begrenzung der Antriebskraft

  • Verwendung von groß ausgelegten Gummileisten an den Schließkanten, die als Stoßdämpfer Quetsch-, Stoß- und Scherverletzungen verhindern.